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2012 - Russland tritt rund 18 Jahre nach dem Aufnahmeantrag als 156. Mitglied der Welthandelsorganisation WTO bei.


2008 - Die USA und der Irak einigen sich auf einen Abzug der US- Truppen bis Ende 2011.


2007 - Das Bundeskabinett beschließt die von Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgelegte Reform der Privatinsolvenz. Sie soll für etwa 77.000 zahlungsunfähige Verbraucher den Weg aus der Schuldenfalle weisen.


1996 - Die USA beginnen - der UN-Konvention gegen Chemiewaffen folgend - mit der Zerstörung ihrer chemischen Waffen in größerem Umfang.


1990 - Die beiden deutschen Staaten erklären in Genf den Verzicht des künftig vereinten Deutschland auf atomare, biologische und chemische


1981 - Die Sonde "Voyager 2" sendet Aufnahmen von Saturnmond Iapetus.


1973 - ZDF-Korrespondent Peter Scholl-Latour wird mit vier weiteren Journalisten nördlich von Saigon von den Vietcong gefangen genommen. Nach einer Woche kommt er wieder frei.


1953 - Schah Mohammad Reza Pahlavi kehrt nach dem Sturz von Premierminister Mossadegh in den Iran zurück.


1942 - Fritz Sauckel, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich, ordnet für die Arbeitskräfte in den besetzten Gebieten des Deutschen Reiches die 54-Stunden-Woche an und hebt Beschränkungen der Sonn- und Feiertagsarbeit auf.


1934 - Neues Gesetz: Alle Beamten haben Adolf Hitler Gehorsam zu schwören.


1933 - Der Reichsstand der deutschen Industrie (RStDI) schreibt den Hitlergruß in den Betrieben vor.


1864 - Vetreter von 16 europäischen Ländern unterzeichnen in Genf die »Konvention zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde« - die »Genfer Konvention«. Initiator ist der reiche Genfer Finanzfachmann und Philanthrop Henri Dunant.


1849 - Venedig gibt auf: Die Stadt kommt wieder unter Österreichs Kontrolle.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

Anderer Blick der Woche


Meinung Von oben herab: Mit diesem Botschafter macht sich die Ukraine keine Freunde

Thomas Fasbender

05.08.2026, 15:31 Uhr 4 Min

Der ukrainische Botschafter belehrt sein Gastland. Bei 20 geschenkten Steuermilliarden in zwei Jahren wäre etwas Dankbarkeit nicht fehl am Platz. Ein Kommentar.

Oleksii Makeiev, ukrainischer Botschafter in Berlin
© Christoph Schmidt

Seine Exzellenz, der ukrainische Botschafter, is not amused. Oleksii Makeiev weist darauf hin, "dass es in Deutschland Parteien am rechten und am linken Rand gibt, die offenbar jeden Morgen Weisungen aus Moskau bekommen". Gemeint sind das BSW, die Linke und die AfD.

Ihm missfällt auch, dass es deutsche Politiker gibt, die sich mit hochrangigen Russen zu Gesprächen treffen. Konkret fallen in seinem Interview mit der Tageszeitung Welt die Namen Matthias Platzeck (SPD) und Ronald Pofalla (CDU). Die "Erwachsenen im Raum" hätten längst begriffen, wie Entscheidungsprozesse in Russland verliefen. Mit den Erwachsenen meint er wohl sich selbst, jedenfalls nicht Platzeck und Pofalla. Die sind für ihn nur "solche Persönlichkeiten".

Außerdem hat Seine Exzellenz eine "klare Botschaft" an die deutschen Wähler. Was er meint, ist, dass "man nicht den Dingen Vorschub leistet, vor denen wir Europäer uns eigentlich schützen sollten: vor Autokratie, vor Ausländerhass, vor der Billigung von Kriegsverbrechen, vor Aggression".

"Wir Europäer" - hört, hört. Danke für den Ratschlag. Aber hat der Botschafter auch vor der eigenen Tür gekehrt?

"Helden der UPA"

Beim Thema Aggression hat er recht. Russland ist zweifellos der Aggressor in diesem Krieg. Ein Aggressor, gegen den die Ukraine einen Verteidigungskampf führt, den man nur heroisch nennen kann. Respekt und Achtung.

