Willkommen in Sachsen, am 03.10.2026
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03. Oktober
Namenstag
Ewald, Inngard, Ludgar

Kalenderblatt

3.Oktober: - Der Tag der Deutschen Einheit erinnert an den Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten 1990 und hat den 17 Juni (Arbeiteraufstand in der DDR 1953) als Nationalfeiertag abgelöst.


2021 - Ein internationales Journalisten-Kon­sor­tium enthüllt heimliche Geschäfte in Steuer­oasen. Mehr als 330 Politiker und frühere Amtsträger aus fast 100 Ländern werden in den »Pandora Papers« ange­prangert. Zu ihnen gehört auch der am­tie­rende tschechische Ministerpräsident Andrej Babis.


2010 - Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen überweist 92 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs die letzten Kriegsschulden.


2008 - Die Liquidität der Bank Hypo Real Estate wird durch eine 25-Mrd.-Euro-Bürgschaft gesichert.


1969 - Am Berliner Alexanderplatz wird der Fernsehturm eröffnet, mit 368 Metern (einschließlich der 118 Meter langen Antenne) höchstes Bauwerk in Deutschland, damals das dritthöchste der Welt.


1954 - Die Westalliierten beschließen die Aufhebung des Besatzungsstatuts für die Bundesrepublik.


1942 - Peenemünde: V2-Rakete wird bis in eine Höhe von 84 km geschossen.


1906 - Auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin wird der Morsecode SOS (drei kurz, drei lang, drei kurz: ...---... ) als internationales Notrufzeichen festgelegt. SOS ist nicht die Abkürzung für »Save our Souls« oder »Save Our Ship«; dies wurde erst später in das Signal hineininterpretiert.


1866 - Preußen annektiert das Königreich Hannover.


1157 - Albrecht der Bär ernennt sich zum Markgrafen von Brandenburg.


Der 03. Oktober wird als Tag der deutschen Einheit begangen

In der Nacht auf den 3. Oktober 1990 wurde um Mitternacht die Fahne der Einheit an einem großen Fahnenmast vor dem Reichstag gehisst

Ist es Einheit oder Einnahme? Das Grundgesetz - eine Verfassung auf Abruf?

Die Option des Art. 146, wonach das GG durch eine in freier Selbstbestimmung beschlossene Verfassung abgelöst werden kann, bleibt auch nach der Wiedervereinigung ungeschmälert bestehen.

Die Teilung Deutschlands, so die allgemeine Erwartung, würde bald überwunden und damit der Weg frei sein für eine nicht auf die westliche Teilnation beschränkte, sondern gesamtdeutsche Verfassung - und damit für eine Verfassung, die frei von Vorgaben und Genehmigungs- sowie Vorbehaltsrechten der Alliierten in souveräner staatlicher Selbstbestimmung Deutschlands gestaltet werden könnte. Kurz: das Grundgesetz war, um die geläufige Charakterisierung zu gebrauchen, als "Provisorium" gedacht.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung


Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands (Einigungsvertrag)

Art 4 Beitrittsbedingte Änderungen des Grundgesetzes

Artikel 146 wird wie folgt gefasst:

"Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Quelle: Gesetze im Internet


Fazit:

Eventuell wird es irgendwann eine Vereinigung.
Denn: Millionen Bürger haben nie über das Grundgesetz abgestimmt.


Tag der Deutschen Einheit Merkel kritisiert westdeutsche Sichtweisen auf ehemalige DDR-Bürger

4. Oktober 2021

Angela Merkel kennt das Leben vor und nach der Wiedervereinigung.
© NurPhoto/IMAGO

Bundeskanzlerin Merkel hat in ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit dazu aufgerufen, die Erfahrungen ehemaliger DDR-Bürger nicht zu ignorieren.

