Willkommen in Sachsen, am 09.01.2026
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09. Januar
Namenstag
Alice Eberhard, Julian,

Kalenderblatt

2020 - In Wuhan stirbt erstmals ein Mensch am neuartigen Coronavirus. Vom 23.Januar an steht die 11-Millionen-Stadt unter Quarantäne.


1989 - Auf einem Sonderparteitag wird Gregor Gysi in der DDR zum neuen Parteivorsitzenden der SED gewählt.


1984 - Berlin: Die BVG übernimmt die bislang von der DDR betriebenen S-Bahn-Linien im Westteil der Stadt.


1960 - In Ägypten beginnen die Bauarbeiten am Assuan-Staudamm. Das umstrittene, mit sowjetischer Hilfe errichtete Bauwerk wird 1971 eingeweiht.


1951 - wurde das Hauptquartier der Vereinten Nationen eröffnet. Obwohl das vom Hauptsitz der Vereinten Nationen genutzte Gebiet in New York auf US-Territorium liegt und als internationales Gebiet zählt, ist es an die lokalen, staatlichen und bundesstaatlichen Gesetze gebunden.


1917 - Das Deutsche Reich erklärt im Ersten Weltkrieg neuerlich den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, was wenige Monate später zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten führen wird.


1907 - Das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie wird in Deutschland erlassen. Seine heutige Bedeutung liegt vorwiegend in seinen Regelungen über das Recht am eigenen Bild.


1905 - Das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat etabliert in Frankreich das heute noch geltende Prinzip des Laizismus. Die Trennung von Kirche und Staat verschlechtert für Jahre das Verhältnis des Landes zur katholischen Kirche.


1900 - Fertigstellung der Kairoer Eisenbahn in Ägypten und Inbetriebnahme des ersten Zugdienstes.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

HURRA, ENDLICH ROLLEN WIEDER DEUTSCHE PANZER GEN RUSSLANDWenn irgendwo zwischen zwei Mächten ein noch so harmlos aussehender Pakt geschlossen wird, muss man sich sofort fragen, wer hier umgebracht werden soll. Otto von Bismarck.

Zur Beachtung: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2017, immer noch aktuell !!!!

Heute wie damals Die Prinzipien der Kriegspropaganda

Anne Morelli
ist eine belgische Historikerin der Freien Universität Brüssel. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Analyse der Kriegspropaganda. Darüber hinaus befasste sie sich mit nationalen Mythen, Religion, Minderheiten und Immigration. 2010 wurde sie emeritiert.

Die berühmten zehn Gebote der Kriegspropaganda, die der britische Adelige Ponsonby in den 1920er Jahren aufgestellt hat, scheinen nach wie vor Gültigkeit zu haben. Das versucht Anne Morelli anhand von zahlreichen Daten und Fakten in ihrem Buch zu beweisen.

8. April 2017, 21:58

Baron Arthur Ponsonby stammte aus einer der bedeutendsten Familien Großbritanniens. Seine Karriere verlief höchst ungewöhnlich. Der eingefleischte Pazifist war Mitglied der Liberalen Partei und wechselte 1914 aus Protest gegen den Kriegsbeitritt seines Landes zur Labour Party, welcher er 1940 ebenso den Rücken kehrte, als diese sich den Kriegsbefürwortern anschloss. 1928 erschien sein aufwühlendes Buch "Lügen in Kriegszeiten", in dem er entscheidende Mechanismen der Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg aufzeigte und diese in zehn Gebote zusammenfasste.

Anne Morelli hat diese zehn Prinzipien auf ihre Gültigkeit für andere gewaltsame Konflikte untersucht. Die Ergebnisse sind verblüffend. Fast scheint es so, als ob Kriegsherren weltweit diese Gebote als Einmaleins der Propaganda übernommen haben. Und wie beginnt man einen Krieg? Indem man ihn zunächst einmal kategorisch ablehnt.

