Namenstag
Adelheid, Dominikus, Gilbert, Hermann
Kalenderblatt
2016 - Das Integrationsgesetz für Geflüchtete tritt in Deutschland in Kraft.
2012 - Die US-Raumsonde "Curiosity" landet auf der Suche nach Spuren von Leben erfolgreich auf dem Mars.
2002 - Heftige Regenfälle führen zu verheerenden Überschwemmungen in Ost- und Süddeutschland, Österreich, Tschechien, der russischen Schwarzmeerregion, Rumänien, Norditalien, Nordostspanien und der Slowakei. Weit mehr als 100 Menschen kommen zu Tode, die Schadenssumme beläuft sich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag.
1991 - Der britische Physiker Tim Berners-Lee macht die erste Webseite der Welt öffentlich.
1945 - Eine Atombombe, die über Hiroshima abgeworfen wird, tötet durch die Explosion und die radioaktive Strahlung mindestens 110.000 Menschen, 9.000 erleiden schwere Verletzungen. Unbekannt ist die Zahl der Menschen, die noch Jahrzehnte später an den Folgen der Strahlung sterben.
1940 - Nach Lettland und Litauen wird nun auch Estland von der Sowjetunion besetzt.
1940 - Italienisches Militär rückt in Britisch-Somaliland ein: Der 2. Weltkrieg in Afrika beginnt.
1914 - Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Russland; Serbien und Montenegro erklären dem Dt.Reich den Krieg.
1932 - Autobahn: Die erste kreuzungsfreie Kraftfahrstraße Deutschlands zwischen Köln und Bonn eröffnet (heute A 555).
1819 - "Karlsbader Beschlüsse": Maßnahmen zur Unterdrückung nationaler und liberaler Bewegungen beschlossen. So wird die Zensur verschärft, die Universitäten werden überwacht.
1806 - Mit der Niederlegung der Krone von Kaiser Franz II. endet das »Heilige Römische Reich Deutscher Nation«, das im Jahre 962 mit der Regentschaft von Otto I. aus dem karolingischen Ostfrankenreich entstanden war. Franz II. hatte am 11. August 1804 den Titel des Kaisers von Österreich angenommen. Nach einem Ultimatum des französischen Kaisers Napoléon I. legt er am 6. August 1806 die Krones des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder. Das Reich hört damit nach 844 Jahren auf zu existieren.
1791 - Das Brandenburger Tor in Berlin wird eingeweiht. Die Quadriga kam erst drei Jahre später hinzu.
Die südjapanische Stadt Hiroshima wurde auf einer Fläche von 13 Quadratkilometern dem Erdboden gleichgemacht, von etwa 76.000 Gebäuden wurden 70.000 zerstört oder stark beschädigt; 78.000 Menschen waren auf der Stelle tot, weitere 122.000 starben an den Folgen der Explosion. Drei Tage später tötete eine zweite Atombombe etwa 70.000 Menschen in Nagasaki.
Über die Hintergründe dieser beiden - bisher einzigen - Einsätze der Atombombe wird seit damals heftig gestritten. Waren sie, wie die USA behaupten, notwendig, um den Krieg schnell zu beenden und weitere Opfer zu verhindern? Oder dienten sie einzig den Großmachtinteressen der Amerikaner, die ihre Stellung gegenüber der UdSSR stärken wollten?
US-Präsident Truman, der den Befehl zum Einsatz der Bomben gab, verteidigte seine Entscheidung zeitlebens mit der Begründung, dass dadurch - und Japans anschließende Kapitulation - eine halbe Million Soldaten auf beiden Seiten vor dem Tod und eine Million vor "lebenslanger Verstümmelung" bewahrt worden seien. Und auch heute noch bilden derartige Stimmen in den USA die Mehrheit. Auch in Deutschland finden sich Unterstützer für diese Argumentation.
Als anlässlich des 50. Jahrestags von Hiroshima das "Smithsonian Institute" im Washingtoner Luft- und Raumfahrtmuseum eine aufklärerische Ausstellung über die Auswirkungen des Atombombenabwurfs organisieren wollte, löste dies einen Sturm der Entrüstung aus. Von den US-Veteranenverbänden, dem damaligen Führer der konservativen Republikaner, Newt Gingrich, und auch von Präsident Clinton wurde das Institut zu einer "Umorganisierung" der Ausstellung gedrängt: Nun ist die "Enola Gay", die die Bombe nach Hiroshima brachte, umrahmt von Bildern heldenhafter GIs zu bestaunen - ein Symbol für die nationale Größe der USA und für ihren Sieg im 2. Weltkrieg.
