Namenstag
Alexius Charlotte, Donata, Gabriele, Hedwig, Marina,
Kalenderblatt
2014 - Ein Flugzeug der Malaysia Airlines wird über dem Konfliktgebiet der Ukraine mit einer aus Russland stammenden Flugabwehrrakete abgeschossen / 298 Tote.
2002 - Die unionsgeführten Länder Bayern, Sachsen und Thüringen scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihrer Klage gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft homosexueller Paare.
2000 - Baschar al-Assad wird Staatspräsident von Syrien.
1987 - In der DDR wird die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft. Zuletzt war sie 1981 vollstreckt worden.
1975 - Die amerikanische Raumkapsel »Apollo 18« und das sowjetische Raumschiff »Sojus 19« werden mit Hilfe eines Verbindungsstückes im Weltall aneinandergekoppelt. Eine Schleuse ermöglicht das Überwechseln der Besatzung. Dies ist die erste sowjetisch-amerikanische Zusammenarbeit im All.
1945 - Auf der »Potsdamer Konferenz« vom 17. Juli bis 2. August 1945 beschließen die Siegermächte USA, Großbritannien und Sowjetunion eine gemeinsame Besatzungspolitik. Sie vereinbaren u.a.: die gerichtliche Verfolgung der Kriegsverbrecher, die Entnazifizierung, die Dezentralisierung der deutschen Wirtschaft und der Verwaltung und die Förderung eines demokratischen und friedlichen Deutschlands. Die deutsche Bevölkerung Polens, der Tschechoslowakei und Ungarns wird ausgewiesen. Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie und der südliche Teil von Ostpreußen fällt »bis zur endgültigen Festlegung der Westgrenze« an Polen, Nordostpreußen mit Königsberg (heute Kaliningrad) fällt an die Sowjetunion. Das Ergebnis wird in einem Protokoll zusammengefasst, von dem ein größerer Teil am 2. August 1945 im Kommuniqué veröffentlicht wird.
1936 - Mit einem Militärputsch der nationalen Rechten unter General Franco in Spanisch-Marokko beginnt der bis 1939 dauernde Spanische Bürgerkrieg.
1932 - In den vorwiegend von Kommunisten bewohnten Stadtteilen des preußischen Altona bei Hamburg kommt es - provoziert durch den Aufmarsch von etwa 10.000 bewaffneten SA-Männern - zu einer blutigen Straßenschlacht. Während des »Altonaer Blutsonntags« werden 18 Menschen getötet und über 50 schwer verletzt.
1841 - Meißen: Die erste Freiwillige Feuerwehr in Deutschland wird gegründet.
1505 - Martin Luther tritt ins Augustiner-Kloster in Erfurt ein.
Von
30. August 2025
(Bild: Oleksandr Polonskyi/Shutterstock.com)
Nicht nur sollten front-erfahrene ukrainische Soldaten berichten, sondern es war auch angedacht, dass man sich vor Ort sich ihren "Reihen anschließen" könne.
Die Brigade Asow ist nicht irgendeine Einheit, sondern eine immer stärker werdende, historisch gewachsene Neonazi-Truppe in den offiziellen ukrainischen Streitkräften.
Proteste verhinderten dieses Schauspiel.
Trotzdem wachsen Einfluss und Freundeskreis: Der ehemalige Bundeswehrsoldat Peter R. konnte im Februar - angeblich ohne Kenntnis und Zuständigkeit der Bundesregierung - ungeniert auf Schloss Diedersdorf in Brandenburg für das Asow-Bataillon werben.
Was aber steckt hinter den Kriegern, deren Symbol die Wolfsangel ist, ein Emblem, das schon durch die 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" verwendet wurde?
Im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen um die Donbass-Region entstanden 2014 dutzende ukrainische Freiwilligenverbände. Eines davon ist Asow. Doch deren Gründung, durch Andrij Biletzki, Oleg Ljaschko und Dmytro Kortschynsky, fußte nicht auf Zufall: Ihre Gründer sind überzeugte langjährige Faschisten.
Insbesondere Biletsky ist kein Unbekannter: Er war Gründer und Führungsfigur der neonazistischen Gruppen "Social-National Assembly" und "Patriot of Ukraine", Abgeordneter der Rada und Kommandant von Asow. Auch Ljaschko saß im Parlament, zunächst für die Partei Timoschenkos, dann für seine eigene.
Er kandidierte 2014 gar für das Präsidentenamt und fiel mit extremen Aktionen auf: Er ließ einen prorussischen Politiker festnehmen und rechtfertigte einen gewalttätigen Sturm auf ein Verwaltungsgebäude, bei dem zwei Personen ums Leben kamen.
Kortschynskyj vertritt wiederrum die Verbindung zum orthodoxen Christentum: Er ist Leiter der Bewegung "Bratstwo" ("Bruderschaft"), die sich als christlich-orthodox-national versteht. Und hat Kampferfahrung: Er beteiligte sich im Tschetschenien-Krieg auf der Seite der Separatisten.
