Namenstag
Gottfried, Mathilde,
Kalenderblatt
Der 14. März: - ist der Gedenktag der Wohltäterin und Klostergründerin Mathilde. Die Mutter des späteren Kaisers Otto 1. widmete ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes, König Heinrich 1., der Barmherzigkeit. Die im Harz lebende Mathilde ging als «Mutter der Nation« in die Geschichte ein. Sie starb 968 in Ouedlinburg, wo sie das von ihr gegründete Stift 30 Jahre lang geleitet hatte.
2017 - Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entscheidet, dass ein generelles Kopftuchverbot in Unternehmen rechtens sein kann. Muslimische Frauen hatten wegen Diskriminierung geklagt.
2016 - Die Raumfahrtagenturen Esa und Roskosmos schicken gemeinsam die Sonde "Schiaparelli" zum Mars / Landung im Oktober 2016 misslingt.
2012 - Das Bundeskabinett bringt den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM auf den Weg.
2003 - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kündigt in einer Regierungserklärung massive Einschnitte in die Sozialsysteme an. Mit seiner «Agenda 2010» gibt er das Signal für einen Kurswechsel der rot-grünen Politik.
1995 - Norman Thagard wird als erster US-amerikanischer Astronaut an Bord eines russischen Raumschiffs mit der Mission Sojus TM-21 zur Raumstation Mir mitgenommen.
1974 - Die Bundesrepublik und die DDR vereinbaren die Einrichtung «Ständiger Vertretungen».
1947 - Belgien, Luxemburg und die Niederlande schließen sich zur Benelux-Zollunion zusammen.
1939 - Die Slowakei erklärt sich auf Betreiben Hitlers für unabhängig.
1920 - 80 Prozent der Südschleswiger entscheiden sich in einer Volksabstimmung für den Verbleib im Deutschen Reich.
1647 - Auf Betreiben des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. wird im Dreißigjährigen Krieg in Ulm der Ulmer Waffenstillstand zwischen Bayern, Kurköln, Frankreich und Schweden geschlossen.
1440 - Marienwerder: 19 Städte gründen den "Preußischen Bund" zur Abwehr von überzogenen Steuerforderungen des Deutschen Ordens.
Anderer Blick der Woche
Paolo Becchi
21.01.2026 , 10:19 Uhr
Andrey Popov/Panthermedia/Imago
Rom, einst eine blühende Metropole mit einer Million Einwohnern, schrumpfte im 6. Jahrhundert auf nur noch 30.000. Die Gesamtbevölkerung des römischen Reiches sank im 5. Jahrhundert von etwa 55 bis 60 Millionen auf nur noch 25 bis 30 Millionen. Droht Europa ein ähnlicher Niedergang?
Dieser demografische Zusammenbruch machte das Reich nämlich besonders anfällig. Es war nie, wie es oft beschrieben wird, ein "Melting Pot". Zwar versuchte das Römische Reich, Zuwanderung zu steuern, anfangs mit Erfolg, doch langfristig war es nicht in der Lage, dies aufrechtzuerhalten, und stürzte schließlich. Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert gerieten die Migrationsströme außer Kontrolle, was das Ende des Reiches mitbegründete. Diese Wellen der Migration waren ein entscheidender Bestandteil der Krise, die das Reich unaufhaltsam schwächte und schließlich zum Zusammenbruch führte.
Felix Kästle/dpa
Die Unfähigkeit, Migration zu kontrollieren, destabilisierte das Römische Imperium. Und auch die demografische Krise spielte eine entscheidende Rolle dabei, das Reich für die barbarischen Invasionen besonders anfällig zu machen. Dies ist keine besonders originelle These: Sie wird in der Fachliteratur vielfach diskutiert und ist unter Historikern allgemein anerkannt. Doch diese Beobachtung führt zu einer ernüchternden Feststellung: Trotz der Unterschiede zwischen damals und heute gibt es eine deutliche Analogie zur gegenwärtigen Situation.
