Willkommen in Sachsen, am 24.04.2026
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24. April
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Egbert,Mellitus, Fidelis Wilfried,

Kalenderblatt

2020 - Letzter Flug der "Corona-Luftbrücke" der Bundesregierung / Rückholaktion für 240.000 Menschen.


2013 - Beim Einsturz eines Fabrik- und Einkaufsgebäudes in Dhaka (Bangladesch) sterben mehr als 1100 Menschen, darunter viele Textilarbeiterinnen. Nach dem Unglück einigen sich internationale Modeketten und Gewerkschaften auf ein Abkommen zur Sicherheit in Textilfabriken in Bangladesch.


2004 - Zyperns Wiedervereinigung scheitert bei Referenden: Türkischer Teil stimmt zu, griechischer nicht.


1974 - Günter Guillaume, der persönliche Referent von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), wird unter dem Verdacht der Spionage für die DDR festgenommen.


1965 - In der Dominikanischen Republik stürzen Militäreinheiten unter Francisco Alberto Caamaño das herrschende Militär­triumvirat, um den demokratisch gewählten Präsidenten Juan Bosch wieder einzusetzen. Nur vier Tage später intervenieren die USA militärisch zugunsten der gestürzten Militärdiktatur.


1962 - Das internationale Wiener Überein­kommen über diplomatische Beziehungen tritt in Kraft. Es kodifiziert das bislang im Gewohnheitsrecht wurzelnde Diplomatenrecht.


1961 - In Stockholm wird das Wrack der »Wasa« gehoben. Das Flaggschiff der Kriegsflotte von König Gustaf II. Adolf war 1628 bei der Jungfernfahrt gesunken und blieb vom Schlamm konserviert. Heute hat es ein eigenes Museum in der schwedischen Hauptstadt.


1934 - Mit dem «Gesetz zur Aburteilung von Hoch- und Landesverrat» wird von den Natio­nal­sozialisten der Volksgerichtshof geschaffen.


1926 - Zwischen Deutschland und der UdSSR wird der Berliner Vertrag geschlossen, ein zunächst auf fünf Jahre befristeter Freundschaftsvertrag als Fortsetzung des Vertrags von Rapallo.


1921 - Bei einer Volksabstimmung in Tirol entfallen 98,5 % der abgegebenen Stimmen für den Anschluss an das Deutsche Reich. Die Abstimmung hat jedoch keine Folgen.


1898 - Wegen politischer Spannungen um seine Kolonie Kuba erklärt Spanien den USA den Krieg. In der Folge verliert Spanien seinen Besitzungen in der Karibik und die Philippinen.


1884 - Deutsch-Südwestafrika wird die erste Kolonie des Deutschen Reiches. Reichskanzler Otto von Bismarck erklärt das vom Bremer Kaufmann Anton Lüderitz 1883 erworbene Gebiet zum Schutzgebiet.


1837 - Erstes Teilstück der ersten deutschen Fernbahnlinie von Leipzig nach Dresden er­Ã¶ffnet (Baubeginn 1835, Fertigstellung 1839).


1547 - In einer entscheidenden Schlacht der Reformationskriege besiegt das Heer Kaiser Karls V. bei Mühlberg (heute in Brandenburg) die Truppen des protestantischen Schmalkal­dischen Bundes, der daraufhin endgültig zerfällt.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Kriegspolitik "Meinen Sohn geb' ich nicht": Warum ich die Rückkehr der Wehrpflicht ablehne

Jan Opielka

19.02.2026, 09:11 Uhr

Ein Vater widerspricht der Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Polen und Deutschland. Warum er seinen 17-jährigen Sohn nicht für Kriegspolitik opfern will. Ein Essay.

Soldaten der Bundeswehr stehen an der Küste auf dem Truppenübungsplatz Putlos.
Christian Charisius

Es ist schon über 30 Jahre her, dass mein verstorbener Vater, Paul Opielka, mir eine Geschichte erzählte. Ende der 1960er-Jahre war er Soldat in der polnischen Armee, da damals die allgemeine Wehrpflicht galt. Mein Vater wollte nicht zum Militär gehen und versuchte auf verschiedene Weise, dies zu vermeiden. Und doch wurde er eingezogen.

