Willkommen in Sachsen, am 05.04.2026
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05. April
Namenstag
Juliana, Kreszentia Vinzent,

Kalenderblatt

Ostern - ist das älteste christliche Fest, das aber auf ein noch älteres Frühlingsfest der Germanen und Kelten zurückgeht, an dem die Wiederkehr der Sonne als Lichtspenderin und göttliche Quelle der Fruchtbarkeit verehrt wurde. Daher leben in vielen Osterbäuchen auch vorchristliche Frühlings- und Fruchtbar­keits­bräuche weiter wie das Osterfeuer oder Gebildbrote mit Fruchtbarkeitssymbolen.


2016 - Nach tagelangen Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Südkaukasusregion Berg-Karabach mit rund 120 Toten vereinbaren die Konfliktparteien eine brüchige Waffenruhe.


2001 - Die EU-Verkehrsminister geben den Startschuss für die Entwicklung des europäischen Satelliten-Navigationssystems »Galileo«.


1992 - Der Rechtsausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hebt die vom DLV-Präsidium wegen des Verdachts der Doping-Manipulation verfügte Suspendierung von Katrin Krabbe, Grit Breuer und Silke Möller auf.


1992 - Die jugoslawische Armee beginnt mit der Belagerung von Sarajewo in Bosnien-Herzegowina. Sie wird bis Ende Februar 1996 dauern.


1984 - Als erstes Land der Bundesrepublik verankert Bayern den Umweltschutz in der Verfassung.


1951 - Das Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg wird in den USA wegen angeblicher Atomspionage für die Sowjetunion zum Tode verurteilt.


1951 - In den USA wird die erste Operation am offenen Herzen mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt.


1946 - Die sowjetische Armee räumt nach elf Monaten die dänische Insel Bornholm. Im Mai 1945 hatte sie die Ostsee-Insel von der deutschen Besatzung befreit.


1930 - Mahatma Gandhi ignoriert auf seinem Protestmarsch das britische Salzmonopol und beginnt mit der Gewinnung von Meersalz.


1929 - Der Reichstag ratifiziert das Genfer Protokoll von 1925 / Einsatz von Giftgas und bakteriologischen Kampfmitteln geächtet.


1795 - Im Friedensvertrag von Basel tritt Preußen das linke Rheinufer an das revolutionäre Frankreich ab.


1722 - Der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen entdeckt die Osterinsel im Südpazifik.


1355 - Der deutsche König Karl IV. wird in Rom zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt.


Ostern

Eine eindeutige Zuweisung für das Wort Ostern gibt es nicht. Möglich ist, dass das heute gebräuchliche deutsche Wort Ostern von dem indogermanischen Wort "Ostara" abgeleitet ist. So hieß die germanische Göttin der Morgenröte, der Fruchtbarkeit und des Frühlings. Ihr zu Ehren wurde jedes Jahr im Frühjahr ein großes Fest veranstaltet.

Die Wurzeln des Osterfestes liegen im jüdischen Passah-Fest, auch Pessach-Fest genannt. Es ist eines der wichtigsten Feste des Judentums und erinnert an den Auszug der Juden aus der ägyptischen Sklaverei.

Auch Jesus wuchs in dieser Tradition auf. Er zog der Überlieferung zufolge am Palmsonntag auf einem Esel in Jerusalem ein. Die Bevölkerung legte ihm Palmwedel auf die Straße, werden doch vielerorts die Palmen als heilige Bäume verehrt. Alle hofften, dass er sie befreien würde, denn zu der Zeit war Jerusalem von den Römern besetzt. Zum Passah-Fest, das mehrere Tage dauerte, versammelten sich traditionell viele Leute in Jerusalem. Sie schlachteten Lämmer, die gemeinsam verzehrt wurden.

Aber es sollte das letzte Fest sein, das er feierte. Am Donnerstag, der heute als Gründonnerstag gefeiert wird, saß Christus der Überlieferung nach mit seinen Jüngern zusammen. Sie tranken Wein und er brach das Brot und segnete die Gaben. Mit dieser Handlung erhob er das Abendmahl zur christlichen Gedächtnisfeier. Er wusste, dass es das letzte Abendmahl für ihn sein würde, dass er von einem seiner Jünger verraten und sterben würde.

