Das Pfingstfest beginnt 50 Tage nach Ostern und zehn Tage nach Christi Himmelfahrt mit dem Pfingstsonntag. Es ist der christlich-feierliche Abschluss der Osterzeit und gleichzeitig der Geburtstag der Kirche.
Seinen Ursprung hat der Pfingstsonntag, als Teil des Pfingstfestes, im jüdischen Schawuot - ein Erntedankfest, bei dem auch die Offenbarung der Tora an das israelische Volk gefeiert wird. Laut Neuem Testament kam der Heilige Geist auf die Jünger und Apostel herab, als sich diese in Jerusalem zum besagten Schawuot versammelten. Die Jünger Jesu schilderten, dass ein "Brausen vom Himmel" sie durchfuhr und der Heilige Geist sie erfüllte. Somit wusste am Pfingstsonntag "das ganze Haus Israel", dass "Gott Jesus zum Herrn und Christus gemacht hat" (Apostelgeschichte 2, 32-36). Während dieses Pfingstwunders war es den Jüngern möglich, fremde Sprachen zu sprechen und zu verstehen. Theologisch wird darunter die Mission der Kirche verstanden, alle Menschen unabhängig von Ethnie und Nationalität anzusprechen. Darum gilt der Pfingstsonntag als Geburtstag der Kirche.
Das Pfingstfest findet zeitgleich zum jüdischen Fest Schawuot statt. Dieses Fest gehört zu den Hauptfesten des Judentums. Es bedeutet "Wochen" und verweist damit auf die 50 Tage nach dem Pessachfest. Schawuot ist gleichzeitig das Erntedankfest, da es den Abschluss der Weizenernte markiert.
Pfingsten ist nach Ostern und Weihnachten das dritthöchste Fest im Kirchenjahr. In den Tagen vor Pfingsten wird das Hochfest mit einer besonderen Gebetsform vorbereitet: Die sogenannte Pfingstnovene beginnt 9 Tage vor Pfingsten an Christi Himmelfahrt. Diese Novene geht auf den Pfingstbericht der Apostelgeschichte zurück, nachdem sich die Jünger vor Pfingsten im Gebet zurückgezogen hatten. In der Pfingstnovene wird um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
Pfingsten als christliches Fest ist seit dem 2. Jahrhundert überliefert. Der Heilige Geist wird mit unterschiedlichen Symbolen dargestellt. Am bekanntesten sind die Feuerzungen und die Taube:
- Mit dem Heiligen Geist untrennbar verbunden ist das Feuersymbol. Die Apostelgeschichte berichtet, dass der Geist in Feuerzungen auf die Jünger herabgekommen ist. Von diesem Feuer entzündet, tragen die Jünger die Botschaft Jesu in die ganze Welt.
- Am häufigsten wird der Heilige Geist als Taube dargestellt: Diese Form geht auf die Taufe Jesu im Jordan zurück, als Jesus den Geist Gottes in einer Taube auf sich herabkommen sah (vgl. Mt 3,16). Die Taube gilt als Symbol von Zartheit und Liebe. Es ist auch eine Taube, die Noah nach der großen Flut mit einem Ölzweig im Mund das Ende der Flut ankündigt (Gen 8,11). Dieses alttestamentliche Symbol des Bundes zwischen Gott und den Menschen, bekommt an Pfingsten eine neue Bedeutung - in der Herabkunft des Heiligen Geistes wird der neue Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt.
Was haben eine Taube oder die Redewendung "Feuer und Flamme sein" mit Pfingsten zu tun? Warum feiert die Kirche zu Pfingsten Geburtstag? Und was hat es mit dem Brauch des Pfingstritts oder dem Pfingstochsen auf sich?
Das Wort Pfingsten entstand aus dem griechischem Wort "Pentecoste", was so viel heißt wie der fünfzigste Tag. Denn das erste Pfingstfest wurde, so die Apostelgeschichte, am "Fest der (Weizen-)Ernte" fünfzig Tage nach dem Pessachfest, fünfzig Tage nach Ostern gefeiert.