Angela Merkel: Leben in der DDR war kein Ballast

Beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Halle hielt die scheidende Kanzlerin eine außergewöhnliche Rede

Allzu oft ließ Angela Merkel in 16 Jahren als Bundeskanzlerin ihre ostdeutsche Herkunft nicht durchblitzen. Bei ihrer wahrscheinlich letzten großen Rede als Kanzlerin beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Halle/Saale war das nun anders.

Sie spreche hier nicht als Kanzlerin, sondern als eine von 16 Millionen Ostdeutschen, sagte sie. Und kritisierte, wenn ihr früheres Leben in der DDR als "Ballast" bezeichnet werde, als etwas Überflüssiges, das man über Bord werfen könne, "ganz gleich, welche guten und schlechten Erfahrungen man mitbrachte".

Sie erinnerte auch an die Härten, die die Wiedervereinigung 1990 für viele Ostdeutsche mit sich brachte. Anders als für die Westdeutschen habe sich für die Ostdeutschen fast alles verändert.

"Wer in seinem Leben vorankommen wollte, musste sich natürlich mit verändern", so Angela Merkel.


Quelle: DLF vom 04.10.2021


6 Zitate von Angela Merkel zeigen, dass Wiedervereinigung keine Einbahnstraße ist
  1. Angela Merkel macht klar, dass es einen Unterschied zwischen dem Staat DDR und dem Leben in der DDR gibt...
  2. Der Einfluss des Staates war immer zu spüren, aber auch das formte die Menschen - nicht nur zum Schlechten
  3. Laut Merkel bedeutete die Wiedervereinigung neue Freiheiten für die Menschen aus Ostdeutschland
  4. Die Wiedervereinigung bedeutete vor allem für Menschen aus Ostdeutschland Veränderung, was nicht vergessen werden sollte, findet Merkel.
  5. Eine Leben in der DDR zählt genauso viel wie ein Leben in der BRD vor der Wiedervereinigung
  6. Auch mehr als drei Jahrzehnte später müssen Menschen aus Ostdeutschland ihr Deutschsein immer noch beweisen - sogar die ehemalige Bundeskanzlerin.

Quelle: BuxxFeed


Gysi: Einheit noch nicht vollendet

Er sagte dem Nachrichtenmagazin Politico, bei den Bürgern im Osten habe es eine tiefe Enttäuschung bei der Herstellung der deutschen Einheit gegeben. Das erkläre auch das Wahlverhalten in Ostdeutschland. Die DDR sei reduziert worden auf Mauertote, Staatssicherheit und SED. Den Ostdeutschen sei suggeriert worden, dass sie nichts geleistet hätten. Diese Demütigung sitze tief.


Quelle: 03.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet

Tag der Deutschen Einheit 2024: Es ist an der Zeit für eine Verfassungsreform Das gemeinsame "Wir"-Gefühl fehlt vielen Deutschen - vor allem in Ostdeutschland. Um das herzustellen, muss man sich gemeinsamer Werte neu versichern.

Ein Kommentar von Christian Tretbar
Chefredakteur des Tagesspiegels Geboren in Sachsen und kurz vor Mauerfall übergesiedelt nach Hessen wünscht er sich eine neue gemeinsame Wertebasis.

03.10.2024, 08:06 Uhr

Unterschiede gibt es noch eine Menge. Die Löhne im Osten liegen knapp 30 Prozent unter denen im Westen. Die Eigentumsquote bei Wohnungen ist im Osten deutlich geringer (weniger als 40 Prozent im Osten und im Westen über 50 Prozent). Und ostdeutsche Führungskräfte gibt es auch kaum (acht Prozent in den Medien und vier Prozent in der Wirtschaft). So weit, so schlecht.

© dpa/Hendrik Schmidt

So weit, so gut: Viele ostdeutsche Bundesländer wachsen wirtschaftlich stärker als ihre westdeutschen Nachbarn. Die Kinderbetreuung ist flächendeckender, und die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind geringer als in den westdeutschen Bundesländern. Auch iehen mittlerweile mehr Menschen in den Osten als umgekehrt aus dem Osten in den Westenz.