Als er danach in den Garten Getsemani am Ölberg ging, um zu beten, verhafteten ihn römische Soldaten. Jesus wurde verhört und gefoltert. Die Soldaten zerrten ihn vor Pilatus, den damaligen römischen Statthalter von Jerusalem, der ihn zum Tod am Kreuz verurteilte, weil er dessen Macht fürchtete. Nachdem die Römer ihm eine Dornenkrone aufgesetzt hatten, musste er am Karfreitag sein eigenes Kreuz auf einen Berg tragen, wo er gekreuzigt wurde.

Das Wort Ostern

Das Wort Ostern kommt nur im Deutschen und Englischen (Easter) vor und beruht auf einer Fehldeutung im 6. Jhd. Das Fest lässt sich nicht als vorchristliche Feier zu Ehren einer angeblichern germanischen Frühlingsgöttin Ostara erweisen (diese hypothetische Göttin wurde erst nachträglich aus dem Namen geschlossen). Im fränkischen Kirchenlatein findet sich die Bezeichnung Albae paschales für die Osterwoche., die auf den Brauch der römischen Kirche zurückgeht, dass die Neugetauften bei den Frühlingsgottesdiensten in weißen Kleidern erschienen ( Weisser Sonntag, Dominica in Albis). Die frühchristlichen Franken verstanden Albae als die "Morgenröten" und übersetzten es mit dem germanischen Wort austro. Die fränkischen Dolmetscher, die mit Augustinus 597 nach England zogen, brachten das Wort dorthin. Dem Wort liegt das indogerm. "ausos" (Morgenröte, urspr. Licht) zugrunde.

Wann ist Ostern?

325 entscheidet das Konzil von Nizäa, dass das Osterfest am 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond zu feiern sei, wobei als Frühlingsanfang der 21. März gilt. Ist der 21. März ein Vollmond-Sonntag wird der darauffolgende Sonntag Ostersonntag.

In den ersten Jahrhunderten wurde Ostern an nur einem Tag gefeiert: als Leiden und Tod, als Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn und als Tag des Heiligen Geistes. Bis Mitternacht wurde in der Osternacht gefastet (Trauerfasten). Im 4. Jhd. Wurde die Feier von den „heiligen drei Tagen“, von Gründonnerstag bis zum Auferstehungstag, abgelöst. Christi Himmelfahrt wurde 40 Tag nach Ostern gefeiert.

Eine kleine Aufmunterung an Karfreitag

zu Jesus, Abendmahl und Ostern Bild: Edmundo Sáez/CC BY-SA-4.0 Wie der Gekreuzigte der denkbar größten psycho-terroristischen Vereinigung zur Macht verhalf

Rote, blaue, schwarze, weiße Bi-Ba-Butze-Männer und -Frauen in spitzen Hüten mit Augenschlitzen und Kutten wie Klu-Klux-Clan-Ritter, im Rhythmus der Blaskapelle zögernd voranschreitend, Riesen-Kerzen oder Fackeln in den Händen. Davor eine gigantische Monstranz getragen von unzähligen Füßlein unter weinrotem Samt. Geht's die Treppe von der Kirche hinunter, neigt sich Jesus samt Kreuz oder die Jungfrau gefährlich nach vorne.

Aber auch dieses Jahr passiert wohl kein Malheur. Von irgendeinem Balkon ertönt eine Männerstimme mit einem Klagelied, der Saeta, der Zug hält inne. Es ist Nacht in der Semana Santa und die Penitentes, die Büßer, gehen um. Und alle Spanier und Touristen - Katholiken wie Scheinheilige - stehen am Rande der Prozessionen und lassen sich willig fallen in diese Büßer-Regression, die erst am nächsten Morgen in einer der vollgestopften und höllisch lauten Bodegas und Bars enden wird.

Und am Abend darauf werden die Sünden der Nacht zuvor von neuem abgebüßt - das wahre Mysterium der Semana Santa. Es gibt viele Mysterien um die Semana Santa, um die Osterwoche, nicht nur in Cadiz.

Am Anfang stand der Massenmord der gottgesandten Todesengel an jungen Ägyptern

Das wird im II. Buch Moses genau beschrieben. Zu einer festgesetzten Zeit sollen alle Erstgeborenen sterben. JHWH, der Herr, wollte damit die Freilassung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangenschaft erzwingen.

