Namenstag
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Kalenderblatt
2023 - Bei einer Messerattacke in einem Fitnessstudio in Duisburg verletzt ein Syrer vier Menschen schwer. Der mutmaßliche Islamist soll bereits am 9. April in der Duisburger Altstadt einen Mann erstochen haben.
2014 - Beim bis dahin schwersten Unglück in der Geschichte des Alpinismus am Mount Everest sterben 16 nepalesische Bergsteiger. Eine Lawine erfasst die Sherpas oberhalb des Basislagers auf 5800 Metern Höhe.
2004 - In der EU tritt eine neue Regelung zur Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel in Kraft. Gekennzeichnet werden müssen alle Produkte, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus ihnen hergestellt sind.
1996 - Libanon: Israels Armee beschießt bei einem Angriff gegen die Hisbollah einen UN-Posten / Über 100 Zivilisten werden getötet.
1980 - Robert Mugabe führt die britische Kolonie Südrhodesien in die Unabhängigkeit. Neuer Name: Simbabwe.
1955 - Auf Initiative von Gamal Abdel Nasser aus Ägypten, Jawaharlal Nehru aus Indien und Josip Broz Tito aus Jugoslawien treffen sich Abgesandte aus 23 asiatischen und 6 afrikanischen Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stellen, im indonesischen Bandung zu einer Konferenz. Auf der Bandung-Konferenz wird von Politikern erstmals der Begriff Dritte Welt in Abgrenzung zu den Politischen Blöcken der Ersten und Zweiten Welt gebraucht, und sie gilt daher als Initialzündung für die sechs Jahre später gegründete Bewegung der Blockfreien Staaten.
1947 - Britische Truppen zünden auf der Nordseeinsel Helgoland 6700 Tonnen Munition. Die Operation «Big Bang» gilt als die bis dahin größte Sprengung mit konventionellen Mitteln. Ziel war, wichtige Militäranlagen zu zerstören. Die Insel war zu dem Zeitpunkt unbewohnt.
1945 - Die Stadt Leipzig wird im Zweiten Weltkrieg von Einheiten der US-Armee ohne großen Widerstand besetzt. Sie schlagen ihr Hauptquartier im Hotel Fürstenhof auf.
1936 - Der 1934 als Sondergericht geschaffene NS-Volksgerichtshof wird durch ein Gesetz in ein ordentliches Gericht umgewandelt. Das NS-Regime nutzt das Gericht zur Ausschaltung seiner politischen Gegner.
1912 - 705 Überlebende des Titanic-Unglücks erreichen mit der RMS Carpathia New York.
1906 - Ein Erdstoß der Stärke 8,3 erschüttert San Francisco, das Beben und die folgenden Brände verwüsten die Stadt. Nach verschiedenen Schätzungen werden zwischen 700 und 3000 Menschen getötet. Auf der San-Andreas-Verwerfung entsteht eine deutliche Bruchlinie.
1864 - Mit der Erstürmung der Düppeler Schanzen bei Sonderburg (heute Dänemark) in Schleswig erringen Truppen des Deutschen Bundes unter preußischem Kommando nach fast fünfwöchiger Belagerung den entscheidenden Sieg im Deutsch-Dänischen Krieg.
1521 - Der Reformator Martin Luther verteidigt auf dem Reichstag zu Worms seine Lehre. Er verweigert erneut den Widerruf seiner 95 Thesen.
Anderer Blick der Woche
Von
Stand: 12.04.2026 14:26 Uhr
Lesedauer: 4 Minuten
Quelle: picture alliance/dpa/Marijan Murat
Gewalt in Deutschland ist ein umkämpftes Debattenfeld. Die einen sehen ein Land, das aus dem Gleichgewicht gerät: Sie verweisen auf brutale Mordfälle im öffentlichen Raum, auf Schießereien - und warnen vor wachsender Unsicherheit im Alltag. Für sie gehört auch die gestiegene Zuwanderung der vergangenen Jahre zu dieser Entwicklung.
Die anderen halten dagegen: Sie sprechen von Dramatisierung und weisen solche Warnungen als rechtes Narrativ zurück. Das Land sei sicher, früher sei es gefährlicher gewesen - und selbst wenn, spiele Migration allenfalls eine Nebenrolle. Gewalt sei vor allem ein Männerproblem, unabhängig von der Nationalität.
Die Gewaltkriminalität ist laut Daten, die WELT AM SONNTAG bei den Bundesländern abgefragt hat, zwar im Vergleich zum Rekordjahr 2024 um rund zwei Prozent gesunken. Doch bei den Tatverdächtigen zeigt sich weiterhin eine deutliche Schieflage: Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von bundesweit rund 15 Prozent stark überrepräsentiert.
