Namenstag
Helene, Kletus, Ratbert, Richardius, Trudbert
Kalenderblatt
2009 - In Berlin scheitert ein Volksentscheid über verpflichtenden Religionsunterricht an Schulen.
2008 - Im niederösterreichischen Amstetten wird der 73 Jahre alte Josef Fritzl festgenommen. Er hatte eine Tochter 24 Jahre lang in ein Kellerverlies unter seinem Haus gesperrt und missbraucht. Sieben Kinder wurden geboren.
2002 - Im Erfurter Gutenberg-Gymnasium erschießt der 19-jährige Robert Steinhäuser 12 Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler, einen Polizisten und sich selbst.
1994 - Das Leugnen des Holocaust ist nach Feststellung des Bundesverfassungsgerichts nicht von der Meinungsfreiheit geschützt.
1986 - Im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl kommt es zum bislang folgenschwersten Reaktorunfall in der Geschichte der zivilen Nutzung der Kernenergie. Weite Teile Europas werden verseucht.
1939 - Der deutsche Flugkapitän Fritz Wendel erreicht mit einem Propeller-Flugzeug vom Typ Messerschmitt «Me 109R» mit 755 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord, der erst 30 Jahre später eingestellt wird.
1938 - Die Nationalsozialisten zwingen die Juden im Deutschen Reich, ihre in- und ausländischen Vermögen offenzulegen.
1937 - Die deutsche «Legion Condor» zerstört im spanischen Bürgerkrieg mit einem Bombenangriff die baskische Stadt Guernica.
1828 - Die «Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin» wird gegründet. Sie ist die älteste deutsche geografische Gesellschaft.
1506 - Universität Frankfurt/Oder gegründet (1811 nach Breslau verlegt).
26. April 1986
Tschernobyl steht für einen der größten Unfälle in der Geschichte der Atomenergie: Am 26. April 1986 trat in dem ukrainischen Atomkraftwerk der Super-GAU (Grösster Anzunehmender Unfall) ein. In Block 4 des Kraftwerks kam es zu einer vollständigen Kernschmelze. Durch die daraus folgenden Explosionen wurde radioaktives Material in die Atmosphäre geschleudert.
Tschernobyl liegt im Norden der Ukraine an der Grenze zu Belarus. Radioaktives Material kontaminierte die gesamte Umgebung und verteilte sich zusätzlich über das ebenfalls ahnungslose Europa.
Am 26. April 1986 kommt es im Block vier des Wladimir-Iljitsch-Lenin-Kernkraftwerk in Tschernobyl zur Kernschmelze und zu Explosionen.
Radioaktive Materialien gelangen kilometerhoch in die Atmosphäre und verteilen sich über weite Teile Europas. Die Sowjetunion informiert sowohl Anwohnende als auch das Ausland nur zögerlich und nie vollständig über das Ausmaß der Katastrophe.
Besonders betroffen sind Gebiete in der heutigen Ukraine, rund um Tschernobyl, sowie angrenzende Gebiete in Belarus und Russland.
Die Zahlen der Opfer schwanken je nach Quelle stark. Die WHO geht in Folge der Katastrophe allein von 125 000 Erkankten unter den Helfern aus, schätzungsweise waren 600.000 Menschen einer schweren Strahlenbelastung ausgesetzt.
Foto: AdobeStock | Sid10
Das Kernkraftwerk Tschernobyl galt in den 1980er-Jahren als Musteranlage der Sowjetunion. Zwischen 1970 und 1983 entstanden im Norden der Ukraine, nahe der Grenze zu Belarus, vier Reaktorblöcke. Jeder Kernreaktor hatte eine elektrische Bruttoleistung von jeweils 1.000 Megawatt.
Die Sicherheit des Reaktors von Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat sollte überprüft werden. Allerdings geriet der vorgesehene Test aufgrund von Bedienungsfehlern und Konstruktionsmängeln des Reaktors völlig außer Kontrolle.