Die Hebräer selbst konnten sich auf folgende Weise vor diesem grausigen Tod schützen. JHWH, der Herr, hat es Moses genau erklärt. Ein männliches Lamm eines Schafes oder einer Ziege, nicht älter als ein Jahr, musste in jeder Familie geschlachtet werde. Mit dessen Blut sollte der Eingang zum Haus markiert werden, um den Todesengeln das Zeichen zum Weitergehen zu geben. Und weitergehen, auslassen, verschonen heißt auf Hebräisch pessach. Das Passah-Fest hat hier seinen Ursprung. Und JHWH, Gott der Herr, befahl noch mehr: Das Opferlamm sollte bis zum letzten Rest verzehrt, dazu nur ungesäuertes Brot gegessen werden, voll bekleidet sollten alle bleiben, jederzeit bereit, sich auf den Weg ins gelobte Land zu machen.

Und der Pharao gehorchte und ließ die Hebräer ziehen ins Gelobte Land. Und so feiern die Israeliten seitdem sieben Tage im März oder April das Passah-Fest mit leckerer Lammkeule und einem ungesäuerten Zwieback namens Matze, das schmeckt wie das zweite Buch Moses selbst.

Ein Mysterium war geschehen. JHWH, Gott der Herr, nahm das Opfer des Lammes für das Opfern des Erstgeborenen und verschonte alle, die es durch Verzehr in sich aufgenommen hatten.

Passahfest mit Wein, knackig-staubigem Matze-Zwieback und Lammkeule

Niemand weiß so genau, ob das alles so passiert ist. Jedenfalls schrieben es so die jüdischen Gelehrten der babylonischen Gefangenschaft in ihre Torarollen irgendwann im 7. Jahrhundert vor unserer Gemeinsamen Zeitrechnung. Die Autoren wünschten natürlich ihren babylonischen Quälgeistern die Pest an den Hals, konnten das aus naheliegenden Gründen nicht so explizit ausdrücken und erzählten lieber die Geschichte von Moses und dem Pharao.

Das Abendmahl von Leonardo da Vinci. Bild: gemeinfrei

Und so feierte auch der freischaffende Wanderrabbiner Jesses aus Galiläa etwas mehr als zwei Jahrzehnte nach seiner eigenen Geburt mit zwölf seiner engsten Getreuen am Abend des später als Gründonnerstag bezeichneten Tages das Passahfest - auf jeden Fall mit Wein, knackig-staubigem Matze-Zwieback und hoffentlich genug Lammkeule.

Und alle Anwesenden wünschen natürlich der römischen Besatzungsmacht die Pest an den Hals, konnten das aus naheliegenden Gründen nicht so explizit ausdrücken und erzählten lieber die Geschichte von Moses und dem Pharao und schimpften vielleicht ab und an auf die große Hure Babylon und meinten insgeheim Rom. Johannes, engster Trinkkumpane von Jesus an diesem Abend, wird später in seiner Offenbarung dieses Motiv weiter ausbauen.

Im Nachhinein ist viel hineininterpretiert worden in dieses Abendessen, denn wir alle wissen, welches grausige Schicksal tags darauf am heutigen Karfreitag Rabbi Jesses wird erleiden müssen: Folter, Dornenkrone, mit dem eigenen Kreuz zum Hügel Golgatha und dort - an dasselbe genagelt - jämmerlich verrecken. Jetzt wird im Nachhinein aus dem Passah-Abendessen die neutestamentarische Eucharistie, DAS Abendmahl.

Aus Matze und Wein wird Leib und Blut von Jesus

Denn nicht Matze und Wein wurden verzehrt, nein, Leib und Blut des tags darauf ans Kreuz genagelte Jesses. Aus den Lämmern, die in Ägypten für das Überleben der erstgeborenen Hebräer geopfert wurden, wird jetzt Jesus Christus, das Lamm Gottes, wie das später der erwähnte Johannes seinem Namensvetter Johannes dem Täufer in den Mund legen wird.

Aus dem Verspeisen der gegrillten Lämmerleiber in Ägypten wird das Knabbern am Matze-Zwieback in Jerusalem, denn der ist ja jetzt der Leib Christis und aus dem Blut des Lammes - zum Schutz gegen Todesengel auf die Türschwelle geschmiert - wird jetzt Wein als Blut Jesu des später Gekreuzigten zur Abwehr des Todes überhaupt und das Versprechen auf Erlösung. Ein neues Mysterium war geboren - das Pascha-Mysterium, das mystérium paschále "Ostergeheimnis", - die Einheit von Leiden und Kreuzestod Christi, seiner Auferstehung von den Toten und seiner Himmelfahrt und Erhöhung und ihrer Vergegenwärtigung in ewig wiederholter Liturgie.

