Willkommen in Sachsen, am 07.09.2026
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07. September
Namenstag
Adrian, Alan, Melchior, Regina, Stephan,

Kalenderblatt

2001 - In der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) beschließen die Mitgliedsländer einstimmig, ab 2002 den 21. September als Weltfriedenstag zu begehen.


2000 - Die Bundesregierung vereinbart mit den Sportverbänden die Gründung der Nationalen Anti-Doping-Agentur.


1998 - Die Internetsuchmaschine Google wird gegründet. Anfangs noch bescheiden in einer Garage mit vier Mitarbeitern und ausgestattet mit einem Startkapital von einer Million Dollar.


1987 - Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, trifft zu einem offiziellen Besuch der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ein.


1964 - Die DDR führt als einziges Land des »Warschauer Paktes« einen waffenlosen Dienst - als »Bausoldat« - ein. »... Der Dienst in den Baueinheiten ist Wehrersatzdienst ... Er wird ohne Waffe durchgeführt ... Zum Dienst in den Baueinheiten werden solche Wehr­pflichtigen herangezogen, die aus religiösen Anschauungen oder aus ähnlichen Gründen den Wehrdienst mit der Waffe ablehnen.«


1954 - In der DDR werden die Medizinischen Akademien Magdeburg, Dresden und Erfurt gegründet.


1950 - Auf Beschluss der provisorischen Volkskammer der DDR wird in Ost-Berlin das während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigte Stadtschloss »Feudalburg Hohen­zollern« gesprengt. Erhalten bleibt nur ein Portal mit dem Balkon, von dem Karl Liebknecht 1918 die sozialistische Republik ausgerufen hatte.


1949 - In der Bundesrepublik wird die Deutsche Reichsbahn in «Deutsche Bundesbahn» (DB) umbenannt. In den Fernzügen sollen die Wagen der dritten Klasse künftig gepolsterte Sitze erhalten.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

HURRA, ENDLICH ROLLEN WIEDER DEUTSCHE PANZER GEN RUSSLANDDie Menschen urteilen im Allgemeinen nach dem Augenschein, nicht mit den Händen. Sehen nämlich kann jeder, verstehen können wenige. Jeder sieht, wie du dich gibst, wenige wissen, wie du bist. Und diese wenigen wagen es nicht, sich der Meinung der vielen entgegen zu stellen. Denn diese haben die Majestät des Staates zur Verteidigung ihres Standpunkts. Niccolò Machiavelli

Landrat über die AfD: "Keiner wählt die AfD aus Zufall"

Artikel von Julian Staib, Stralsund

Stand: 25.08.2026. o 4 Minuten Lesezeit

Stefan Kerth trat wegen der Migrationspolitik aus der SPD aus. Jetzt fordert der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen eine Öffnung zur AfD - und nennt Dänemark als Vorbild.

Hat die SPD vor drei Jahren verlassen: Landrat Stefan Kerth
© Picture Alliance

Herr Landrat, Sie haben unlängst gesagt, man sollte einer Regierungsbeteiligung der AfD offen gegenüberstehen. Warum?

Aus der Überlegung heraus, dass die Brandmauerdiskussion das eigentliche Thema verschleiert. Die Frage ist: Wäre es gut, wenn im Land andere Mehrheiten entstehen, die die Themen abräumen, derentwegen die AfD überhaupt so stark geworden ist? Migration zum Beispiel. In Dänemark räumt die Sozialdemokratie genau die Themen ab, die hier der AfD überlassen werden. Eine Offenheit gegenüber Koalitionen mit der AfD würde nach meiner Überzeugung auch zu einem neuen Realismus im linken politischen Lager führen.

Aber die AfD ist in Teilen rechtsextrem, auch in Mecklenburg-Vorpommern ist das Programm teils völkisch. Zudem diffamiert die Partei die Presse, will den öffentlichen Rundfunk abschaffen. Ist Ihr Wunsch da nicht gefährlich?

In der AfD gibt es Rechtsextreme und ganz normale Leute. Der für mich entscheidende Punkt ist längst ein anderer: Wir delegitimieren mit der Bezeichnung "rechtsextrem" im Osten 40 Prozent der Wähler. Wir sagen diesen Menschen: Du bist zwar Staatsbürger, aber so richtig auch wieder nicht. Wir erfinden Bürger erster und zweiter Klasse - solche, die richtig wählen, und solche, die falsch wählen.

Dann sind Sie gegen ein Parteiverbot?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Rede zum 9. November 2025 für ein Parteiverbot geworben. Ich halte Steinmeier für einen hochgebildeten, klugen Menschen - aber das finde ich unfassbar. Wer ein Parteiverbot fordert, muss über die Menschen reden, die diese Partei wählen. Keiner wählt die AfD aus Zufall. Und das Grundgesetz sieht keine politisch halbmündigen Bürger vor.

Stärkt die Brandmauer die AfD aus Ihrer Sicht?

Auf jeden Fall. Mein Gag ist immer: Das Schlimmste, was der AfD passieren könnte, wäre, wenn sie die kostenlose Wahlkampfhilfe versteuern müsste, die ihr die anderen Parteien durch ihr Verhalten liefern. Dann wäre sie sofort pleite.