Zwar erinnerte er sich Jahre später gerne an seine Kameraden, mit denen er gedient hatte. Aber mehr als das, ist mir eine bestimmte Geschichte aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben, die er erzählte. Mein Vater sprach von polnischen Soldaten, die nach der blutigen Intervention in der Tschechoslowakei 1968 in ihre Kasernen zurückkehrten. Er erzählte mir, dass er in den Augen dieser Soldaten Scham gesehen habe. Er hatte das Gefühl, dass sie sich dafür schämten, dass sie entgegen ihrer Überzeugung dazu benutzt worden waren, die Revolution, den Widerstand und den Protest der Tschechoslowaken zu unterdrücken. Mein Vater erzählte mir, dass sowohl er als auch viele junge Männer seines Jahrgangs dankbar waren, dass sie "zu spät" einberufen worden waren, dass sie nicht dorthin fahren mussten, um die Zivilbevölkerung zu pazifizieren. Tiefe Scham ist ein fundamentales Erlebnis.

Für mich persönlich wurde diese Geschichte zum Kernargument, das ich 1997 bei meiner Verweigerung des Wehrdienstes in Deutschland schriftlich auf drei Seiten Papier vorbrachte. Als deutscher Staatsbürger - wir lebten seit neun Jahren in Deutschland, waren zuvor als Spätaussiedler aus Polen nach Deutschland gezogen - war ich grundsätzlich dazu verpflichtet. Nicht nur empfand ich den Zivildienst im sozialen Bereich als sinnvoller - ich arbeitete in einer Schule für blinde und behinderte Kinder. Auch wollte ich schlicht nicht zum Militär. Ich wollte und will keine Waffe in die Hand nehmen und mich mit der Möglichkeit konfrontieren, dass ich sie benutzen muss. Ich war und bin nicht bereit, bedingungslos die Befehle meiner Vorgesetzten, höherrangiger Militärs, und im Grunde genommen von Politikern, zu befolgen. Zudem bin ich, was meine Staatsangehörigkeit wie auch mein Gefühl betrifft, sowohl Pole als auch Deutscher. Im Falle eines Konflikts zwischen beiden Ländern, so schwer vorstellbar das auch sein mag - von welcher Seite aus sollte ich schießen?

Ich schreibe all dies, weil ich meine eigene Position zu der Tatsache definieren muss, dass in Polen, wo ich mit meiner Familie lebe, eine Diskussion über die Wiedereinführung oder vielmehr die Aufhebung der seit 2010 ausgesetzten allgemeinen Wehrpflicht für junge Menschen am Anfang ihres Erwachsenenlebens geführt wird. Die Diskussion, an deren Ende ich die Wiedereinführung der Wehrpflicht befürchte, ist eine ganz ähnliche wie in Deutschland, wo die Aussetzung ein Jahr später erfolgte. Eine sinnvolle Maßnahme. Wenig sinnvoll war es indes, den Zivildienst mitzukassieren, der manchen meiner Bekannten und Freunde sowie mich nachdrücklich und durchaus positiv geprägt hat.

Unser Sohn ist 17 Jahre alt, und wenn eine solche Wehrpflicht gesetzlich eingeführt würde, wäre er in wenigen Monaten davon betroffen. Meine Position in dieser Frage ist klar. Ich will nicht und werde nicht zulassen, dass unser Sohn jemals gezwungen wird, auf andere Menschen zu schießen, die er nicht kennt; ob nun in polnischer oder deutscher Uniform. Auch er will es nicht. Und ich hoffe, dass er auch dann noch so denken wird, wenn er ein junger, aber erwachsener Mann ist.

Deine Ethik ist nicht meine

Grundlegend für die Frage, ob man den Militärdienst überhaupt verweigern kann, ist eine Vorfrage. Sie lautet: Haben der Staat, die Regierung oder die Gesetze meines Landes das Recht, mich zu zwingen, zum Militär eingezogen zu werden und im Falle eines bewaffneten Konflikts oder eines offenen, umfassenden Krieges für die Verteidigung oder die Interessen des Landes oder für irgendetwas anderes zu kämpfen? Auf welcher Grundlage haben Staaten dies in der Vergangenheit getan, tun es heute und möchten es morgen tun: junge Männer zum Militär einziehen, auch gegen ihren Willen?

Eines der Hauptargumente für die Wehrpflicht, auch gegen den Willen der Betroffenen, ist die Souveränität des jeweiligen Staates gegenüber seinen Bürgern. Diese Souveränität und Macht, beispielsweise die Steuerpflicht, die Schulpflicht, die Pflicht zur Einhaltung der geltenden Gesetze des Staates - oder vielleicht auch die allgemeine Wehrpflicht, die, wie wir sehen werden, etwas anderes ist -, kann der Staat nur dann durchsetzen, wenn er seinen Bürgern seinerseits angemessene Ressourcen (Infrastruktur, Schulen, Gerichte) und insbesondere Sicherheit gewährleistet, und zu diesem Zweck eine entsprechende Politik betreibt.