Denn Nutznießer des Opfertodes des Erlösers war keineswegs die geschundene Menschheit, sondern die Institutionen der dadurch neu geschaffenen Religion, der katholischen Kirche. Das Werkzeug dazu lieferte später der selbsternannte Apostel Paulus, indem er recht dreist behauptete, dass Jesses für unser aller Sünden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gestorben sei.

Paulus macht also die gesamte Menschheit zur Verursacherin der Kreuzigung. Jesus seinerseits habe durch seine Selbstaufopferung der Menschheit die Gnade der Erlösung von den Sünden gewährt.

Und daran hat die christliche Menschheit bis heute zu knapsen.

Und wenn er nicht gestorben ist

Man muss sich das in etwa so vorstellen: Die paulinische Kirche, Oberbuchhalterin des christlichen Gnadenschatzes, ja das heißt wirklich so: Gnadenschatz, erteilt große und kleine Einheiten der Gnade an die, die das bitter nötig haben, an uns, die Sünder. Und Sünder sind wir alle, allein schon, weil wir vom Sünder Adam abstammen, weil wir allesamt keineswegs unbefleckt empfangen wurden und natürlich, weil wir so einiges auf dem Kerbholz haben, der Großmutter die Kaffeemühle geklaut oder unreine Gedanken gehabt haben - etwa.

Findige Dogmatiker wie der Kirchenschriftsteller Tertullian aus dem Karthago des 2. Jahrhunderts oder Augustinus aus Hippo im 4. Jahrhundert behaupteten allen Ernstes, dass die Erbsünde physisch durch Samenfluss übertragen werde und dass nur diejenigen, die völlig unverdient die Gnade Gottes erhielten, dieser Erblast entkommen könnten.

Die Erbsünde war geboren und nahm die Menschheit in den Schwitzkasten. Und Sünder schmoren nach dem Tod erst einmal im Fegefeuer, es sei denn die Heilige Kirche legt ein gutes Wort für sie ein. Aber das will verdient sein

Oder - es sei denn, es sei denn Rabbi Jesses ist gar nicht gestorben an diesem Karfreitag, er wurde also gar nicht geopfert wie die vielen Lämmer in Ägypten. Das behaupten zum Beispiel die Muslime. Für die heißt Jesses Isa, ist zwar Prophet und Messias, aber keineswegs Gottes Sohn und am Kreuz ist er auch nicht gestorben. Vielleicht hing ja ein anderer am Kreuz, vielleicht wurde er nur bewusstlos und später von seiner Freundin Miriam aus Magdala als angeblich Toter weggetragen - so wie das dem Grafen von Monte Christo auf dem Chateau d’If vor Marseille gelungen ist.

Vielleicht - und wir können nur hoffen, dass es den beiden gelang - schlugen sie sich nach Beirut durch und ergatterten eine Galeere nach Cadíz im heutigen Andalusien. Und wenn das so war - und wir zweifeln jetzt keine Sekunde mehr daran -, hatten die beiden dort einen Stall voll Kindern. Das mit dem Stall war für Jesús, wie er sich jetzt nannte, gewiss jahrzehntelang der Running Gag, von wegen Bethlehem, Ochs und Esel und den drei Weisen aus dem Morgenland.

Und ganz gewiss steckt unter dem einen oder anderen Penitente-Bi-Ba-Butzemann-Kittel der heutigen Umzüge ein zu allem aufgelegter Nachkomme von Macarena y Jesús, der sich schon auf die Fiesta in den Bars von Cadiz heute Nacht freut.(Jörg Albert)


Quellverweis

Der Osterspaziergang von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weisses,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zusehen!
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!