Bis heute hat sich kein US-Präsident bei Japan für die Atombombenabwürfe entschuldigt, und auch in den Medien wird überwiegend die Auffassung vertreten, dass die Bombe ein notwendiges Übel gewesen sei. So hieß es in einem Kommentar der "International Herald Tribune": "Im Pazifik-Krieg gab es viele schreckliche Dinge. Die Atombombe war eins davon. Aber ihr Einsatz verhinderte mit großer Sicherheit weitere Gräuel."
Hiroshima (Puhdys)
Nur ein Schatten blieb von ihm in Hiroshima
Als das Feuer schwieg
Doch den keiner kennt in Hiroshima
Wurde Stein, der schrie
Und er schrie, "Erinnert euch gut
Sonst holt euch die Glut wie hier"
Fliege, mein Lied, nach Hiroshima
Flieg zum Schattenstein
Und versprich dem Mann in Hiroshima
Das wird nie mehr sein
Denn die Welt erinnert sich gut
Sonst holt sie die Glut wie Hiroshima
Die Einsicht, dass der Abwurf der Bomben nicht der Verkürzung des Krieges diente, sondern eiskaltem Machtkalkül der US-Führung entsprang, würde einen tiefen Schatten auf den glorreichen Kriegssieger werfen und auch die edlen Motive für den Kriegseintritt in Frage stellen. Bei einer genauen Betrachtung der militärischen Lage im Sommer 1945 muss man zu dem Schluss kommen, dass der Abwurf der beiden Atombomben keinerlei Auswirkungen auf den Ausgang des Krieges hatte. Japan lag bereits wirtschaftlich und militärisch völlig am Boden. Nach der verlorenen Schlacht um Okinawa war das Land vollkommen eingekreist, seine Flotte war zerstört, die Luftabwehr gegen die US- Bomber machtlos. Diese richteten selbst mit konventionellen Bomben unglaubliche Verwüstungen an, wie der Luftangriff auf Tokio im März gezeigt hatte, bei dem über 80.000 Menschen starben.
Spätestens Ende 1945, so stellte eine amerikanische Untersuchungskommission 1946 fest, hätte sich Japan auch ohne den Einsatz der Atombombe ergeben müssen. Und bis zu dieser Kapitulation wären keineswegs so viele Soldaten gestorben, wie Truman dies dargestellt hatte; US-Generäle hatten für den entscheidenden Angriff auf die Hauptinsel vielmehr 25.000 bis 46.000 tote GIs einkalkuliert. Vermutlich hätten aber noch nicht einmal so viele Menschen ihr Leben lassen müssen und Japan hätte ohne weitere größere Kämpfe einer Kapitulation zugestimmt, wenn die USA dies gewollt hätten.
Seit Mitte 1944 nämlich gab es innerhalb der japanischen Führung einen stärker werdenden Flügel, der Friedensverhandlungen aufnehmen wollte und an Stalin mit der Bitte um eine Vermittlung herantrat. Die USA waren darüber informiert, jedoch nicht bereit, die japanische Bedingung zu akzeptieren, dass das japanische Nationalwesen mit dem Kaiser an der Spitze bestehen bleiben solle. Stattdessen forderten sie in der Potsdamer Erklärung vom 26. Juli die bedingungslose Kapitulation, worauf Japan nicht reagierte. Als jedoch am 10. August das Tokioter Außenministerium die bedingte Annahme der Potsdamer Erklärung mitteilte, machten die USA plötzlich die entscheidende Konzession und lieferten somit den Friedensbefürwortern um den Kaiser das entscheidende Argument zum Abbruch des Krieges. Nicht nur der langjährige Berater von Präsident Roosevelt, Admiral William Leahy, betrachtete angesichts dieses Szenarios die Atombombenabwürfe als überflüssig.