Soldaten nehmen an der Nato-Übung "Steadfast Dart 26" teil.
Fabian Bimmer/dpa

Evan Arnet, Philosoph und Historiker, fasst diese Logik in einfachen Worten zusammen. "Wenn die Wehrpflicht als etwas gerechtfertigt werden kann, das die Bürger dem Staat schulden, bedeutet dies, dass der Staat seinen Teil der Vereinbarung erfüllen muss. Ein Staat, der seinen Bürgern dient, ist am besten in der Lage, im Gegenzug um ihren Dienst zu bitten. Ein korruptes oder tyrannisches Land, ein ungerechter Krieg - all das kann die Rechtmäßigkeit der Wehrpflicht infrage stellen." Wir haben aber kein tyrannisches Land, weder in Polen noch in Deutschland, und es gibt zwar Korruption, aber deren Ausmaß ist relativ und nicht entscheidend, während wir bei einem "ungerechten Krieg" innehalten sollten. Anhalten an der Haltestelle Gerechtigkeit.

Es ist, zumindest in den USA, allgemein bekannt, dass etwa während des Vietnamkrieges der Vereinigten Staaten in den Jahren 1964 bis 1975 die damals geltende allgemeine Wehrpflicht nicht alle gleichermaßen betraf. Söhne aus privilegierten Familien konnten viel häufiger davor bewahrt werden, in den Krieg geschickt zu werden. Junge Männer aus den unteren sozialen Schichten, insbesondere arme schwarze Amerikaner, kämpften und starben in Vietnam viel häufiger als diejenigen aus oberen sozialen Schichten.

So diente beispielsweise der spätere US-Präsident von 2001 bis 2009, George W. Bush, während dieses Krieges, allerdings unter sicheren Bedingungen im Inland, bei der Air National Guard in seinem Heimatstaat Texas. In seiner Autobiografie "Decision Points" schreibt Bush, dass er bereit war, seinem Land zu dienen, dies aber lieber als Kampfpilot tun wollte und nicht als "Infanterist, der durch Reisfelder watet". Das heißt, als Pilot von Luftfahrzeugen, die nie für den Einsatz im Ausland vorgesehen und auch keiner äußeren Gefahr ausgesetzt waren. Denn wer sollte die USA angreifen?

Heute ist es in der Ukraine ähnlich. Viele Ukrainer, die es sich leisten können, zahlen den zuständigen Einberufungsbehörden, anderen Beamten oder Grenzschützern Bestechungsgelder, damit sie nicht eingezogen werden oder das Land verlassen können. Die ukrainische Regierung von Präsident Selenskyj versucht dabei immer rigoroser, die Umgehung der Wehrpflicht zu verhindern - und je schwieriger es wird, sich zu drücken, desto mehr Menschen aus den unteren sozialen Schichten, ohne Geld, Beziehungen und Know-how, werden eingezogen.

Im Sommer 2024 sprach ich mit dem 47-jährigen Oleg Kowalczuk (Name geändert), der in Polen lebt. Er war damals innerlich zerrissen. Der Mann aus der Nähe von Saporischschja im Südosten der Ukraine kam kurz vor Kriegsbeginn 2022 in meine Region in Polen, nach Oberschlesien. Er erzählte mir damals, dass er sich verloren fühle, obwohl er hier in Polen einen festen Job in einem Industriebetrieb und eine Wohnung habe, auch seine Frau und die Kinder seien hier. "Ich habe in der Ukraine nichts, wohin ich zurückkehren könnte, und hier habe ich bei null angefangen. Ein Freund von mir lebte auch hier in Polen, aber er ist zurückgekehrt und wurde an die Front geschickt. Ich habe mit ihm telefonisch Kontakt gehalten, aber seit einigen Wochen kann ich ihn nicht mehr erreichen."

Das Schlimmste, sagte er, sei, dass es sich um einen Krieg "zwischen Brüdern" handele, da in der Ukraine Ukrainer und Russen leben und "bei uns alles durcheinander war". Kowalczuk wollte nicht in die Ukraine zurückkehren, weil er meinte, dass er dann nicht mehr zurückkommen würde. Obwohl er mir körperlich gesund erschien, verbrachte er nach eigener Aussage viele Nächte damit, mit anderen Ukrainern zu trinken. "Nicht aus Vergnügen. Aus Verzweiflung."