Hölderlin, Friedrich (1770-1843)

Der Frühling

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag entstehen.
Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,
Der Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

Warum wird Ostern gefeiert? Was bedeutet Karfreitag? Wie wird Ostern terminiert? Und was war noch gleich der Emmaus-Gang?
Fragen und Antworten zum wichtigsten christlichen Fest.
Papst Franziskus hält das Evangelienbuch während der katholischen Ostermesse auf dem Petersplatz hoch
Foto: Alessandra Tarantino / dpa
Gründonnerstag - Tag des letzten Abendmahls

Gründonnerstag gedenken Christen des letzten Mahls, das Jesus am Abend vor seinem Tod mit seinen Jüngern hielt. Nach Überlieferung in der Bibel wird Christus danach von Judas verraten und gefangengenommen. Der Tag symbolisiert die Vereinigung von Christus mit den Gläubigen. Mit dem Tag beginnt das Leiden und Sterben Jesu, die Passion. Nach der Messe werden daher häufig Blumen, Schmuck und Kerzen aus der Kirche entfernt. Ob das "Grün" im Namen tatsächlich auf das mittelhochdeutsche Wort "greinen" (wehklagen) zurückgeht, ist umstritten.

Karfreitag - Tag der Buße und des Gebets

Am Karfreitag gedenken Christen der Leidenszeit und des Todes Jesu. Der biblischen Überlieferung nach wurde der Sohn Gottes an diesem Tag in Jerusalem wegen Aufruhr und Gotteslästerung verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. Schon seit dem frühen Christentum wird der Freitag vor Ostern als stiller Tag der Buße, des Fastens und des Gebets begangen. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort "kara" ab, das Trauer oder Wehklage bedeutet.

Karsamstag - Tag der Grabesruhe

Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Christi. Er wird oft auch als Ostersamstag bezeichnet. Karsamstag gilt als Tag der stillen Trauer und Ruhe. Kirchenglocken sind kaum zu hören. Dafür sind die Schlangen in den Supermärkten umso länger. Denn Karsamstag ist kein gesetzlicher Feiertag, viele Menschen nutzen die Gelegenheit zum Einkauf.

Abends beginnen dann die ersten Osterfeierlichkeiten mit Gottesdiensten und Osterfeuern. Die Feuer haben auch eine heidnische Tradition: Sie sollten den Winter vertreiben. Mit der Christianisierung Mitteleuropas wurde der Kult von der Kirche umgedeutet. Die Feuer stehen demnach für die Freude über die Auferstehung.

Ostersonntag - Fest der Auferstehung Christi

Ostern ist das wichtigste christliche Fest. An Ostersonntag überwand Jesus den Tod und erfüllte damit seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden. Den Termin legte das Konzil von Nicäa im Jahr 325 so fest, dass Ostern immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt. Ostern schließt die 40-tägige Fastenzeit (Passionszeit) ab. Zu Beginn der Feier werden Osterfeuer und Kerzen als Lichtsymbole für das Leben gesegnet.

Ostermontag - Tag des Emmaus-Gangs

Laut dem biblischen Lukasevangelium begegneten zwei Jünger auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus einem Unbekannten. Erst als der Fremde mit ihnen an einem Tisch das Brot teilte, erkannten sie ihn als Jesus Christus. Theologen lesen aus der Geschichte, dass Glaube eine Herausforderung sei, denn erst diese Begegnung habe die Jünger vom göttlichen Wunder überzeugt. Sie kehrten nach Jerusalem zurück und verbreiteten dort die Botschaft von der Auferstehung des Herrn. Daraus entwickelte sich am zweiten Osterfeiertag der Brauch des Emmaus-Ganges, der auch zum weltlichen Osterspaziergang wurde.

Traditionell wird um die Osterzeit nicht nur spaziert, sondern auch demonstriert: beim Ostermarsch. Seine Wurzeln liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. 1968 und 1983 kamen Hunderttausende zu den Märschen. In den Jahren danach verlor die Bewegung an Zulauf.

Osterbräuche in Deutschland: Osterhase, Eierwerfen & Co.

Wie bei jedem Fest gibt es auch zu Ostern verschiedenste Traditionen. Wir haben für Sie nicht nur die traditionellen, sondern auch die außergewöhnlichen deutschen Osterbräuche unter die Lupe genommen.

Bunte Ostereier gehören in Deutschland zum Fest einfach dazu. Ob als Deko, als kleines Geschenk oder einfach als Leckerei – Ostereier müssen sein.

Jedes Jahr wird zwischen dem 22. März und dem 25. April das wichtigste christliche Fest zelebriert – die Auferstehung Jesu Christi. Doch was hat es mit den vielen Osterbräuchen und -sitten hier in Deutschland eigentlich auf sich?