Kriegsverbrechen dürfen nicht gebilligt werden, auch das ist richtig. Nur wie verhalten wir uns da, als Deutsche? Unsere eigenen vor 1945, die haben wir gebüßt und bewältigt, jedenfalls unserem Selbstverständnis nach. Die russischen werden wir nicht leugnen. Und die Ukraine? Die hat erst im Mai eine Militäreinheit nach den "Helden der UPA" benannt, den Schlächtern von Wolhynien zwischen 1941 und 1943. Vielleicht sollten wir die Polen fragen.

Nächster Punkt: Ausländerhass. Ob der in der Ukraine wirklich weniger verbreitet ist als in den Nachbarländern in Ost und West?

Bleibt die Autokratie. Im direkten Vergleich mit dem russischen Gegner ist die Ukraine der derzeit demokratischere Staat - dabei gewiss nicht die Schweiz Osteuropas. Indem der Botschafter "wir Europäer" sagt, versucht er, diesen relativen Unterschied in ein Wesensmerkmal zu verwandeln. Ein argumentativer Trick, der danebengeht. Versteht man unter Europa die EU, so gibt es kein "Wir". Und versteht man darunter den Kontinent, so schließt das "Wir" auch Russland ein.

Der Botschafter hätte zudem gern, dass es der deutschen Wirtschaft noch schlechter ginge. "Leider" gebe es deutsche Firmen, die in Russland auch nach 2022 weiter Handel trieben, Geld verdienten und Steuern zahlten. Nun, Seine Exzellenz wird verstehen, dass die rund 20 Milliarden Euro, die deutsche Steuerzahler 2025 und 2026 der Ukraine schenken, in der Bundesrepublik nicht auf den Bäumen wachsen. Vom Bürgergeld für die vor dem Krieg geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer (6,3 Milliarden Euro 2024) ganz zu schweigen.

Dieses Geld bringen die deutschen Steuerzahler auf, obwohl in ihrem Land monatlich 10.000 bis 15.000 Industriearbeitsplätze verloren gehen. Obwohl in Deutschland 15 Prozent der Kinder unter der Armutsgrenze leben. Und 20 Prozent der Rentner.

Zum Dank beschimpft der Botschafter deutsche Politiker, noch dazu solche der Regierungskoalition, implizit als Nicht-Erwachsene.

Und überhaupt: apropos morgendliche Weisungen aus Moskau. Der Autor dieser Zeilen war Anfang 2024 ein einziges Mal beim Presserapport in der ukrainischen Botschaft mit dabei. Die deutschen Medien, die Crème de la Crème, dazu der Botschafter mit seiner Agenda bis in die Sprachregelungen hinein. Warum er immer wieder vom "Ukrainekrieg" lesen müsse, war da zu hören - es heiße "völkerrechtswidriger russischer Angriffskrieg". Ungelogen. Eine verschämte Antwort erklang: Man tue ja sein Bestes, aber es sei nicht immer durchzusetzen.

Ob er der Ukraine einen Gefallen tut?

Inzwischen sollte Seine Exzellenz wissen, dass nicht alle 83,5 Millionen Deutschen hinter der Ukraine stehen wie ein preußisches Grenadierregiment hinter seinem König. Auch das gehört zur Realität. Deutschland hat seine eigenen Interessen, seine eigene Geschichte und seine eigenen Vorstellungen von der Zukunft - wobei über alle drei herzhaft gestritten wird.

Deutsche Unternehmen werden auch künftig mit Russland Handel treiben, genau wie mit der Ukraine. Was die gefühlte Nähe zu den Kriegsparteien betrifft, sind die Deutschen sowieso gespalten. Die Meinungen zur Sinnhaftigkeit deutsch-russischer Gespräche gehen ebenfalls auseinander.

Ob Oleksii Makeiev der Ukraine mit seinem Auftritt einen Gefallen tut? Rhetorisch steht er in der Tradition seines stets medienpräsenten Vorgängers Andrij Melnyk. Der hatte am Ende für so viel böses Blut gesorgt, dass Spötter bereits vom besten russischen Botschafter sprachen, den Putin in Deutschland je hatte.


Quelle:


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© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17