Faktisch gibt es die Brandmauer zumindest auf kommunaler Ebene in Mecklenburg-Vorpommern kaum noch. Bei Ihnen im Kreistag hat die CDU kürzlich einem Antrag der AfD zugestimmt, der sich dagegen ausspricht, dass ein Gaskraftwerk aus Lubmin der Ukraine geschenkt wird.

Ich erlebe durchaus noch, dass die CDU bei Anträgen der AfD eine klare Abgrenzung sucht. Es ist nicht so, dass man hier ein Herz und eine Seele wäre. Aber ich spüre, dass man irgendwie am Ende eines Weges angekommen ist und nun sagt: So geht es nicht mehr weiter.

Wenn man Ihren Landstrich besucht - die Ostseeküste, die renovierten Städte, die gut ausgebauten Straßen -, scheint es den Leuten gar nicht so schlecht zu gehen. Woher kommt die Wut?

Die Frage impliziert: Die Leute sind doch satt und gewickelt - ihre politische Orientierung muss also ein Irrtum sein. Ich glaube, das greift zu kurz. Die Vorstellung stimmt nicht, AfD-Wähler seien vor allem einkommensschwache oder bildungsferne Menschen. Das Klischee des ostdeutschen Skinheads war von Anfang an falsch. Die Leute reflektieren, was passiert, und glauben, dass wir in einer politischen Sackgasse stecken. Viele spüren unterschwellig, dass wir vor einem erheblichen wirtschaftlichen Abstieg stehen könnten.

Migration ist immer noch ein Thema, das Unmut schürt, dabei kommen sehr viel weniger Menschen nach Deutschland.

Migration ist für mich das Thema, das den Menschen zeigt, dass im Land nichts verstanden wurde. Es geht nicht darum, dass Migration hier täglich spürbar wäre - für 90 Prozent der Menschen spielt das im Alltag kaum eine Rolle. Aber es ist der Tacho, der anzeigt, wie abgehoben und lebensfremd Politik sein kann. Wenn Frau Bas sagt, es gebe keine Einwanderung ins Sozialsystem, dann sagen sich die Leute: Die haben doch alle einen an der Klatsche. Die Migrationspolitik ist der Indikator für den Grad des Wahnsinns - und der steht nach wie vor auf Rot.

Und die Russlandpolitik? Der schon erwähnte Plan, der Ukraine ein Gaskraftwerk zu schenken, sorgt für viel Unmut in der Region.

Ich bin auch dagegen, das zu verschenken. Wir brauchen Redundanz in der Energieversorgung, und wir müssen unsere Versorgungssicherheit absichern. Ich bin grundsätzlich ein Fan der Energiewende. Aber das gleichzeitige Abschalten noch funktionierender Kraftwerke richtet volkswirtschaftlichen Schaden an. Und ich finde unsere außenpolitische Debatte sehr unterkomplex: Westbindung gut, Ostbindung im Zweifel Teufelszeug - das kommt mir hochgradig vereinfacht vor.

Viele Menschen im Nordosten sagen, sie fühlen sich nicht gehört. Können Sie das nachvollziehen?

Ja, absolut. Und "sich nicht gehört fühlen" ist noch die abgeschwächte Form. Wir haben seit einigen Jahren einen Zustand erreicht, in dem man zu bestimmten Themen - auch zur Russlandpolitik - persönliche Nachteile riskiert, wenn man eine abweichende Meinung äußert. Gerade wer am Anfang seiner Karriere steht, überlegt sich das sehr genau. Und der frühere DDR-Bürger, der das selbst erlebt hat oder aus der Familie kennt, wie sich das in einer realen Diktatur anfühlt, reagiert darauf sehr sensibel. Das höre ich ständig - und ich empfinde es selbst auch so.

Aber stimmt das denn? Ministerpräsidentin Schwesig etwa macht regelmäßig Bürgerdialoge, bei denen jeder sagen kann, was er will.

Wenn bei so einer Veranstaltung die Anmoderation gleich mit dem Bekenntnis zu "Vielfalt" beginnt, dann weiß jeder im Saal, was das bedeutet. Das ist ein Schlüsselbegriff, der signalisiert: Wer eine andere Meinung hat, ist hier eigentlich nicht gemeint. Das sind Gesprächsangebote, die gleichzeitig Ausladungen sind. Die gehen den Dingen, die die Menschen wirklich bewegen, nicht auf den Grund.

Sie sind 2023 aus der SPD ausgetreten, hauptsächlich wegen der Migrationspolitik. Aber die hat sich stark gewandelt, die Zahlen sind gesunken - wäre das kein Grund, wieder einzutreten?

Nein. Real hat sich nichts geändert. Ich mag der CDU unter Merz unterstellen, dass dort ein echter Wandel gewollt wird - aber die Umsetzung scheitert. Die dänische Sozialdemokratie macht eine Politik, die man hier als "völkisch" bezeichnen würde. Und sie tut das, weil sie Probleme lösen will. Warum kann das nicht auch die deutsche SPD?

Wo würden Sie sich politisch verorten?

Ich bin ein glücklicher parteiloser Landrat und leide gleichzeitig total unter dieser furchtbaren Unfähigkeit, Probleme in unserem Land zu lösen. Ich glaube nicht, dass links grundsätzlich tot ist. In so einer Welt möchte ich nicht leben. Aber dieser reine Ideologismus ohne lebenspraktischen Realismus - das funktioniert nicht.


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© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17