Folgt man der geopolitisch gefärbten Erzählung der bundesdeutschen Politik gibt es kein Problem.
Bundeskanzler Merz trieb es, aus Anlass des ukrainischen Unabhängigkeitstages letzte Woche, auf die Spitze: Die gesamte Ukraine kämpfe für "unsere Freiheitsordnung in Europa".
In diesem Kampf scheinen alle Mittel Recht, sofern sie dem Zweck - der Ruinierung der Russischen Föderation - zuträglich sind. Schwerlich lassen sich Zweck und Mittel mit dem proklamierten Werte-Kanon in Einklang bringen.
Doch damit nicht genug: im 2023 erschienenen Buch des heutigen Asow-Chefideologen Olexij Reins mit dem Titel "What Is Azov from Ukraine?" nennt der Autor Jaroslaw Stezko als Vorbild der Einheiten. Laut der Publizistin Susanne Witt-Stahl war dieser "Stellvertreter von Stepan Bandera, Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten und wurde (...) sein Nachfolger."
Die OUN stand für einen mit dem faschistischen Deutschen Reich kollaborierenden ethnisch-ukrainischen Führerstaat. Der US-Historiker Per A. Rudling geht in seinen Forschungen davon aus, dass die OUN die "nationalsozialistische Weltanschauung" und die Idee einer faschistischen Neuordnung Europas, der sklavischen Unterwerfung der übrigen Sowjetvölker sowie eines glühenden Antisemitismus geteilt habe.
Nicht nur, dass das Regiment selten mit faschistischer Emblematik geizt, auch dessen Gründer äußerte sich 2010 eindeutig:
Neben dem Weißen Haus fällt die Verbindung zu anderen nicht-ukrainischen faschistischen Gruppen ins Auge.
In Deutschland gibt es offenkundig Kontakte zur neonazistischen Partei "Der Dritte Weg". Während die deutsche extreme Rechte in manchen Teilen zu Russland steht, ist die Kleinstpartei "Dritter Weg" konsequent solidarisch mit Kiew. So wird beim "Dritten Weg" für Asow geworben und das faschistische Musikfestival "Asgardsrei" in der Ukraine unterstützt.
Laut dem Combating Terrorism Center wurde Ausrüstung an asow-bewegte Kräfte im Osten der Ukraine geliefert und zudem wurden Flüchtlingsfamilien von Kämpfern untergebracht. Zudem versuchten dutzende Neonazis mit dem Ziel, sich der Asow-Bewegung anzuschließen, in die Ukraine auszureisen.
Doch spätestens ab 2015 wurden, insbesondere im Westen, die ideologischen Bedenken über Bord geworfen. Das Asow-Bataillon erfuhr eine Phase der Professionalisierung. Zwar verbot ein Gesetz ab 2016 politische Agitation unter Soldaten, löste jedoch nur einen enormen militärischen Fokus aus.
Die Jahre wurden genutzt, 2022 schlug die große Stunde. Die Asow-Männer errangen einen Heldenstatus aufgrund ihrer militärisch starken Verteidigung der Stadt Mariupol, ihrer erbitterten und teilweise den anderen Teilen der ukrainischen Armee deutlich überlegenen militärischen Erfolge und schließlich mit der medial ausgeschlachteten Episode um das Asow-Stahlwerk.
Unter dem Kommando von Denys Prokopenko (seit 2017) lag der Fokus auf Militarisierung: Training, Waffenbeschaffung, moderne Einsatzführung. Eine vermeintliche Loslösung von faschistischer Rhetorik machte auch die Kooperation mit US-Militärausbildern möglich. Laut "Le Monde" orientiert sich das Regiment in Taktik, Strategie, Waffentechnik und Motivation an Nato-Anforderungen
Dies treibt aktuell immer wildere Blüten: Ehemalige Azov-Einheiten bilden eine neue Special-Operations-Forces-(SSO)-Brigade.
Diese wurde im Januar 2023 zu einer hochmobilen Kampfeinheit innerhalb der regulären ukrainischen Landstreitkräfte zusammengeführt. Für das Jahr 2025 strebt man die Rekrutierung internationaler, englischsprachiger Kämpfer mit militärischer Erfahrung auf Basis eines strengen Auswahlverfahrens an.
Trotz Nazi-Ausrichtung: USA heben Sanktionen gegen Asow-Brigade in der Ukraine auf - Telepolis
Russlands Rechtsextreme: Wird der Westen Putin noch vermissen? - Telepolis
Asow oder die wandlungsfähigen Nazis - Telepolis
Sicher, die hochmotivierten und leistungsstarken Asow-Krieger stellen in manchen Teilen das Rückgrat der ukrainischen Armee dar.
