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2012 - Das BverfG urteilt, dass auch für internetfähige Computer Rundfunkgebühren anfallen.


1990 - Die DDR-Volkskammer tagt zum letzten Mal. Die Ständigen Vertretungen in Ost-Berlin und Bonn werden geschlossen. Die Nationale Volksarmee löst sich offiziell auf


1954 - Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und die NATO-Aufnahme werden beschlossen.


1944 - Der am 1. August begonnene «Warschauer Aufstand» der national-polnischen Heimatarmee gegen die deutsche Besatzung endet mit der Kapitulation der Polen.


1940 - Die dt. Besatzer ordnen für die 400.000 jüdischen Bewohner von Warschau die Zusammenführung in einem Ghetto an.


1928 - José Maria Escrivá de Balaguer gründet in Madrid den Laien- und Priesterorden Opus Dei (Werk Gottes).


1911 - An preußischen Schulen wird die Schulstunde auf 45 Minuten gekürzt.


1608 - Hans Lippersheim (auch Lippershey oder Laprey genannt) stellt bei der niederländischen Regierung seine Erfindung des Fernrohrs vor.


1187 - Sultan Saladin nimmt Jerusalem ein, was der Auslöser für den 3. Kreuzzug wird. Der Kreuzzug wird durch einen Friedenschluss im September 1192 beendet.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Debatte um Migration Wir müssen die Zuwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten stoppen

Von Thilo Sarrazin

Stand: 11.09.2026 Lesedauer: 6 Minuten

WELT-Gastautor Thilo Sarrazin
Quelle: picture alliance/Bernd von Jutrczenka; Montage: Infografik WELT/Martin Steinröder

Die illegale Einwanderung hat das Potenzial, Europa zu zerstören. Zur Not muss Deutschland aus dem Schengenraum austreten - sagt Thilo Sarrazin im Pro und Contra mit Grünen-Politiker Max Lucks.

Das Eindringen fremder Völker in bereits besiedelte Regionen hat sich mit der Ausbreitung der Menschen über die Erde regelmäßig wiederholt. Die Grenzen zwischen Einwanderung und Eroberung waren dabei häufig unscharf. Die Neuankömmlinge erhofften sich zumeist ein besseres Leben. Die Ureinwohner fürchteten, oft zu Recht, um Freiheit, Besitz und das eigene Leben.

Das wohlhabende, kinderarme Weströmische Reich zerfiel im 5. Jahrhundert unter dem Ansturm der kinderreichen germanischen Völker und später der Hunnen. Es dauerte 800 Jahre, bis im Hochmittelalter der Lebensstandard Europas wieder auf dem Niveau der späten Antike war. Ganz Kleinasien bis weit hinein nach Syrien war in der Antike rein griechisch besiedelt und zudem in der Spätantike vollständig christlich. Die Eroberungszüge islamischer arabischer Stämme und später der Türken machten dem dortigen Griechentum ein Ende. Heute sind die orthodoxen Kirchen in Istanbul leer, in der gesamten Türkei gibt es vielleicht noch 2000 Griechen.

Ständig mischen sich in der Geschichte Volkstumskämpfe, religiöse Auseinandersetzungen und der Kampf um die politische Vorherrschaft. Auch die Demografie spielte eine große Rolle. Wanderungsbewegungen und Eroberungszüge wurden nicht nur ausgelöst durch die Gier nach fremden Reichtümern, sondern auch durch den Druck der eigenen, jungen, kinderreichen Bevölkerung.

Hier finden Sie die Gegenposition des Grünen-Politikers Max Lucks: Die Naivität, mit der wir auf Migrationskrisen blicken, macht mich fassungslos

Er trug das römisch-christliche Erbe ins Mittelalter: der Franke Karl der Große, hier als Standbild in Aachen, mit den Abzeichen des Reichs
Quelle: Elizabeth Beard/Getty Images

Historische Parallelen darf man nicht zu weit treiben. Das heutige Europa ist nicht das Weströmische Reich, aber wohlhabend, alt und kinderarm ist es schon. Die Afrikaner und Araber, die heute zu Millionen nach Europa wollen, sind nicht wie die Hunnen und Germanen. Aber sie sind kinderreich und vergleichsweise arm und wollen um nahezu jeden Preis nach Europa. Dazu ist ihnen - das illustrierten die Ereignisse in Ceuta - nahezu jedes Mittel recht, auch der Einsatz des eigenen Lebens.

Allerdings gibt es einen Unterschied: Für die Germanen, die das Weströmische Reich zerstörten, wurden die antike Geisteswelt und das Christentum ihre neue Leitkultur. So konnte es eine fruchtbare Symbiose geben, die anderthalbtausend Jahre später Europa an die Spitze des Fortschritts führte und kurzfristig der Weltherrschaft nahebrachte.

Die Millionen Afrikaner, Araber und Afghanen, die bei uns Einlass begehren, sind dagegen überwiegend muslimischen Glaubens. Viele von ihnen fühlen sich in unserer Kultur fremd oder verachten sie. Um zu sehen, was uns erwartet, müssen wir nur auf jene Muslime schauen, die sich im Verlauf der letzten 60 Jahre in Europa angesiedelt haben. Neben vielfachen Integrationserfolgen sehen wir sogar auch in der zweiten, dritten und vierten Generation sehr weit verbreitet: schlechte Bildungsleistung, hoher Sozialleistungsbezug, hohe Gewaltkriminalität, Neigung zu großen Familien und religiösem Fanatismus. Je mehr Einwanderer aus Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten nach Europa drängen, umso geringer wird die Chance auf ihre erfolgreiche Integration, und umso stärker wird die bröckelnde Basis des europäischen Wohlstands weiter erschüttert.

