Namenstag
Greqor, Paul Wilhelm,
Kalenderblatt
2010 - Einer der schlimmsten Wintereinbrüche seit Jahren stürzt weite Teile Deutschlands in ein Chaos. Sturmtief «Daisy» trifft am stärksten den Nordosten, wo mehr als 320 Menschen die Nacht in eingeschneiten Autos oder Zügen verbringen müssen. Mehrere Menschen sterben auf eisglatten Straßen.
1992 - Im Nordpazifik geht während eines Sturms ein Container mit knapp 29.000 Quietscheenten über Bord eines Frachters auf dem Weg von Hongkong nach den USA. Die verteilen sich seither über die Weltmeere. Die Wissenschaft lernt dadurch viel über Meeresströmungen z.B. zur Verteilung von Plastikmüll.
1983 - Das Militärregime in Argentinien ist zu Ende.
1920 - Der Friedensvertrag von Versailles tritt in Kraft. Da Deutschland von den Alliierten die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg zugesprochen wurde, muss es erhebliche Gebietsverluste und Reparationszahlungen hinnehmen.
1920 - Der Völkerbund wurde gegründet. Die Vereinigten Staaten traten dem Bund nicht bei.
1919 - Auf der östlichen Rheinseite entsteht nach dem Ersten Weltkrieg der »Freistaat Flaschenhals« zwischen dem französischen Brückenkopf um Mainz und einem amerikanischen Brückenkopf um Koblenz. Hauptorte des skurrilen Gebildes sind die kleinen Städte Kaub und Lorch. 1923 wird der völkerrechtlich nicht anerkannte Freistaat von französischen Truppen besetzt.
1863 - Die erste Linie ersten U-Bahn der Welt in London, "Metropolitan" genannt, wurde eröffnet.
1898 - Nach dem spanisch-amerikanischen Krieg erlangte Kuba am 10. Januar 1898 seine Unabhängigkeit von Spanien.
1792 - wurde nach fünfjährigem Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und Russland das Jassy-Abkommen unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung war der Krieg, seit 1787, de facto und offiziell beendet. Russland wird Vormacht am Schwarzen Meer.
1356 - Auf dem Reichstag in Nürnberg werden die ersten Kapitel der «Goldenen Bulle», des Reichsgrundgesetzes Kaiser Karls IV. zur Wahl des Königs und den Rechten der Kurfürsten, angenommen. Im Dezember 1356 werden die letzten Kapitel in Metz verkündet. Das Gesetz bleibt bis 1806 in Kraft.
49 v. Chr. - Caesar überquert auf dem Weg nach Rom den Rubikon: "Alea iacta est" - Der Würfel ist gefallen.
Anderer Blick der Woche
Von
Sebastian Lange
Redaktor NZZ Deutschland
04.12.2025, 18.00 Uhr 3 min
Thomas Trutschel / Imago
Er legt den Finger in die Wunde. Der christlichdemokratische Innenminister Hessens, Roman Poseck, hat zur halbjährlichen Konferenz mit seinen Amtskollegen einen Vorschlag mitgebracht:
Mit der Idee liegt Poseck richtig. Denn die hohen Zahlen von Einbürgerungen schaffen Fakten, während Deutschland politisch über das Thema Migration geradezu zerrissen ist.
Der Vorschlag zielt auf die Migranten ab, die seit 2015 in grosser Zahl vor allem aus Syrien nach Deutschland gekommen sind und keinen Anspruch auf Asyl haben. Wegen des Kriegs in ihrer Heimat haben sie aber oft den subsidiären Schutz erhalten. Sie können also bleiben, solange ihnen eine Rückkehr nicht zugemutet werden kann.
Das jedenfalls ist die Idee, zu der sich sogar die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte: "Wir erwarten, dass, wenn wieder Frieden in Syrien ist und wenn der IS im Irak besiegt ist, dass ihr auch wieder, mit dem Wissen, was ihr jetzt bei uns bekommen habt, in eure Heimat zurückgeht", sagte sie in der ihr eigenen Diktion im Januar 2016. Befristeter Schutz also und Erwerb von Qualifikationen, um ein zerstörtes Land wieder voranbringen zu können - so die Idee.
Heute sind die Bürgerkriege in Syrien und dem Irak vorbei, und es leben insgesamt etwa 380.000 Menschen in Deutschland, die zur Gruppe der subsidiär Schutzberechtigten gehören. Über 96.000 Einbürgerungen allein von Syrern und Irakern gab es im vergangenen Jahr.
Man sollte Roman Poseck keine Ausländerfeindlichkeit unterstellen. Man sollte den Eingebürgerten auch nicht pauschal den Willen zur Integration absprechen. Posecks Vorschlag zeugt jedoch von einem Realismus, der einem dysfunktionalen europäischen Zuwanderungssystem Rechnung trägt. Denn die Kombination eines unzureichenden Schutzes der EU-Aussengrenzen und mangelnder Kooperation zwischen den europäischen Staaten bewirkt, dass Migranten sich ihr Zielland de facto selbst auswählen können. Und dabei gilt praktisch die Regel: Wer einmal im Land ist, bleibt es auch. Denn Abschiebungen gibt es nur wenige - und nach Syrien bis jetzt gar keine.
Vor allem aber erweckt dieser schnelle Wechsel den Eindruck, es sei bloss ein bürokratischer Akt, Deutscher zu werden; ein bürokratischer Akt, der eine rein aufenthaltsrechtliche Frage sei. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist aber ein Privileg. Wer sie erlangt, hat teil an der Souveränität des Volkes, wie es in Artikel 20 des Grundgesetzes formuliert ist: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Die deutsche Staatsangehörigkeit ist überdies so etwas wie eine europäische "Staatsangehörigkeit", weil sie mit Privilegien und Freiheiten verbunden ist, die Europa seinen Bürgern gewährt.
Der Weg zur Einbürgerung sollte also anders verlaufen. Der hessische Innenminister hat jedenfalls den passenden Denkanstoss geliefert.
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