Vorsicht ist geboten: Die Gründungsväter und ihre Ideen sind keineswegs marginalisiert. Wie die neuesten Publikationen belegen, scheut man sich inzwischen nicht einmal mehr, sich öffentlich zu ihnen zu bekennen.
Nie saßen die braunen Spielgesellen fester im Sattel als heute. Das militärische Kiew und durch die Asow-Bewegung auch die Selenskyj-Administration erscheinen als schwache Getriebene. Ihre Frontsoldaten werden Mitsprache und Pfründe fordern.
Eine brandgefährliche Situation: Ist ein Waffenstillstand mit den hochideologisierten und mittlerweile professionalisierten Asow-Kämpfern erreichbar? Der Staat im Staate könnte, wie die letzten Angriffe auf russische AKW-Anlagen belegen, über ein massives Eskalationspotenzial verfügen.
Quelle: Telepolis
Finden Sie weitere Artikel zu Politik
- Logistik-Profi verrät - In wenigen Tagen verlässt der nächste große Konzern unser Land (zuletzt geändert: 16.07.2026)
mehr zum Thema: Wirtschaft - 2100 Zalando-Mitarbeiter in Erfurt verlieren ihren Job - Sozialplan steht (zuletzt geändert: 16.07.2026)
mehr zum Thema: Wirtschaft - Rüstung - Geheime Fabrik in Deutschland produziert KI-Drohnen für die Ukraine (zuletzt geändert: 15.07.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Das seltsame Misstrauen des Staates gegen die Bürger - Die deutsche Regierung schottet sich ab (zuletzt geändert: 15.07.2026)
mehr zum Thema: Demokratie - Neue Gasreserve - Jetzt erklärt die Merz-Regierung, warum Gaskunden zahlen sollen (zuletzt geändert: 14.07.2026)
mehr zum Thema: Energiekrise - Überheblichkeit - Deutsche Politik - Vom Ende des moralischen Grössenwahns (zuletzt geändert: 12.07.2026)
mehr zum Thema: Deutschland - Personalexplosion in Ministerien - Dank Bürokratie-Wahnsinn- 7000 Beamte mehr seit 2013 - das kostet uns Milliarden (zuletzt geändert: 12.07.2026)
mehr zum Thema: Deutschland - Jean-Luc Melenchon - Deutschland kann sich Arroganz nicht mehr erlauben (zuletzt geändert: 12.07.2026)
mehr zum Thema: Welt - Regierung will irrwitzige Regelung endlich abschaffen - Kein Bürgergeld mehr für Menschen mit Haftbefehl (zuletzt geändert: 11.07.2026)
mehr zum Thema: Bürokratie - Firmen fürchten Bürokratie - Wut auf neue EU-Verpackungsregeln (zuletzt geändert: 11.07.2026)
mehr zum Thema: Bürokratie - Balkan-Kriminelle verdächtig - Folter-Mord an Kölner Senior wird zum Asylskandal (zuletzt geändert: 09.07.2026)
mehr zum Thema: Crime - Warum Melnyks Aussagen über Bandera ihn als Holocaustleugner und Antisemit outen (zuletzt geändert: 07.07.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Ukraine will Verbündete um weitere 20 Milliarden Dollar Militärhilfe bitten (zuletzt geändert: 07.07.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Blick auf die Front - Die Drohnenangriffe tragen die Handschrift von Trumps Tech-Bros (zuletzt geändert: 07.07.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Wie Ben Berndt mit seinem Podcast 'Ungeskriptet' den ganzen ÖRR alt aussehen lässt (zuletzt geändert: 05.07.2026)
mehr zum Thema: Medien - Nach Aussagen über Zuwanderer - Bürger fragt sich, wie so viel Unvernunft so viel Macht bekommen hat, sagt Aiwanger über Nietzard (zuletzt geändert: 05.07.2026)
mehr zum Thema: die Grünen - Beim ZDF gelten für Musk und Selenskyj unterschiedliche Standards - Wahrheit ist keine Pflicht (zuletzt geändert: 05.07.2026)
mehr zum Thema: Medien
- Skandal um RKI-Protokolle - Lauterbach schweigt zu heikler Corona-Frage - Hat er Wissenschaftler angewiesen, keine Entwarnung zu geben ( zuletzt geändert: 12.07.2026 )
- Studie bestätigt Verdacht - Wer Corona hatte, bekommt eher diese Krankheiten ( zuletzt geändert: 12.07.2026 )
- Das war die DDR 1956 bis 1990 - Thomas Billhardts letzter Bildband ( zuletzt geändert: 12.07.2026 )
- Weimarer Republik - Ein Mathematiker entlarvt rechten Terror und führt die Justiz vor ( zuletzt geändert: 11.07.2026 )
- Alltag der DDR - Dresden zeigt Bilder des Fotografen Roger Melis ( zuletzt geändert: 11.07.2026 )
© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17
- Impressum
- Kontaktformular
- Musiksammlung
- FTP - Server