Bezieht man die sozialen Folgekosten mit ein, so war der wirtschaftliche Gesamteffekt der Einwanderung aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika für Deutschland und Europa zweifellos negativ. Dem positiven Beitrag der frühen Gastarbeiter aus der Türkei und Marokko muss man nämlich die Kosten für den Familiennachzug, für die hohe Abhängigkeit von Transfers und für die überdurchschnittliche Kriminalität gegenrechnen. Bei der Zuwanderung aus europäischen Ländern nach Deutschland ist die Bilanz dagegen positiv, und noch positiver ist die Bilanz für Zuwanderung aus Ostasien.

Was uns gesellschaftlich blüht, sehen wir exemplarisch in Berlin: Etwa die Hälfte der Grundschüler hat eine nichtdeutsche Herkunftssprache, und jeder Zweite beherrscht im dritten Schuljahr nicht die Grundfertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen. Das ist wohlgemerkt der Schnitt über alle Berliner Bezirke, quasi die Quersumme aus Grunewald und Neukölln. In ganz Deutschland sinken die Schulleistungen auf breiter Front.

Der Anteil der Eltern, die ihrer Erziehungsaufgabe nachkommen, nimmt ab. Die Zahl der Inobhutnahmen durch die Jugendämter steigt. So kommt es zu Lebensläufen wie dem des 21 Jahre alten Berliner CSD-Attentäters Abdul Ballout: als deutscher Staatsbürger geboren, in einer arabischen Großfamilie aufgewachsen, kulturell nie in Deutschland oder Europa angekommen und Anhänger des IS.

Die Fehler der Vergangenheit sind nicht mehr korrigierbar. Kein denkbares Remigrationsprogramm könnte in Deutschland geborene deutsche Staatsbürger außer Landes bringen. Die Integrationslast, die wir mit denen haben, die schon hier leben, ist ungeheuer groß. Und sie wird auch ohne weitere Einwanderung durch die Demografie ständig größer. Denn die deutschen Bildungsbürger bekommen mit Abstand die wenigsten Kinder und die Bevölkerungsgruppen mit Abstammung Afrika sowie Naher und Mittlerer Osten weitaus die meisten. Auf den Geburtsstationen sind die ethnischen Deutschen heute schon dabei, zur Minderheit im eigenen Land zu werden.

Umso wichtiger wäre es für Deutschland und ganz Europa, künftige Zuwanderung aus Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten weitgehend zu unterbinden. Denn nur so bewahren wir als anhaltend geburtenarme Länder die Chance, von unserer Kultur und Lebensweise einiges zu erhalten. Nur so sind wir künftig noch in der Lage, demokratisch über unsere eigenen Geschicke zu bestimmen.

Was geschehen muss

Nicht auf alle demokratischen Parteien wird dabei Verlass sein. In meiner ehemaligen Partei, der SPD, wächst die Tendenz, sich eher als Partei der Muslime in Deutschland denn als deutsche Arbeiterpartei zu begreifen. Diese Rolle hat sie längst an die AfD abgegeben. Die Grünen sind mehrheitlich sowieso an ihre Multi-Kulti-Illusion verloren, und die CDU/CSU ist dabei, in Migrations- und Identitätsfragen die konservative Meinungsführerschaft an die AfD zu verlieren. Will sie je die Fronten wechseln und sich aus der Knechtschaft der linken Parteien befreien, so kann sie das im Bund und in den meisten Ländern nur noch als Juniorpartner der AfD tun. Das könnte die Partei spalten und in den Untergang treiben.

Dabei wäre ein Politikwechsel, in der Sache gesehen, relativ einfach.

Erstens: Deutschland kündigt die Genfer Flüchtlingskonvention mit dem Ziel, sie auf europäische Länder zu beschränken. So war es nämlich bis 1967. Es tritt ferner aus der Europäischen Menschenrechtskonvention aus und entzieht sich so der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Zweitens: Auf dieser Grundlage weist Deutschland an seinen Grenzen Reisende ohne gültige Einreisepapiere zurück. Wer gleichwohl illegal einreist, erhält keine soziale Unterstützung und wird in Abschiebezentren bis zur Ausreise festgesetzt. Prüfungen auf politisches Asyl finden außerhalb der deutschen Grenzen statt.

Drittens: Deutschland bemüht sich, die Regeln für den gesamten Schengenraum entsprechend zu ändern. Gelingt dies nicht, so tritt es mit Gleichgesinnten aus dem Schengenraum aus.

Ich sehe voraus, dass solch eine Position bei CDU/CSU, SPD und Grünen auf absehbare Zeit nicht mehrheitsfähig ist. Sollte das so bleiben, wächst die Chance der AfD, eines nicht zu fernen Tages den Bundeskanzler zu stellen.

Thilo Sarrazin war von 2002 bis 2009 Berliner Finanzsenator, von 2009 bis 2010 Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und von 1973 bis zu seinem Parteiausschluss 2020 Mitglied der SPD. Im Jahr 2010 veröffentlichte er den Bestseller "Deutschland schafft sich ab". Der WELT-Gastbeitrag ist die Bühne für die kontroversen Debatten unserer Gegenwart. Die Stimmen, denen wir hier Raum geben, bilden nicht immer die Meinung der Redaktion ab. Wir halten sie aber für relevant und interessant genug, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Nur wer verschiedene Perspektiven kennt, kann sich ein vollständiges Bild unserer Gegenwart und ihrer politischen und gesellschaftlichen Konflikte machen.


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