Am 25. April 1986 sollte in Block 4, der erst 1983 in Betrieb gegangen war, ein Versuch durchgeführt werden. Dabei sollte durch einen simulierten Stromausfall nachgewiesen werden, dass das Kraftwerk auch ohne Strom von außen selbst genügend Energie produzieren würde, um die Notkühlung des Reaktors sicherzustellen. Für das Experiment musste die Leistung des Reaktors heruntergefahren werden. Unnötigerweise schalteten die Techniker währenddessen das Notkühlsystem aus. Noch während des Herunterfahrens wurde aus Kyjiw ein erhöhter Strombedarf gemeldet, woraufhin das Experiment spontan um neun Stunden verschoben wurde. Der Reaktor blieb in dieser Zeit auf einer Leistung von 50 Prozent heruntergefahren und das Notkühlsystem ausgeschaltet.
Erst in der Nacht auf den 26. April wurde das Experiment fortgesetzt. Die Leistung des Reaktors wurde weiter heruntergefahren. Ziel war eine Leistung zwischen 20 und 30 Prozent zu erreichen. Bei 20 Prozent lag die Minimalleistung dieses Reaktortyps. Darunter durfte er nicht betrieben werden, sonst bestand die Gefahr, dass der Reaktor außer Kontrolle geraten konnte.
Bei der Leistungsregelung unterlief einem der Techniker allerdings ein folgenschwerer Fehler. Wahrscheinlich durch die Eingabe eines falschen Wertes fiel die Reaktorleistung auf nur noch ein Prozent. Um die Leistung wieder anzuheben, beschlossen die Techniker Steuerstäbe, mit denen die atomare Kettenreaktion kontrolliert werden konnte, zu entfernen. Dabei unterschritten sie die zulässige Minimalgrenze von 28 Stäben. Dennoch stieg die Leistung auf nur sieben Prozent. Der Reaktor befand sich damit in einem äußerst instabilen Betriebszustand.
Trotz allem bestand der stellvertretende Chefingenieur auf die Durchführung des Experiments. Die Techniker blockierten daraufhin das Signal für die Schnellabschaltung des Reaktors entgegen der Sicherheitsvorschriften. Für das Experiment wurden die Sicherheitsventile der beiden Turbinengeneratoren geschlossen. Dadurch verringerte sich augenblicklich der Wasserzufluss im Reaktor und die Temperatur stieg rapide an.
Schlagartig kam es zu einer Steigerung der Reaktorleistung. Eine unkontrollierte Kettenreaktion setzte ein. Der Versuch die Kettenreaktion durch eine Notabschaltung zu unterbinden misslang. Die Führungskanäle für die Steuerstäbe waren aufgrund der enormen Hitze bereits verformt. Innerhalb weniger Sekunden kam es zu einer extremen Energiefreisetzung in den Brennelementen und zur Zerstörung des Reaktorkerns. Bei über 2.000 Grad setzte die Kernschmelze ein.
Kurz darauf ereigneten sich zwei Explosionen, vermutlich ausgelöst durch große Mengen Wasserstoff, die sich gebildet hatten. Durch die Gewalt der Explosionen wurde die tonnenschwere Abdeckplatte des Reaktorkerns abgesprengt und dabei das Dach des ganzen Gebäudes aufgerissen. Durch die Explosion und einen Brand im Reaktor wurden große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt, die sich großräumig und kilometerhoch in die Atmosphäre verteilten.
Damit war der Super-GAU eingetreten, also ein Unfall der verheerender war, als der größte anzunehmende Unfall (GAU). Bis zur Atomkatastrophe von Fukushima 2011 galt Tschernobyl als einziger nuklearer Unfall, der auf der INES-Skala (Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse) mit dem Höchstwert 7 (katastrophaler Unfall) eingestuft wurde.
Insgesamt wurden 150.000 Quadratkilometer in Belarus, der Ukraine und Russland durch den Reaktorunfall in Tschernobyl radioaktiv verseucht. Ein Gebiet, in dem damals fünf Millionen Menschen lebten. Mehr als 330.000 Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Reaktors gelebt hatten, mussten evakuiert werden. Wegen der Wetterbedingungen wurden weitere 45.000 Quadratkilometer in ganz Europa durch Radioaktivität belastet.
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