Traditionelle deutsche Osterbräuche und ihre Bedeutung

Wenn Sie sich an Ihre Kindheit erinnern, wissen Sie noch, was bei Ihnen das Osterfest besonders gemacht hat? Der Osterhase und die gefärbten Eier waren bestimmt auch bei Ihnen ein fester Bestandteil der Osterzeit. Aber haben Sie sich mal gefragt, was der Hase mit Ostern zu tun hat und warum wir ausgerechnet Eier bemalen? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Osterbräuche für Sie zusammengestellt.

(© Daniel Bahrmann/stock.adobe.com)
Sorbische Ostereier werden besonders aufwendig verziert.

1. Das Osterei

Das Ei symbolisiert schon seit vorchristlichen Zeiten die Entstehung neuen Lebens und die Wiedergeburt. In der Urchristenzeit wurde den Toten ein Ei als Sinnbild für die Auferstehung ins Grab gelegt. Die tote und leblose Schale verbirgt und umschließt das neue Leben, das Küken. Die christliche Kirche verbindet dies mit der Auferstehung Jesu Christi nach der Kreuzigung. Während der Karwoche, der letzten Woche vor dem Ostersonntag, war es den Christen untersagt, Eier zu essen. Diese wurden gesammelt, aufbewahrt und mit schönen Farben verziert, um sie am Ostersonntag zu weihen und feierlich zu verspeisen. Dieser Brauch ist bis heute erhalten geblieben und hat sich zum allgemein bekannten "Ostereier bemalen und suchen" entwickelt.

2. Der Osterhase

Jeder kennt es, das braune Tier mit den langen Löffeln. Aber wieso bringt genau dieser die Ostereier? Der Hase ist, genau wie das Ei, bereits seit vorchristlicher Zeit ein Symbol für die Fruchtbarkeit und die Entstehung des Lebens. Eine Häsin etwa kann bis zu 20 Junge im Jahr auf die Welt bringen. Zudem ist Ostern das Fest des Frühlings, und der Hase gilt als Frühlingsbote. Im Zusammenhang mit Ostereiern wird das Langohr erstmals 1682 erwähnt. Wie es allerdings zu der Symbiose Eier und Hase und dem Ursprung des Mythos vom Osterhasen kam, der Eier bemalt und diese versteckt, ist unklar. Eine möglicher Hinweis geht zurück bis ins Mittelalter: Zu dieser Zeit war es übllich, kurz vor Ostern seine Schulden zu begleichen. Diese wurden häufig in Form von Sachgütern getilgt, üblich waren Hasen oder Eier.

Interessanterweise brachte in einigen deutschen Regionen auch lange der Fuchs, der Hahn oder der Kuckuck die Ostereier – Meister Lampe konnte sich aber irgendwann doch weitgehend durchsetzen.

Hasen werden schon lange Zeit mit dem Osterfest verbunden. Als Zeichen der Fruchtbarkeit werden Hasen geschichtlich als Symbol des nahenden Frühlings verstanden. Doch hauptsächlich sind die einfach süß

3. Das Osterfeuer

Auch wenn Feuer und Licht im christlichen Glauben eine wichtige Rolle spielen: Hinter dieser Tradition steckt ebenfalls ein ehemals vorchristlicher Brauch. Mit dem Osterfeuer sollen die bösen Wintergeister vertrieben und der Frühling begrüßt werden – ein heidnisches Ritual aus dem Mittelalter. Anders als heute war es für viele Menschen damals durchaus überlebenswichtig, dass die kalte Jahreszeit möglichst kurz blieb. In Zeiten von Heizungen und Versorgung durch den Supermarkt ist die Tradition trotzdem geblieben, denn natürlich freuen sich auch heute noch die meisten Menschen auf den Frühling, wärmere Temperaturen und mehr Tageslicht.

Also, falls Sie für die Osternacht noch keine Pläne haben: Schnappen Sie sich Ihre Familie und suchen Sie sich ein schönes Osterfeuer in Ihrer Nähe; denn was ist ein Osterfest ohne den rauchigen Geruch von Feuer in der Nase?