Das alles ist nachzulesen im Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit. Ist sie gelungen oder nicht? Die Frage, die rund um den 3. Oktober wieder diskutiert wird, führt in die Irre. Denn eine Einheit im Sinne von Gleichheit der Lebensverhältnisse in Ost und West wird es auf absehbare Zeit kaum geben - und muss es auch nicht.

Deutsche Vielfalt auf einheitlichem Grund

Gleichheit gab es auch in der alten Bundesrepublik nie. Sie war seit ihrer Gründung von vielen regionalen Unterschieden geprägt - wirtschaftlichen, kulturellen und strukturellen.

Es geht also auch heute weniger um die deutsche "Einheit" im Sinne von Gleichheit als vielmehr um eine deutsche Vielfalt auf einheitlichem Grund. Genau hier liegen die Probleme.

Vor allem im Osten Deutschlands, auch das zeigt der Bericht, fehlt vielen ein gemeinsames "Wir-Gefühl". Immer noch beklagen viele Ostdeutsche, dass sie sich in der Gesellschaft als Mitglieder zweiter Klasse fühlen.

Die Gründe dafür liegen allenfalls zum Teil in wirtschaftlicher Benachteiligung oder fehlender Repräsentanz in Unternehmen und Behörden. Schwerer wiegt ein Gefühl des Nicht-gesehen-und-gehört-Werdens, das nicht zuletzt in einem zentralen Fehler des Einheitsprozesses wurzelt.

Das Geltungsgebiet des Grundgesetzes wurde damals einfach auf die ostdeutschen Bundesländer erweitert. Es war der schnellste und auch der pragmatische Weg. Und doch erweist es sich im Nachhinein als schwere Bürde, dass damals keine gesamtdeutsche neue Verfassung erarbeitet wurde.

Lässt sich das heute heilen? Es wäre jeden Versuch wert. Weil nur, wer sich der gemeinsamen Werte vergewissert, ein tragendes "Wir-Gefühl" erzeugen kann. Die Einheit vor 34 Jahren war für die Ostdeutschen ein emotionales Ereignis. Viele Westdeutsche sahen es kühler: Die Einheit kostete Geld, manchen brachte sie Geld.

Im Osten braucht es andere Formen der Partizipation

Das war die Verfasstheit des Landes. Und die Verfassung? Sie hat das Trennende nicht aufgehoben. Das Grundgesetz ist zwar kein starres System, es wurde in seiner Geschichte mehrfach angepasst; dennoch steht es in ausschließlich westdeutscher Tradition. Jetzt wäre es an der Zeit für eine Verfassungsreform, die dem Osten ernsthaft Rechnung trägt und auf den zentralen Werten des Grundgesetzes fußt.

Sie könnte die gesamte Vielfalt in Deutschland betonen. Zu den ostdeutschen Bedürfnissen zählt zum Beispiel eine stärkere und in Teilen auch andere Form der politischen Partizipation. Das können Bürgerräte oder andere Möglichkeiten der gesellschaftlichen Beteiligung sein. Auch eine Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen wäre wichtig - insbesondere für den Osten. Und braucht es den Gottesbezug in der Präambel eigentlich noch?

Eine solche gemeinsame Verfassung wäre auch eine Möglichkeit, die Demokratie noch sturmfester zu machen. Unzufriedenheiten mit dem System, schwindendes Vertrauen in Parteien und Politiker - im Osten zeigen sich gesellschaftliche Verwerfungen früher und brachialer. Sie können das ganze Land erfassen.

Deutsche Einheit im Jahr 2024: Ohne ein neues "Wir-Gefühl" wird es nicht gehen. Die Debatte über eine Verfassung im Sinne einer gemeinsamen Selbstvergewisserung kann dabei nur helfen. Unrealistisch? Vielleicht. Notwendig? In jedem Fall.


Quelle:


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