Namenstag
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Kalenderblatt
2023 - Oscars: "Im Westen nichts Neues" ist bester internationaler Film.
2019 - Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max müssen nach Abstürzen in Indonesien und Äthiopien am Boden bleiben.
2013 - Der 76-jährige argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio wird zum neuen Papst gewählt. Er gibt sich den Namen Franziskus.
2008 - Die dritte Islamkonferenz in Berlin einigt sich auf die Einführung von islamischem Religionsunterricht an den Schulen.
2003 - Der Bundestag beschließt die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten an Samstagen um vier Stunden bis 20 Uhr.
1991 - Margot und Erich Honecker werden nach Moskau ausgeflogen.
1988 - In Japan wird der bis dahin längste Unterwassertunnel der Welt eröffnet. Der 53,85 Kilometer lange Eisenbahntunnel verbindet die Inseln Honshu und Hokkaido.
1954 - Im Norden Vietnams beginnt der Kampf um die Festung Dien Bien Phu zwischen Franzosen und Vietnamesen. Die Niederlage der Franzosen am 7. Mai beendet den Indochina-Krieg.
1943 - Ein Attentat des Oberst Henning von Tresckow auf Hitler scheitert. Die in das Flugzeug des Diktators geschmuggelte Zeitzünderbombe versagt.
1938 - Anschluss Österreichs an Deutschland.
1920 - Wolfgang Kapp und General v. Lüttwitz zwingen die Reichsregierung zur Flucht. Der Putsch scheitert am 17. März.
1881 - Der russische Zar Alexander II. wird bei einem Sprengstoffattentat der revolutionären Bewegung »Narodnaja Wolja« (Volkswille) in St. Petersburg getötet.
1848 - Bei der Märzrevolution in Wien wird Staatskanzler Fürst von Metternich zum Rücktritt gezwungen. Er flieht nach England.
Anderer Blick der Woche
Paolo Becchi
21.01.2026 , 10:19 Uhr
Andrey Popov/Panthermedia/Imago
Rom, einst eine blühende Metropole mit einer Million Einwohnern, schrumpfte im 6. Jahrhundert auf nur noch 30.000. Die Gesamtbevölkerung des römischen Reiches sank im 5. Jahrhundert von etwa 55 bis 60 Millionen auf nur noch 25 bis 30 Millionen. Droht Europa ein ähnlicher Niedergang?
Dieser demografische Zusammenbruch machte das Reich nämlich besonders anfällig. Es war nie, wie es oft beschrieben wird, ein "Melting Pot". Zwar versuchte das Römische Reich, Zuwanderung zu steuern, anfangs mit Erfolg, doch langfristig war es nicht in der Lage, dies aufrechtzuerhalten, und stürzte schließlich. Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert gerieten die Migrationsströme außer Kontrolle, was das Ende des Reiches mitbegründete. Diese Wellen der Migration waren ein entscheidender Bestandteil der Krise, die das Reich unaufhaltsam schwächte und schließlich zum Zusammenbruch führte.
Felix Kästle/dpa
Die Unfähigkeit, Migration zu kontrollieren, destabilisierte das Römische Imperium. Und auch die demografische Krise spielte eine entscheidende Rolle dabei, das Reich für die barbarischen Invasionen besonders anfällig zu machen. Dies ist keine besonders originelle These: Sie wird in der Fachliteratur vielfach diskutiert und ist unter Historikern allgemein anerkannt. Doch diese Beobachtung führt zu einer ernüchternden Feststellung: Trotz der Unterschiede zwischen damals und heute gibt es eine deutliche Analogie zur gegenwärtigen Situation.
Zwar sind die barbarischen Invasionen, die das Römische Reich zu Fall brachten, eine andere Erfahrung als die heutigen Migrationsströme, aber eines haben beide Szenarien gemeinsam: die demografische Krise. Auch die EU sieht sich heute mit dieser Realität konfrontiert: niedrige Geburtenraten, eine alternde Bevölkerung und ein Geburtenrückgang, bei dem mehr Menschen sterben als geboren werden. Dieses Phänomen betrifft nahezu alle europäischen Länder.
Paolo Becchi (Genua, 1955) ist Philosoph und lebte längere Zeit in Deutschland, erst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Rechts- und Sozialphilosophie und am Lehrstuhl für praktische Philosophie der Universität des Saarlandes, dann als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Er war ordentlicher Professor für Rechtsphilosophie an der Universität Genua.
Im Jahr 2024 umfasst die Bevölkerung der EU etwa 449 Millionen Menschen, darunter rund 45 Millionen Migranten aus Nicht-EU-Staaten - das entspricht etwa 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dies mag zunächst wenig erscheinen, doch es handelt sich um einen Zuwanderungsstrom, der der Größe eines mittelgroßen europäischen Landes wie Dänemark entspricht.
Der Trend setzt sich fort und wächst noch weiter. Während die Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern zunimmt, verlassen gleichzeitig gut ausgebildete Europäer die Union und wandern in Länder außerhalb der EU aus. Für 2024 wird eine Zahl von über 600.000 Menschen erwartet, und auch für 2023 gibt es entsprechende Bestätigungen dieser Tendenz.
Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa
Doch in Wahrheit ist die "Invasion" längst im Gange, nicht durch die Russen, sondern durch Migranten aus Afrika und muslimischen Ländern. Diese Menschen sprechen nicht nur die Sprachen der europäischen Länder nicht, sondern teilen auch nicht die religiösen, kulturellen oder traditionellen Werte der meisten europäischen Gesellschaften. Ich möchte keineswegs ein Urteil über diese Bevölkerungsgruppen fällen, sondern nur darauf hinweisen, wie schwierig es ist, ihre Kulturen und Traditionen mit unseren zu vereinen.
Europa hat einen langen Prozess der Säkularisierung und Modernisierung durchlaufen, der Jahrhunderte gedauert hat. Die Migranten hingegen kommen oft aus Gesellschaften, in denen noch restriktive soziale und familiäre Normen das tägliche Leben bestimmen. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten.
Ist dies das Ende Europas? Unsere Realität scheint immer grenzenloser zu werden. Einerseits sind die Nationalstaaten gezwungen, ihre Souveränität zugunsten einer zunehmend unklaren Identität der Europäischen Union aufzugeben, dem "sanften Monster Brüssel", von dem Hans Magnus Enzensberger sprach. Andererseits werden sie von einer riesigen Zahl von Menschen überflutet, mit denen wir nur noch - und das ist bestimmt nicht wenig - die gemeinsame Zugehörigkeit zur Menschheit teilen.
Natürlich können wir uns noch im Sinne des kantischen Kosmopolitismus in der gemeinsamen Menschlichkeit wiedererkennen. Aber dieser "abstrakte Universalismus", wie Hegel ihn nannte, reicht nicht aus, um friedlich in einer politischen Gemeinschaft zu leben. Wäre es für die Welt eine Bereicherung, wenn alle Unterschiede der verschiedenen Völker in einer gleichgültigen Einheit verschwinden?
Es ist heute legitim, sich diese Fragen zu stellen. Das Problem liegt jedoch nicht in den Fragen selbst, sondern darin, dass es keine Antworten gibt. Die Europäische Union riskiert ernsthaft, das gleiche Ende wie das Römische Reich zu erleiden. Es wird nicht das Ende der Geschichte sein, aber es wird sicherlich der Beginn einer ganz anderen Geschichte.
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