Kowalczuk erklärte mir nicht im Detail, woher seine Zerrissenheit und sein Alkoholkonsum kamen. Aber ich spürte, dass es auch am Druck seiner Umgebung lag. Viele andere Ukrainer, die nicht kämpfen, weil sie es nicht wollen, bestätigen, dass viele ihrer Landsleute, und nicht nur sie, ihnen dies übel nehmen. Für Männer ist es umso schlimmer, vielleicht sogar am schlimmsten, wenn sie als "Feiglinge" bezeichnet werden. Damit ist schwer umzugehen. Ich verstehe, wenn sie zur Flasche greifen.

Die allgemeine Wehrpflicht oder die Zwangsrekrutierung in die Armee lassen sich also in zwei Kategorien einteilen: die Rekrutierung von Personen, die damit einverstanden sind, einerseits, und die Rekrutierung oder der Versuch der Rekrutierung von Personen, die nicht dienen wollen, andererseits.

Auch wenn die späteren Folgen der Rekrutierung und möglicher Kämpfe, Verletzungen und Leiden für alle ähnlich sein mögen, gibt es doch einen grundlegenden Unterschied. Dieser wird von Samuel Christopher Rogers vom Fachbereich Friedensforschung des Trinity College in Dublin und Ralph Hurley O'Dwyer vom irischen Gesundheitsministerium beschrieben. In einem Brief, der in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, schreiben sie: "Die Wehrpflicht ist kein ethisch neutraler Bestandteil des Krieges, sondern stellt an sich schon eine Krise der öffentlichen Gesundheit dar. Durch die Beseitigung der moralischen Handlungsfähigkeit und körperlichen Autonomie einzelner Bürger stellt die Wehrpflicht eine Form struktureller Gewalt dar und verstärkt die Belastungen, denen freiwillige Soldaten bereits ausgesetzt sind. Eine dieser Belastungen ist das moralische Trauma, also das Leiden, das dadurch entsteht, dass man gegen seine eigenen ethischen Überzeugungen handeln muss. Dieser Begriff, der erstmals in Bezug auf amerikanische Wehrpflichtige während des Vietnamkrieges geprägt wurde, ist eng mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), Depressionen und dem Missbrauch psychoaktiver Substanzen verbunden."

Weiter schreiben die Autoren in Bezug auf den Krieg in der Ukraine: "Die Schäden, die durch die Wehrpflicht entstehen, gehen über den Einzelnen hinaus und betreffen die gesamte Gesellschaft. Als sozialer Faktor, der die Gesundheit bestimmt, trägt sie zu langwierigen Krankheiten bei, belastet die Gesundheitssysteme und entfernt junge, gesunde Menschen aus dem Arbeitsmarkt, wodurch sowohl die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit als auch die Widerstandsfähigkeit der öffentlichen Gesundheit geschwächt werden. Schließlich kann die Trennung von Kindern und Vätern die ohnehin schon erheblichen psychosozialen Auswirkungen des Krieges auf Kinder in der Ukraine noch verstärken."

Rogers und O'Dwyer kommen zu einem recht eindeutigen Schluss: "Die dokumentierten Schäden widerlegen jede Annahme, dass die Wehrpflicht ethisch neutral sei. Als staatliche Politik verstößt sie gegen die vier am häufigsten anerkannten Grundsätze der modernen medizinischen Ethik: Autonomie, Nichtschaden, Wohltätigkeit und Gerechtigkeit."

Krieg und Rebellion

Ich möchte die oben genannten ethischen, gesundheitlichen und rechtlichen Argumente sowohl mit vergangenen als auch mit aktuellen Kriegen in Verbindung bringen. Also mit der (vergangenen) Realität des Massensterbens.

Die Weltgeschichte ist voller Ereignisse, die zeigen, dass die Verweigerung des Militärdienstes Leben retten und sogar Kriege beenden könnte. Wenn man sich die Ereignisse des Ersten Weltkriegs ansieht, in dem fast 17 Millionen Menschen, hauptsächlich junge Männer, ums Leben kamen und 20 Millionen Menschen verletzt wurden, drängt sich die Schlussfolgerung auf - wenn man sie sehen will. Was wäre passiert, wenn ein bedeutender Teil der Männer, die auf deutscher, französischer, russischer, britischer und österreichisch-ungarischer Seite kämpften, sich 1914 und später geweigert hätte, an die Front zu gehen? Wie hätten die herrschenden Eliten, die selbst nie an die Front gehen, diese Menschen zu einem sinnlosen Kampf zwingen können? Und wie hätte eine qualifizierte Minderheit gewöhnlicher Soldaten, wenn es eine solche gegeben hätte, dies verhindern können? Wenn sie den einen entscheidenden Befehl verweigert hätten. Den Befehl. Dumm, unverantwortlich, verbrecherisch, tödlich. Aber ein Befehl.