(picture alliance / dpa / Jiji Press / Michiko Takei)
Wenngleich der Abwurf der Atombomben keinen Einfluss auf den militärischen Ausgang des Krieges hatte, so war sein Einfluss auf den politischen Ausgang beträchtlich. Er wies die USA als den eigentlichen Sieger aus und zeigte ihrem Hauptkonkurrenten, der UdSSR, die neuen Muskeln. Nicht zufällig fand der erste Atomtest einen Tag vor Beginn der Potsdamer Konferenz statt, auf der sich die Siegermächte über die Aufteilung der Kriegsbeute einigten, und nicht zufällig fielen die Atombomben gerade zu jenem Zeitpunkt, als Stalin sich anschickte, ebenfalls seine Fühler nach Japan auszustrecken. Die Botschaft von Hiroshima und Nagasaki lautete: Wir, die USA, sind die einzige Supermacht, und wir sind in der Lage, unsere Machtsphären zu verteidigen.
Von Beginn an ging es den USA bei ihrem Kriegseintritt nicht um Demokratie und Kampf gegen den Faschismus, sondern um Macht und neue Weltmarktanteile. Truman beschrieb die amerikanischen Kriegsziele 1941 so: "Wenn wir sehen, dass Deutschland gewinnt, sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen und sie auf diese Weise gegenseitig so viele wie möglich töten lassen …"
Über Jahre hinweg sahen die USA tatenlos zu, wie Hitler die deutsche Arbeiterbewegung zerschlug, eine Horrordiktatur errichtete und andere Länder überfiel. Ihre Haltung änderte sich erst, nachdem der deutsche Faschismus durch die Eroberung des halben Kontinents zur unmittelbaren Bedrohung der eigenen imperialistischen Ziele geworden war. Denn Hitlers Ziel hieß Weltherrschaft, und das konnten die anderen Großmächte nicht zulassen. So wurde die alliierte Kriegskoalition nicht von einem gemeinsamen Antifaschismus zusammengehalten, sondern vom Kampf gegen die Achsenmächte als imperialistische Konkurrenten (Lies hier den marx21-Artikel: "Zweiter Weltkrieg: Ein antifaschistischer Krieg?").
Der Wettlauf um die Entwicklung der Atombombe war somit ein Wettlauf zwischen den fortgeschrittensten imperialistischen Staaten um zukünftige Macht und Profite. Deshalb pumpten die USA innerhalb von drei Jahren die für damalige Verhältnisse gigantische Summe von zwei Mrd. Dollar in ihr Atomprojekt, und deshalb mussten sie die Bombe auch zünden, um zu beweisen, welche Zerstörungskraft sie besitzt.
Im Anfangsstadium des Kalten Krieges hatten sie dadurch einen entscheidenden Abschreckungsvorteil gegenüber Stalin. Wie der damalige US-Verteidungsminister Forestal 1947 sagte: "Die Jahre, die vergehen, ehe eine mögliche Großmacht die Fähigkeit erreicht, uns wirksam mit Massenvernichtungsmitteln anzugreifen, sind die Jahre unserer Chance." Der Politik der Zurückdrängung des sowjetischen Einflusses, des "roll-back", vor allem in Europa, sollte mit dem nuklearen Potential Nachdruck verliehen werden. Churchill erklärte 1948: "Wir wollen die Dinge zu einer Entscheidung bringen … Die Westmächte dürften viel eher ein dauerhaftes Abkommen ohne Blutvergießen erreichen, wenn sie ihre gerechten Forderungen erheben, solange sie über die Atomenergie verfügen und bevor die russischen Kommunisten ebenfalls darüber verfügen."
Zum Entsetzen der USA brach jedoch bereits 1949 der erste sowjetische Atomtest ihr Monopol, und in der Folge setzte ein beispielloses Wettrüsten ein. Wasserstoffbombe, Mittelstreckenraketen, taktische Atomwaffen, Atom-U-Boote, Cruise Missiles und SS-20 - astronomische Summen wurden von den Supermächten aufgewendet, um dem Konkurrenten überlegen zu sein und die eigenen Machtsphären verteidigen und ausweiten zu können. Auf dem Höhepunkt des Wettrüstens besaßen die USA 32.500 nukleare Gefechtsköpfe; die weltweit vorhandenen, einsatzbereiten Waffensysteme reichten aus, um die Erdbevölkerung 38mal auszurotten. In zahlreichen Krisensituationen benutzten die Atommächte ihr nukleares Potential, um den Gegner einzuschüchtern, so während der Suez-Krise 1956, der Berlin-Krise 1961 sowie der Kuba-Krise 1962.