Bevor sich diese Zahlen bewerten lassen, lohnt ein Blick auf ihre Grundlage: die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Sie ist der Arbeitsnachweis der Polizei - und hat bekannte Grenzen. Erfasst werden polizeiliche Ermittlungen, nicht rechtskräftige Urteile; ein Tatverdächtiger ist noch kein verurteilter Täter. Zudem fließen nur Fälle ein, die der Polizei bekannt werden. Große Bereiche wie Wirtschafts- und Finanzkriminalität bleiben weitgehend im Dunkeln. Dennoch bleibt die jährliche PKS - ergänzt um Dunkelfeldstudien - die wichtigste Annäherung an die Kriminalitätslage in Deutschland.
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Am Beispiel Bayern zeigen sich die Trends besonders deutlich: Die Gewaltkriminalität sinkt im Freistaat um 4,5 Prozent im Vergleich zu 2024 - gleichzeitig steigt der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger weiter. Vor allem tatverdächtige Zuwanderer fallen dabei ins Gewicht - nach Definition des Bundeskriminalamts Asylbewerber, Schutzberechtigte, Geduldete oder Personen ohne Aufenthaltsrecht.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach bei der Vorstellung dieser Zahlen von einem "klaren Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre". Es müsse gelten: "Wer kein Bleiberecht hat, wer Straftaten begeht oder unsere Werte ablehnt, muss unser Land verlassen."
Kriminologen verweisen zugleich auf strukturelle Faktoren: Zuwanderer sind im Schnitt jünger, häufiger männlich, stammen öfter aus einkommensschwächeren Verhältnissen und leben häufiger in prekären Wohnsituationen - alles Risikofaktoren für Kriminalität. Hinzu kommen bei vielen Erfahrungen von Gewalt in der Sozialisation sowie traumatische Erlebnisse auf der Flucht. Diese Faktoren erklären Unterschiede - sie entschuldigen sie nicht.
Eine Kennzahl des Bundeskriminalamts macht die Unterschiede greifbarer: die Tatverdächtigenbelastungszahl. Sie setzt die Zahl der Tatverdächtigen ab acht Jahren ins Verhältnis zur jeweiligen Bevölkerungsgruppe je 100.000 Einwohner - und erlaubt so einen differenzierteren Blick auf die Belastung einzelner Nationalitäten. Im Ergebnis zeigt sich ein deutlicher Abstand: Nicht-deutsche Tatverdächtige weisen in Bayern bei Gewaltdelikten eine rund vierfach höhere Belastung auf als deutsche.
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Bei einzelnen Nationalitäten fällt die Differenz noch größer aus: Bei Syrern liegt sie etwa 16-mal höher, bei Afghanen 14-mal, bei Tatverdächtigen mit türkischer Staatsangehörigkeit rund viermal. Ähnliche Muster zeigen sich auch in den Statistiken etwa von Baden-Württemberg sowie den Stadtstaaten Hamburg und Berlin.
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), sagte: "Die Migrationswende von Bundesinnenminister Dobrindt verzeichnet bereits klare Erfolge. Aber der nach wie vor überdurchschnittlich hohe Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger zeigt weiteren Handlungsbedarf." Die Abschiebung schwerer oder wiederholt straffälliger ausländischer Täter habe Priorität.
AfD-Innenpolitiker Sascha Lensing betont: "Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger ist kein Randphänomen, sondern ein zentraler Faktor - insbesondere bei Gewalt im öffentlichen Raum."
Die Linke-Innenexpertin Clara Bünger widerspricht: Es sei nicht "sinnvoll", darauf zu schauen, "ob die Tatverdächtigen einen sogenannten Migrationshintergrund haben". Der Eindruck, Gewalt und Kriminalität hätten etwas mit der Herkunft zu tun, sei "irreführend". Relevant seien dagegen Faktoren wie das Alter, das Geschlecht und prekäre Lebensverhältnisse. Irene Mihalic, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, fordert, alle Ursachen von Gewalt "konsequent zu bekämpfen".
Die Ursachen für gewalttätiges Verhalten sind vielfältig - und greifen ineinander. Zwei Punkte bleiben entscheidend. Erstens: Niemand wird gewalttätig, nur weil er einen ausländischen Pass besitzt. Zweitens: Nicht-deutsche Tatverdächtige tragen maßgeblich zur konstant hohen Gewaltkriminalität bei - und zwar nicht nur Männer.
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