Am Ende des Krieges verweigerten deutsche Soldaten tatsächlich den Gehorsam. Leider erst am Ende des Krieges und natürlich nicht alle. Konkret taten dies Soldaten der Marine in Kiel, denen befohlen worden war, zu einem weiteren, zum Scheitern und Tod verurteilten Kampf gegen die britische Flotte auszulaufen. Dieses Ereignis von Ende November 1918, bekannt als Kieler Matrosen- und Arbeiteraufstand, verbreitete sich blitzschnell in ganz Deutschland, löste die Novemberrevolution mit aus und führte wenige Tage später zum Untergang des Kaiserreichs und zum Ende des Krieges.

Noch einmal: Leider erst nach über vier Jahren. Natürlich weigerten sich die Soldaten, als die wirtschaftliche und soziale Lage im Land katastrophal war und für die meisten bereits klar war, dass dieser Krieg verloren war, insbesondere nach dem Eintritt der USA. Und natürlich war die Meuterei dieser Soldaten nicht der einzige Grund für die Kapitulation Deutschlands - aber sie war einer der Hauptkatalysatoren.

Die Frage ist: Haben der deutsche Kaiser Wilhelm II. und seine Regierung zuvor die Bedingungen erfüllt, die Evan Arnet darlegt? Hat der vom Kaiser regierte Staat den Interessen seiner Bürger gedient, indem er Millionen von ihnen in diesen Krieg geschickt hat? Damals wie auch bei jedem anderen Krieg bis heute wird viel zu selten die Frage gestellt: Wer entscheidet und wer kämpft - und warum sind das nicht dieselben? Vier Jahre lang entschieden die politischen und militärischen Eliten, die nicht kämpften, sondern andere in den Tod schickten. Als diejenigen, die zum Kampf verdammt waren, die Entscheidung selbst in die Hand nahmen, endete der Krieg. Es ging um ihr Leben. Oder ihren Tod.

Wie lässt sich dieses Argument - Rebellion gegen Befehle - auf die heutige Situation übertragen? Wenn sie in der Ukraine rennen, spähen, zielen, den Finger am entsicherten Abzug.

Wenn im Dunkeln, ein schiefer Schrei, befehlend droht: "Hör auf mich: wenn nicht du ihn heute dort, er hier morgen, wird töten - dich." Ist es schwierig, dies nicht zu glauben? Ist es noch schwieriger, sich zu widersetzen? Am schwersten ist es wohl, sich zu weigern.

Warum ist dies so schwierig?

Weil bei einer tatsächlichen oder vermeintlichen Bedrohung der nationalen Gemeinschaft ein großer Teil der Bevölkerung ganz natürlich das Gefühl hat, dass die Bürger Teil eines Verteidigungsschildes sein oder werden sollten. Sie müssen in diesem Denken bereit sein, unser Land, unsere nationale Gemeinschaft, unser Gebiet, das von einer sichtbaren und unsichtbaren Grenze umgeben ist, auch mit Waffen in der Hand zu verteidigen. So wie wir uns gegen einen Eindringling verteidigen würden, der mit Gewalt in unser Haus will. Dass eine Gefahr für unsere europäischen Völker besteht, wird uns von Politikern und Medien vermittelt. Und diese Gefahr scheint tatsächlich zu bestehen, konkret gesagt: die Gefahr eines möglichen Krieges mit Russland. Wenn diese Gefahr jedoch tatsächlich besteht, darf man diesen schleichenden Zustand nicht aus dem größeren Zusammenhang herausreißen, den die meisten Politiker und Medien außer Acht lassen, indem sie wichtige Fakten verkürzen und auslassen und ein schwarz-weißes Bild zu ihrem und vermeintlich unserem Vorteil zeichnen.

Die Mutter des gefallenen Soldaten Andriy Ohorodnyk wischt sich Tränen ab, während sie am Valentinstag rote Herzen an einen Baum bindet.
Efrem Lukatsky/dpa

Ich müsste nun etwas länger bei diesem Krieg verweilen, um zu begründen, warum ich nicht zulassen werde, dass unser Sohn Soldat wird. Denn es ist ein Krieg, mit dem ich mich in den letzten vier Jahren beruflich als Journalist recht intensiv beschäftigt habe und der einen nicht unerheblichen Teil meines Denkens und meiner Arbeit geprägt hat. Der Versuch, ihn gründlich zu durchdringen, hat mir viele, viele kleine Wahrheiten gezeigt, die ich nach 20 Jahren Arbeit als Journalist und Autor und nach einem Vierteljahrhundert, seit ich mich ernsthaft mit Politik befasse, so umfassend wie möglich zu verstehen versuche.

