Zeitzeugen
Vorwort

Im Jahre 2020 jährt sich das Ende der DDR zum 30. Mal.

Es wird wieder viele Reden zur Wiedervereinigung, oder doch besser Übernahme geben.

Besonders Menschen, welche nie einen Tag in der DDR gewesen sind erklären messerscharf wie dort gelebt wurde. Das Wissen aus Lehrstühlen und Medien die natürlich alles wissen, aber eben doch nichts wissen.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

Was in den Schulen mitunter gelehrt wird ist haarsträubend. Der Lehrstoff ist eben auch vorgegeben.
Zur DDR gibt es nur die Themen Mauer, Stasi, angebliche Nazivergangenheit, abgehängte Regionen. Und weiter? Nichts kommt mehr.

Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind kennen Propaganda. Und sie haben ein feines Gespür dafür wenn man wieder einseitig eingelullt werden soll.

In der BRD ist natürlich das Reinweiss zu Hause.

Mal ein ganz kleiner Wahrheitscheck?

Die erste Frage sollte immer sein: wem nützt es. Dann sieht manches schon ganz anders aus.

Die Hochmoral mit der Deutschland die Welt belehren will kommt auch nicht gut an.
Federführend sind Politiker, die sich etwas Maasvoll und nicht Maaslos aufführen sollten.

Noch eine kleine unbedeutende Bemerkung zur Stasi und ihren Abteilungen. Folgende heutige Behörden wären Teile der Stasi:
LKA, BKA, MAD, BND, SEK, MEK, GSG9, KSK, Staatsschutz, Verfassungsschutz, Personenschützer und sicher noch mehr.
Zumindest sollte man es im Hinterkopf behalten.

Eine Autorin, welche erst nach 1989 angefangen hat zu schreiben hat es sehr treffend ausgedrückt:
Frage: ...Warum reflektieren Sie so viel vom DDR-Alltag?

"Weil ich in der DDR gelebt habe. Wenn ich Texte von Westdeutschen oder nach der Wende Geborenen lese, die ihre Geschichten aus den umlaufenden Klischees reproduzieren, oder Fernsehfilme sehe, die die DDR direkt oder indirekt zum Gegenstand haben, finde ich, dass dies selten bis nie etwas mit der DDR-Realität zu tun hat. Im Kern kreist alles um Mauer, Stasi, Schießbefehl. Das gab es alles, gewiss. aber es gab wesentlich mehr. Wenn eines Tages die Bundesrepublick nicht mehr existieren sollte, wäre es auch falsch und einseitig, sie im Nachgang auf Hartz IV, Fremdenfeindlichkeit, Drogen und demografischen Wandel zu reduzieren."
(Quelle: Freie Presse, 18. Juli 2015, Kultur & Service, Seite A1)


© infos-sachsen / letzte Änderung: - 22.10.2020 - 16:40