Auch andere Staaten erkannten, dass nur ein eigenes nukleares Potential es ermöglichte, im Konzert der Großen mitzuspielen: Frankreich, England und China entwickelten nukleare Waffensysteme, und auch die BRD wollte unter ihrem Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß Ende der 50er Jahre nuklearen Teilhaberstatus erreichen.
Funktionsweise
Der Kernsprengstoff einer Atombombe des Hiroshima-Typs besteht aus einer Uran-235-Kugel mit Ausschnitt und einem passenden Kegel. Bei der Zündung wird der Urankegel mit Hilfe eines herkömmlichen Sprengstoffs in die Urankugel hineingeschossen. Dabei entsteht eine sogenannte "überkritische Masse". Die kritische Masse für Uran-235 liegt bei 50 Kilogramm, das ist eine Urankugel mit nur etwa 17 Zentimetern Durchmesser! Bei der Überschreitung der kritischen Masse, steigt die Neutronenstrahlung so schnell an, dass die frei fliegenden Neutronen immer mehr Uran-Atome spalten und eine Kettenreaktion auslösen. Die freiwerdende Energie der Hiroshima-Bombe entsprach etwa der Wirkung von 13000 Tonnen TNT. Dabei entstanden Temperaturen von bis zu zehn Millionen Grad Celsius.
Folgen
Die Druckwelle und die Hitze zerstörte auf einer Fläche mit einem Durchmesser von fünf Kilometern sämtliche Gebäude, Häuser und Gegenstände. 90.000 Menschen wurden getötet und 37.000 verwundet. Durch die Hitze verdampften die Menschen, so dass ihre Schattenbilder der Asche auf übrig gebliebenen Mauern zu erkennen waren. Noch in zehn Kilometer Entfernung wurden Bäume und Häuser durch die Hitzewelle in Brand gesetzt und in 15 Kilometer Entfernung zerbarsten Fensterscheiben. In den folgenden vier Wochen starben viele Menschen qualvoll an den Folgen der radioaktiven Strahlung, die durch die Bombe und ihre schmutzigen Abfallstoffe frei wurden. Jahrzehntelang bekamen die Menschen in Japan Krebs oder Leukämie als unmittelbare Auswirkung der radioaktiven Verseuchung. 1976 starben immer noch 2200 Überlebende an den Folgen der beiden Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki.
Lexikon Bombe
Weit davon entfernt, angesichts ihrer furchtbaren Wirkung weltweit geächtet zu sein, machte die Atombombe eine rasante Entwicklung durch. 2.022 Kernexplosionen sind seit 1945 unternommen worden, um die Zerstörungstechnik zu verfeinern. Die modernen Nachfolger der Hiroshima-Bombe sind bei weitem kleiner und zielsicherer und haben eine ums Hundertfache größere Sprengwirkung. Auch nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Horrorwaffen weiterentwickelt, und neue nukleare Systeme entstehen. Da die Konkurrenz zwischen den Großmächten erhalten bleibt - wenngleich mit anderen Konstellationen - kann es sich keine leisten, auf ihr Atompotential zu verzichten.
Diese Realitäten zeigen, dass es naiv wäre, sich für die Beseitigung der atomaren Bedrohung auf die Initiative der Atommächte zu verlassen. Die Tatsache, dass sie auf Nichtverbreitung von Atomwaffen setzen, beweist nicht ihren Friedenswillen, sondern nur, dass sie ein exklusiver Club bleiben wollen. Ebensowenig sind die Abrüstungsverträge zwischen den USA und Russland dazu geeignet, der Menschheit die Angst vor dem atomaren Inferno zu nehmen. Selbst wenn beide Seiten die vorgesehenen Reduzierungen durchführen, bleiben jedem noch immer über Tausende nukleare Sprengköpfe für interkontinentale Systeme. Der 6. August 1945 hat gezeigt, dass die imperialistischen Staaten dazu bereit sind, Atomwaffen einzusetzen, um ihre Macht zu konsolidieren. Und solange es imperialistische Konkurrenz gibt, besteht die Gefahr, dass sie es wieder tun.
Quelle: marx21
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