Ostern mal anders – Verrückte Osterbräuche in Deutschland

Wie auch zu anderen Festen haben sich zu Ostern in vielen Regionen die unterschiedlichsten Traditionen entwickelt. Wir haben für Sie fünf außergewöhnliche deutsche Osterbräuche zusammengestellt, die den Osterhasen mit seinen bunten Ostereiern ganz schnell in den Schatten stellen können:

1. Osterräder (Niedersachsen, Hessen, Alpenregionen)

Eine spannende Abwandlung des Osterfeuers sind die Osterräder: Große mit Stroh gestopfte Holzräder werden angezündet und einen Hang hinab gerollt. Diese Tradition wird in einigen kleinen norddeutschen Gemeinden gefeiert, ist aber auch in Orten in Hessen und in den österreichischen Alpenregionen bekannt. Zu besonderer Bekanntheit hat es der Ort Lüdge im Weserbergland gebracht: Dort findet jährlich ein großer Osterräderlauf mit viel Publikum und anschließendem Feuerwerk statt.

2. Eierwerfen (Bayern)

Das Eierwerfen gibt es in verschiedenen Formen. In Bayern wird das Ei traditionell in ein Wollsäckchen gesteckt und auf einer Wiese oder Weide von sich geschleudert. Der Wurf wird so lange wiederholt, bis die Eierschale kaputt ist, dann scheidet man aus. Sieger ist der, dessen Ei am längsten heil bleibt und die meisten Würfe übersteht.

Auch in anderen Gebieten Deutschlands gibt es verschiedene Versionen des Eierwerfens. In einigen Regionen werden die Ostereier über das Hausdach geworfen, oft zu einem Partner auf der anderen Seite, der das Ei fangen muss. Es heißt, das Haus solle so vor einem Blitzeinschlag geschützt werden.

3. Eierlauf, Eierlage (Bayern, Rheinland-Pfalz)

Der traditionelle Eierlauf existiert in einigen wenigen Orten in Deutschland und wird dort in ähnlicher Weise ausgeführt. Jeweils ein Ei-Sammler und ein Läufer arbeiten zusammen. Der Eiersammler, in Rheinland-Pfalz auch Raffer genannt, muss eine große Zahl Eier einsammeln, die in gleichmäßigem Abstand auf einer geplanten Strecke liegen. Sein Mitstreiter, der Läufer, muss gleichzeitig zu einem bestimmten Punkt laufen und wieder zurück. Das Team, das zuerst das Ziel erreicht, gewinnt den Wettstreit.

4. Ostereierschieben (Sachsen)

In Sachsen werden traditionell Eier (oder auch Süßigkeiten und Obst) an einem Hang heruntergerollt, die von den unten stehenden Kindern aufgefangen werden müssen. Da sich die Tradition in einigen Orten zu einem größeren Spektakel mit vielen Besuchern gewandelt hat, werden heutzutage auch bunte Bälle benutzt, die dann gegen kleine Geschenke eingetauscht werden können. Aber auch in Bayern oder in Ostfriesland gibt es ähnliche Formen des Eierschiebens.

5. Osterreiten (Brandenburg und Sachsen)

Die genauen Ursprünge des Osterreitens sind unbekannt, heute finden die Prozessionen am Ostersonntag statt. In Frack und Zylinder gekleidete Männer reiten auf reich geschmückten Pferden eine festgelegte Prozessionsstrecke entlang, traditionell in den Nachbarort, und verkünden die Auferstehung Christi auf ihrem Weg. An der Spitze der Prozession reiten in der Regel Träger mit Fahnen, einem Kreuz und einer Christusstatue. Entlang der Strecke versammeln sich vielerorts eine große Zahl an Zuschauern, die das Spektakel beobachten.

6. Osterpostamt

Schon seit längerem konnten Kinder ihre Wunschzettel an den Weihnachtsmann schicken, seit einiger Zeit beantwortet aber auch der Osterhase Briefe von kleinen Fans aus aller Welt. Denn neben den zahlreichen Weihnachtspostämtern gibt es in Deutschland nun seit einiger Zeit auch zwei Osterpostfilialen: In Ostereistedt und in Osterhausen. Zugegeben, hier handelt es sich nicht um Jahrhunderte altes Brauchtum, aber vielleicht entwickelt sich aus der Post an den Osterhasen eine schöne Familientraditionen?

Post an den Osterhasen kann geschickt werden an:

 Herrn Osterhase            Osterhase
 Hanni Hase          oder   Siedlungsstr.2
 Am Waldrand 12             06295 Osterhausen
 27404 Ostereistedt

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