Dieser Krieg zeigt deutlich, warum Kriege als solche geführt werden, warum sie nicht verhindert oder rechtzeitig beendet werden. Und warum ich niemals zulassen werde, dass mein Sohn sich für die fatalen Fehler der Vergangenheit und der Gegenwart opfert - nicht für seine eigenen Fehler, sondern für die verwerflichen Fehler anderer. Ich werde an dieser Stelle nicht die expliziten Hintergründe der westlichen Politik gegenüber Russland und der Ukraine darlegen, weil es den Raum sprengen würde - ich habe dies in etlichen Beiträgen auch für die Berliner Zeitung bereits getan, und führe dies in einer Langfassung dieses Beitrags für Interessierte an anderer Stelle explizit aus.

Meine grundlegende Schlussfolgerung für den großen Krieg Russlands gegen die Ukraine lautet: Die Politik unserer Regierungen - in Polen, in Deutschland - und der mit ihnen verbündeten Länder, allen voran der USA, hat in der Vergangenheit und heute zu einer Erhöhung der Gefahr für unsere Sicherheit beigetragen. Dieser Krieg ist zu einem erheblichen Teil das Ergebnis der Politik, den westlichen, amerikanisch-europäischen Einflussbereich auszuweiten. Ohne Berücksichtigung dieses Kontextes - dass Russland sich durch die Ausweitung des Einflussbereichs des Westens auf die Ukraine und den Versuch der Einbindung in das Militärbündnis der Nato bedroht fühlte, das bereits während des Krieges in Serbien 1999 zeigte, dass es in der Lage und gewillt ist, unter Verletzung des Völkerrechts Kriege zu führen -, verliert sich die Wahrheit über die Ursachen dieses Krieges im Nebel.

Was ist seitdem passiert? Vier Jahre Krieg. Das ist fast so lang, wie der Erste Weltkrieg gedauert hat. Und nicht nur in diesem Zusammenhang erinnert der Krieg in der Ukraine an das katastrophale Gemetzel von 1914 bis 1918. Sondern auch darin, dass junge Menschen sterben, insbesondere junge Männer. Sie sterben, wie damals, in Schützengräben, in gewöhnlichen Schützengräben.

Während sie sterben, diskutieren und entscheiden Politiker: weitere Verschärfungen der Sanktionen gegen Russland, weitere Waffenlieferungen an die Ukraine, weitere Bedingungen, die ohne noch mehr unzählige Todesfälle nicht zu erfüllen sind. Der allgemeine Nicht-Dialog der EU-Länder mit Russland ist verwerflich - und unverantwortlich. Die EU-Zentrale in Brüssel verbietet den Staaten der Europäischen Union de facto jeglichen Kontakt zu Moskau. Sie selbst ist als verantwortungsbewusster politischer Akteur nicht in der Lage, sich für die Interessen ihrer Bürger einzusetzen. Diese Interessen sind eine friedliche Beendigung dieses Krieges und eine grundlegende Deeskalation, nicht eine Eskalation bis zu dem Punkt, an dem wir Russland in jeder Hinsicht überlegen sein werden.

Polens Präsident Karol Nawrocki sagte im Sommer 2025 anlässlich der 105. Feierlichkeiten zum Sieg über die bolschewistische Russische SFSR bei Warschau im Jahr 1920: "Das polnische Volk weiß, dass der Widerstand gegen den russischen Imperialismus nicht nur eine wirtschaftliche Frage ist - er betrifft das Wesen der menschlichen und nationalen Freiheit. Freiheit ist unbezahlbar. Man kann sie weder kaufen noch verkaufen. Man muss sie verteidigen. Das ist die polnische Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. [...] Deshalb werden wir uns niemals dem russischen Imperialismus unterwerfen und deshalb stehen wir an der Seite der Ukraine, um ihre Freiheit zu verteidigen - damit Europa wieder vereint, frei und friedlich wird. Russland ist nicht unaufhaltsam. Russland ist nicht unbesiegbar."