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Im Judentum ist Schawuot das Erntedankfest zum Abschluss der Getreideernte, eines der drei großen Dankesfeste. Die Jünger Jesu versammelten sich zu diesem Feiertag - 50 Tage nach der Auferstehung Jesu. In der Apostelgeschichte heißt es: Die "Urgemeinde" von Jerusalem soll zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, die von Jesus Christus verheißene Herabkunft des Heiligen Geistes erfahren haben.
Den biblischen Berichten zufolge schenkt Gott seither seinen Geist nicht mehr einzelnen Auserwählten, sondern jedem Gläubigen. Pfingsten ist deshalb vor allem das Fest des Heiligen Geistes, also der schöpferischen Kraft Gottes. In Erinnerung an der in der Bibel geschilderten Ausgießung des Heiligen Geistes wird Pfingsten auch als der Geburtstag der Kirche verstanden.
Auf die Pfingsterzählung des Neuen Testaments geht wohl auch die Redewendung "Feuer und Flamme sein" zurück. Im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte heißt es: Bei dem Treffen der Jünger "sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder".
Im Kirchenkalender endet mit Pfingsten die österliche Festzeit. Im Mittelalter inszenierte man in den Kirchen die Ausgießung des Heiligen Geistes ganz real. An Stricken wurde eine hölzerne Taube durch eine Luke, das "Heilig-Geist-Loch", vom Dachboden in das Kircheninnere heruntergelassen und schwebte über den Köpfen der Gottesdienstbesucher.
Die Taube ist wohl deshalb ein Hinweis auf den Heiligen Geist, weil sie immer wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück findet. Ähnlich führt der Geist den Menschen zu seinem Ursprung, zu seinem Schöpfer zurück. Als Jesus von Johannes getauft wird, kommt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf ihn herab (Matthäus 3,16).
Zu Pfingsten ist nach dem Bericht der Apostel keine Taube erschienen. Stattdessen berichten die Apostel von Feuerzungen. Sie befähigen die Jüngerinnen und Jünger Jesu zum Predigen in verschiedenen Sprachen, so dass Menschen unterschiedlicher Herkunft sie verstehen können – das sogenannte Pfingstwunder. Wenn in einigen Kirchen zu Pfingsten rote Blütenblätter auf die Gemeinde niederschweben, erinnert das an die Feuerzungen des ersten Pfingstfestes.
Soll der Osterritt der Sorben die Botschaft der Auferstehung in die Dörfer tragen, so gilt der Flurumritt zu Pfingsten den Feldern. Ein Gebiet zu umreiten ist dabei eine Segenshandlung, die der Saat Nutzen bringen soll. Ursprünglich mit Pfingsten verbunden war auch der große Wettersegen - die Bitte für eine gute Ernte.
Ein einzigartiger Brauch lockt alljährlich viele Zuschauer nach Kötzing im Bayerischen Wald. Er geht auf ein Gelöbnis aus dem 15. Jahrhundert zurück: Pfingsten1412 konnte ein Priester von Kötzing, der zu einem Sterbenden geholt wurde, wegen nächtlicher Überfälle nur unter dem Schutz mehrerer beherzter Reiter im sechs Kilometer entfernten Dorf Steinbühl die Sterbesakramente spenden.
Viele tausend Menschen werden jährlich zum Kötzinger Pfingstritt erwartet. Sie bestaunen fast 900 Reiter in alten Trachten, die von Kreuz- und Laternenträgern sowie Fanfarenbläsern und bestaunen.
Der "Pfingstochse" wird meist auf ein geschmücktes Rind zurückgeführt, das zur Weide getrieben wurde - wie beim Harzer Kuhball in Tanne. Eher scheint der Begriff aber von dem Ochsen abgeleitet zu sein, der Pfingsten geschlachtet und zuvor geschmückt durch das Dorf geführt wurde. Vielleicht geht der Pfingstochse auch auf eine vorchristliche jahreszeitliche Opferhandlung zurück.
Die - immer wieder negativ gebrauchte - Bezeichnung "Pfingstochse" bezieht sich auf einen, der zwar noch "schön" wirkt, aber nur, weil er noch nicht ahnt, dass er bereits verloren ist.
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