Da Krieg und seine grauenhaften Begleiterscheinungen nur selten populär sind, können Regierende gar nicht umhin, sich vorab als Friedensfürsten darzustellen.

Der Angriff geht immer vom Gegner aus

Warum kommt es dann aber doch zum bewaffneten Konflikt, wenn doch die Machthaber alle vom gleichen Friedenswillen beseelt sind? Man wird zum Krieg gezwungen. Der Angriff geht vom gegnerischen Lager aus. Man müsse darauf einfach reagieren, entweder aus Notwehr oder um internationalen Verpflichtungen gerecht zu werden.

Da man eine Gruppe von Menschen in ihrer Gesamtheit nicht wirksam hassen kann, braucht das provokante Böse ein Gesicht. Das dritte Prinzip lautet folgerichtig: Gib dem Führer der Gegner dämonische Züge. Seit dem Zweiten Weltkrieg gilt Adolf Hitler als die Inkarnation des Bösen schlechthin. Den Führern feindlicher Lager wurde immer wieder unterstellt, sein direkter Erbe oder Double zu sein. Stalin, Mao, Kim Il Sung oder Ceaucescu sind nur einige Beispiele.

Unterstellte Bedrohung

Um Kriege zu führen, muss man heutzutage, im Gegensatz etwa zu den Zeiten Ludwigs des XIV., die Zustimmung der Bevölkerung einholen. Dies gelingt zumeist, wenn sie glaubt, dass seine Unabhängigkeit, seine Freiheit, vielleicht sogar sein Leben davon abhängt.

Der NATO-Einsatz im Kosovo wurde unter dem Vorwand durchgeführt, die Misshandlung von Minderheiten zu verhindern, die Menschenrechte also hochzuhalten. Glaubt irgendjemand heute noch an die damals propagierten Gründe? Der Satiriker Charlie Hebdo hat dies so zusammengefasst:

Der Krieg ist dann zu Ende, wenn die Waffenhändler ihre Quote erreicht haben und die Betonhändler meinen, es wäre jetzt an der Zeit, dass sie die Bühne betreten.

Inszenierte Märchen

Kaltblütige Morde, Folter, Plünderungen, Vergewaltigungen: Verachtenswerte Grausamkeiten begeht prinzipiell nur der Feind, und sie dienen hervorragend zur zusätzlichen Aufheizung der Volksseele. Die erschütternde Geschichte der kuwaitischen Babys, die von irakischen Soldaten aus ihren Brutkästen gerissen wurden, stellte sich als ein geschickt inszeniertes Märchen einer dafür engagierten Werbeagentur heraus. Der Feind ist aber nicht nur grausam, sondern verwendet auch unerlaubte Mittel.

Dergleichen ist ein Überraschungsangriff, solange er von der eigenen Armee ausgeht, legitim, ja zeugt sogar von einer besonders intelligenten Strategie. Wird aber die gleiche Taktik vom Feind praktiziert, ist sie ein Beweis von Feigheit.

Skepsis ist angebracht

Anne Morelli untermauert mit zahllosen Beispielen und Fakten, dass die von Ponsonby aufgestellten Prinzipien nach wie vor gültig sind. Die Leserschaft ruft sie zu Skeptizismus auf.

Selbst wenn wir es nicht gerne hören: Auch den nächsten Krieg wird man uns ohne jeden Zweifel als "Aggression" des Gegners verkaufen, als Kampf zwischen Gut und Böse schmackhaft machen, den Führer des feindlichen Lagers als teuflische Fratze verunglimpfen. Die Tinte von Wissenschaftlern wird dazu genutzt werden, das Blut der Märtyrer fließen zu lassen. Und so weiter und so fort.

Buch-Tipp
Anne Morelli, "Die Prinzipien der Kriegspropaganda", aus dem Französischen von Marianne Schönbach, Verlag zu Klampen, ISBN 3934920438


Quelle: oel.orf.at


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