Zwar sind die barbarischen Invasionen, die das Römische Reich zu Fall brachten, eine andere Erfahrung als die heutigen Migrationsströme, aber eines haben beide Szenarien gemeinsam: die demografische Krise. Auch die EU sieht sich heute mit dieser Realität konfrontiert: niedrige Geburtenraten, eine alternde Bevölkerung und ein Geburtenrückgang, bei dem mehr Menschen sterben als geboren werden. Dieses Phänomen betrifft nahezu alle europäischen Länder.
Paolo Becchi (Genua, 1955) ist Philosoph und lebte längere Zeit in Deutschland, erst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Rechts- und Sozialphilosophie und am Lehrstuhl für praktische Philosophie der Universität des Saarlandes, dann als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Er war ordentlicher Professor für Rechtsphilosophie an der Universität Genua.
Im Jahr 2024 umfasst die Bevölkerung der EU etwa 449 Millionen Menschen, darunter rund 45 Millionen Migranten aus Nicht-EU-Staaten - das entspricht etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dies mag zunächst wenig erscheinen, doch es handelt sich um einen Zuwanderungsstrom, der der Größe eines mittelgroßen europäischen Landes wie Dänemark entspricht.
Der Trend setzt sich fort und wächst noch weiter. Während die Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern zunimmt, verlassen gleichzeitig gut ausgebildete Europäer die Union und wandern in Länder außerhalb der EU aus. Für 2024 wird eine Zahl von über 600.000 Menschen erwartet, und auch für 2023 gibt es entsprechende Bestätigungen dieser Tendenz.
Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa
Doch in Wahrheit ist die "Invasion" längst im Gange, nicht durch die Russen, sondern durch Migranten aus Afrika und muslimischen Ländern. Diese Menschen sprechen nicht nur die Sprachen der europäischen Länder nicht, sondern teilen auch nicht die religiösen, kulturellen oder traditionellen Werte der meisten europäischen Gesellschaften. Ich möchte keineswegs ein Urteil über diese Bevölkerungsgruppen fällen, sondern nur darauf hinweisen, wie schwierig es ist, ihre Kulturen und Traditionen mit unseren zu vereinen.
Europa hat einen langen Prozess der Säkularisierung und Modernisierung durchlaufen, der Jahrhunderte gedauert hat. Die Migranten hingegen kommen oft aus Gesellschaften, in denen noch restriktive soziale und familiäre Normen das tägliche Leben bestimmen. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten.
Ist dies das Ende Europas? Unsere Realität scheint immer grenzenloser zu werden. Einerseits sind die Nationalstaaten gezwungen, ihre Souveränität zugunsten einer zunehmend unklaren Identität der Europäischen Union aufzugeben, dem "sanften Monster Brüssel", von dem Hans Magnus Enzensberger sprach. Andererseits werden sie von einer riesigen Zahl von Menschen überflutet, mit denen wir nur noch - und das ist bestimmt nicht wenig - die gemeinsame Zugehörigkeit zur Menschheit teilen.
Natürlich können wir uns noch im Sinne des kantischen Kosmopolitismus in der gemeinsamen Menschlichkeit wiedererkennen. Aber dieser "abstrakte Universalismus", wie Hegel ihn nannte, reicht nicht aus, um friedlich in einer politischen Gemeinschaft zu leben. Wäre es für die Welt eine Bereicherung, wenn alle Unterschiede der verschiedenen Völker in einer gleichgültigen Einheit verschwinden?
Es ist heute legitim, sich diese Fragen zu stellen. Das Problem liegt jedoch nicht in den Fragen selbst, sondern darin, dass es keine Antworten gibt. Die Europäische Union riskiert ernsthaft, das gleiche Ende wie das Römische Reich zu erleiden. Es wird nicht das Ende der Geschichte sein, aber es wird sicherlich der Beginn einer ganz anderen Geschichte.
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