Das heißt: Russland besiegen? In wie vielen Jahren? Auf welche Weise? Wer bezahlt dafür und wer muss künftig dafür bezahlen - mit Ressourcen, Gesundheit und Leben? Heute bezahlen vor allem die Söhne ukrainischer Väter und Mütter, Brüder, Väter, Ehemänner, Freunde, Menschen, die leben wollen, aber durch russische Hand getötet werden. Und in Zukunft soll mein Sohn dafür bezahlen, der heute 17 Jahre alt ist und wie seine Altersgenossen gerade erst das Leben lernt? Er und seine Freunde sollen mit 18 Jahren in die Armee eintreten und militärisch ausgebildet werden, in dem Bewusstsein, dass irgendwo, Hunderte von Kilometern entfernt, ein Feind lauert, den sie töten müssen, wenn es zu einer Ausnahmesituation kommt?

Ich sage entschieden: Nein! Mein Sohn wird nicht für die verwerfliche Politik des großen Lagers der westlichen Freiheit bezahlen. Und ich würde mir sehr wünschen, dass viele so denken - bei uns, in Deutschland, in Frankreich, in der Ukraine und in Russland. Warum?

Annäherungen und Kompasse

Vor einigen Wochen kam ein Gast zu uns. Er kommt aus Spanien und ist 16 Jahre alt. Sein Besuch ist das Ergebnis einer der sinnvollsten Ideen der Europäischen Union, nämlich des Erasmus-Programms, das den Austausch und gegenseitige Besuche von Schülern (sowie Studenten und wissenschaftlichem Personal) aus verschiedenen Ländern der Gemeinschaft finanziert. Die jungen Menschen besuchen sich gegenseitig und wohnen für eine gewisse Zeit bei einem Freund oder einer Freundin aus einem anderen Land.

Dieses Programm bewirkt - wenn sich die Jugendlichen darauf einlassen und von Lehrern und Eltern unterstützt werden -, dass sie beginnen zu erkennen oder ihre Überzeugung vertiefen, dass Menschen anderer Nationalität genauso sind wie sie selbst. Dieser Prozess, der die Bindungen zwischen jungen Menschen, die im Alltag weit voneinander entfernt sind, stärkt, kann bewusst stattfinden, berührt aber sicherlich auch die Schichten des kollektiven Unbewussten, über die Carl Gustav Jung geschrieben hat. Denn darin ist seit Jahrtausenden, eher seit Hunderttausenden von Jahren, verankert, dass wir alle miteinander verbunden sind und nationale Grenzen eine relativ späte Erfindung des Menschen sind. Sie erleben, dass uns abgesehen von der Sprachbarriere, die heute recht leicht zu überwinden ist, nicht nur vieles, sondern fast alles verbindet. Uns verbinden grundlegende Rechte, Vorstellungen vom Leben, Ängste, Wünsche, Ziele und allgemeine Normen.

Selenskyj gedenkt an einem Mahnmal gefallener ukrainischer Soldaten der Opfer des Krieges und legt Blumen nieder.
President of Ukraine/imago

Stellen wir uns also für einen Moment vor, dass das Erasmus-Programm nicht nur, wie es heute der Fall ist, für einen Teil der jungen Menschen bestimmter Jahrgänge bestimmt, sondern für alle Schüler in der EU obligatorisch wäre. Die Union kann sich die Finanzierung leisten - insbesondere mit einer angemessenen Friedenspolitik. Stellen wir uns außerdem vor, dass dieses Programm vor dem Krieg in der Ukraine 30 Jahre lang in einer erweiterten Version funktioniert hätte und auch den Austausch mit Russland und der Ukraine umfasst hätte. Wie viele junge Polen, wie viele junge Deutsche, wie viele junge Spanier, wie viele junge Slowaken hätten russische Gleichaltrige kennengelernt, die ganz wie sie sind? Wie viele mehr würden heute angesichts einer möglichen allgemeinen Wehrpflicht "Nein" sagen?

Ich erinnere mich noch an ein anderes, früheres Treffen mit einem jungen Ukrainer. Es war damals vielleicht der vierte oder fünfte Monat des Krieges. Wir sprachen darüber, wie lange er schon in Polen lebte. In seinen Augen sah ich einen inneren Konflikt. Denn dieser junge Mann, er war etwa 25 Jahre alt, grübelte verzweifelt darüber nach und suchte indirekt auch bei mir nach einer Antwort auf die Frage, ob er zurückkehren und sein Heimatland verteidigen oder hierbleiben sollte, wo er mit seiner Freundin lebte. In Sicherheit bleiben. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Worte, die ich damals zu ihm gesagt habe, ich weiß nicht einmal, ob es meine Worte an ihn waren oder eher meine Gedanken, deren Inhalt in etwa so lautete: "Es ist gut, dass du hier bist. Diejenigen, die andere in den Krieg und in den Tod schicken, gehen selbst nicht mit Waffen an die Front. Diejenigen, die in sicheren Zentren Mut fordern, aber nicht den eigenen. Sie sagen: Den ungerechten Krieg gewinnen wir und ihr, aber nur durch Tod - den deinen."

