Willkommen in Sachsen, am 06.10.2026
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06. Oktober
Namenstag
Adalbero, Bruno, Renatus

Kalenderblatt

2013 - Die Bundeswehr verlässt nach fast zehn Jahren den Stützpunkt in Kundus (Afghanistan). Das Hauptquartier in Masar-i-Scharif bleibt.


2004 - Der Irak besaß entgegen der Behauptung amerikanischer Geheimdienste keine Massenvernichtungswaffen. Er hatte weder Lager mit chemischen und biologischen Kampfstoffen noch ein ernstzunehmendes Atomwaffenprogramm, heißt es in dem von dem US-Waffeninspekteur Charles Duelfer in Washington vorgelegten Bericht.


1999 - In Tschetschenien tritt nach dem Einmarsch russischer Truppen das Kriegsrecht in Kraft. Es wird zum «Heiligen Krieg» aufgerufen. Am Vorabend hatte Präsident Aslan Maschadow das Kriegsrecht verhängt.


1989 - Großer FDJ-Fackelumzug in Berlin am Vorabend des 40.Jahrestages der DDR.


1981 - Am Flughafen Frankfurt am Main räumt die Polizei das Hüttenlager der Gegner der Startbahn West.


1976 - Die sogenannte Viererbande, eine Gruppe aus dem linken Flügel der Kommunistischen Partei Chinas um die Mao-Witwe Jiang Qing, wird kurz nach dem Tod Mao Tsetungs verhaftet. Die Vier galten als Symbole der von Mao zehn Jahre zuvor begonnenen Kulturrevolution und ihren Ausschreitungen.


1973 - Mit einem Überfall ägyptischer und syrischer Truppenverbände auf israelisch besetzte Gebiete am jüdischen Feiertag Jom Kippur beginnt der sogenannte Jom-Kippur-Krieg.


1972 - Die DDR verkündet eine Amnestie für über 25.000 »politische und kriminelle Straftäter« und die Entlassung zahlreicher Häftlinge in die Bundesrepublik Deutschland. Das geschieht im Vorfeld des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages.


1889 - Der deutsche Geograf Hans Meyer und Alpinist Ludwig Purtscheller aus Österreich besteigen als Erste den Gipfel des Kilimandscharo.


1187 - Jerusalem fällt wieder in die Hand der Araber. Es war am 15. Juli 1099 während des ersten Kreuzzuges von den Christen eingenommen worden war.


30 Jahre Deutsche Einheit, Zeit für eine Zwischenbilanz

Nachgefragt

So sehe ich das!

Heute antwortet: Holger Raschke, 37, aus Potsdam (Brandenburg) Holger Raschke ist Chef von Berlins Taiga, die Führungen in die sowjetische Geschichte u. a. in Potsdam und Berlin anbieten.

Welche Begriffe verbinden Sie mit der DDR?
"Drüben" für das Deutschland jenseits der Mauer, das für mich täglich sichtbar war, wenn ich aus unserem Plattenbau in Potsdam auf den Fernmeldeturm in Berlin-Wannsee blicken konnte. Auch "Widersprüche", denn auf der einen Seite wurden Frieden und Völkerverständigung propagiert, auf der anderen Seite war die DDR-Gesellschaft hochgradig militarisiert und Kontakte zu Ausländern waren verdächtig.
Und Nachhaltigkeit. Die Langlebigkeit vieler Produkte - sicher auch aufgrund des Mangels an Ressourcen - ist ein Gegenmodell zur heutigen Wegwerfgesellschaft.

Erinnern Sie sich an die Zeit vor 1989?
Ich hatte eine unbeschwerte Kindheit. Dass wir nur ein paar Hundert Meter vom "Eisernen Vorhang" entfernt lebten, war für mich nichts Ungewöhnliches. Die Präsenz der Mauer oder sowjetischer Truppen machen Potsdam rückblickend zur besonderen Stadt. Wir waren auch wöchentlich bei den Großeltern im Fläming. Dort waren noch bis Mitte der 1990er die sowjetischen bzw. russischen Streitkräfte omnipräsent.

Sie gehören zur Generation der Wendekinder, wie blicken Sie auf die Vereinigung?
Manchmal wäre es gut, den Lauf der Zeit verlangsamen zu können. Hätten sich Politik und Gesellschaft mehr Zeit gegeben, wären möglicherweise einige der negativen Folgen abwendbar gewesen. Der Prozess der Vereinigung ist ja bis heute nicht vollkommen abgeschlossen.

Fühlen Sie sich ostdeutsch?
Teilweise schon. Ich arbeite als Gästeführer, der sich auf die sowjetische Geschichte der Region Berlin und Brandenburg spezialisiert hat, also das Ende des Zweiten Weltkrieges, den Kalten Krieg und die sowjetische Präsenz. Teil dieser Geschichte zu sein, direkt oder durch familiäre Wurzeln, prägt auch die Identität.

Wie wäre Ihr Leben ohne Wende verlaufen?
Ohne die Wende hätte ich definitiv weder meine Frau kennengelernt, noch hätte ich die vielen Reisen machen können. Per Anhalter durch halb Europa oder die Reise durch den Iran - das Reisen hat mich in meiner Persönlichkeit sehr geprägt. Wie sehr ich mich ohne Wende an das DDR-Leben angepasst hätte, vermag ich natürlich nicht zu sagen.

Sprechen Sie und Ihre Familie über Themen wie DDR, Wende und Ostdeutschland?
Schon aus beruflichen Gründen interessiert mich das sehr und ich frage oft und viel nach. Die Biografien in unserer Familie sind auch sehr unterschiedlich, sodass ich es unglaublich spannend finde, wie sich die Lebensläufe entwickelt haben.

Macht es einen Unterschied, ob man aus Ost- oder Westdeutschland kommt?
Auch wenn die Wiedervereinigung nun 30 Jahre zurückliegt, beeinflussen die Geschichte, die Familien-Biografien, auch die Medien die kulturelle Identität der Menschen. Einfluss haben aber auch andere Kriterien, etwa ob man vom Dorf oder aus der Großstadt kommt.

Gibt es ein Produkt, das Sie mit der DDR, mit Ihrer Kindheit verbinden?
Kein Produkt im klassischen Sinne, aber die Plattenbauwohnung der Marke "WBS 70" war ja auch ein typisches DDR-Produkt, zudem ein besonders begehrtes.

Leben Sie und Ihre Familie noch in Ostdeutschland?
Wir leben alle noch hier. Erst heute bin ich mir bewusst, in was für einer historisch herausragenden Region ich aufgewachsen bin und lebe. Das möchte ich mit den Touren vermitteln, denn das interessiert Menschen aus Ost und West.


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