Unser Sohn wird weder in die polnische Armee noch in irgendeine andere Armee eintreten. Denn er soll weder sein Leben noch das Leben anderer Menschen für die falschen Entscheidungen derer riskieren, die nicht mit eigenen Händen kämpfen. Das tun sie nie. Sie halten sich fern von der Gefahrenzone, von der Frontlinie. Deshalb treffen sie Entscheidungen, die für andere tödlich sind, nicht für sich selbst. In seinen letzten Lebensjahren zitierte mein Vater immer wieder, verbittert, einen Gedanken von Literaturnobelpreisträger George Bernard Shaw: "Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen."

In Polen und in Deutschland lautet die Rhetorik der Regierungen: Wir wollen Frieden. Die Politik der letzten Jahre geht jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Als Bürger unserer Länder haben wir das Recht darauf - und die Politiker die Pflicht dazu -, dass Politik gemacht wird, die auf Frieden und nicht auf Krieg ausgerichtet ist. Dazu sind Diplomatie, Kompromisse und ein Handeln erforderlich, das nicht auf der Grundlage eines Schwarz-Weiß-Malens der Welt, auf ewigen Feinden und vermeintlichen Freunden basiert.

Und ja, ich weiß, dass es in unserer Welt notwendig ist, Armeen, Sicherheitskräfte und Abschreckungsmittel zu haben. So ist unsere durch Machtgier entstellte Welt nun einmal. Doch es bedeutet nicht, dass wir den Missbrauch dieser Armeen - sie besteht aus Menschen - durch falsche Politik akzeptieren müssen. Und es bedeutet nicht, dass wir die Reihen der Armeen unserer Länder mit unserem eigenen Fleisch und Blut noch verstärken müssen, um damit die Wahrscheinlichkeit von Kriegsausbrüchen noch zu steigern und die Menschen zu militarisieren, sodass sie sich gegenseitig fürchten und hassen, obwohl sie sich nicht kennen. Ich hoffe, dass viele Menschen ähnlich denken - in Polen, aber auch in Deutschland, wo eine ähnliche Diskussion über die Aufhebung der Wehrpflicht geführt wird, oder in der Ukraine und in Russland. Ich hoffe, dass wir unsere Söhne, und Töchter, nicht gegen ihren und unseren Willen opfern werden.

Postskriptum

Józef Rotblat, der heute in Polen fast unbekannte Friedensnobelpreisträger von 1995, war Pole, Jude und wurde nach dem Krieg auch Brite. Er kämpfte gegen die Verbreitung von Atomwaffen, war Mitbegründer und vier Jahrzehnte lang Vorsitzender und Hauptfigur der Pugwash-Organisation. Diese Organisation leistete während des Kalten Krieges einen wesentlichen Beitrag zur Deeskalation und zur Schaffung von Abkommen zur Begrenzung des Baus von Atomwaffen, zu gegenseitigen Kontrollen zwischen Staaten und Blöcken sowie zu geltenden Regeln zur Vermeidung militärischer Konflikte. Rotblat, von Haus aus Physiker, sagte am Ende seines ereignisreichen Lebens etwas Wichtiges, etwas Wahres, das die heute sich wie dreckiges Öl im Meer überall sich ausgießende Überzeugung widerlegt: "Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor." Nein. "Wenn du Frieden willst, bereite dich auf Frieden vor", sagte er. "Nur so können wir die Zukunft der Menschheit retten."

Auf Frieden bereitete man sich in Deutschland einst, indirekt, etwa im Zivildienst, vor. Diese Dienstpflicht sollte unbedingt wieder greifen, und zwar für alle jungen Erwachsenen. Bis zu seiner Aussetzung in Deutschland bestanden viele Zivi-Stellen, analog zum Freiwilligen Sozialen Jahr für Mädchen, in Tätigkeiten mit und für Menschen, häufig im Sozial- oder Pflegebereich. So lernten Millionen junger Leute an der Schwelle zum erwachsenen Leben, dass andere Leben zählen und schützenswert sind. Zumindest in späteren Jahren kann man dann reflektieren, dass es im Kern eine tolle Pflicht ist, selbst und zumindest zeitweilig ein Teil dieses Schutzschildes zu sein. In diesem Fall: Dienst zum Leben.


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