Namenstag
Hieronymus, Sophie, Urs, Viktor,
Kalenderblatt
2010 - Bei der Räumung einer Schülerdemonstration gegen Stuttgart 21 wurden im Schlossgarten von Stuttgart etwa 400 Menschen verletzt, darunter Jugendliche und Rentner. Es wurden teils auch Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt.
1996 - Das Schweizer Parlament stimmt der Einsetzung einer Untersuchungskommission zu, die sämtliche Vermögensgeschäfte mit Nazi-Deutschland durchleuchten soll. Für die Untersuchung soll das Schweizer Bankgeheimnis aufgehoben werden.
1986 - Der israelische Nukleartechniker Mordechai Vanunu, damals Mitarbeiter am Kernforschungszentrum Negev, der der Presse kurz zuvor verraten hat, dass Israel eine Atommacht geworden sei, wird vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Rom gelockt, entführt und nach Israel gebracht.
1971 - Der Deutsche Freiheitssender 904 (DFS 904), ein seit 1956 aus der DDR in die Bundesrepublik sendender Geheimsender, stellt seinen Betrieb ein.
1946 - In den Nürnberger Prozessen (begannen am 20. November 1945 gegen die 24 Hauptkriegsverbrecher) werden die Urteile gegen ehemalige Nazi-Größen gesprochen: 22 mal die Todesstrafe, sieben Haftstrafen und drei Freisprüche.
1888 - Jack the Ripper bringt vermutlich mit Elizabeth Stride und Catherine Eddowes zwei Frauen an einem Tag um.
1681 - Die freie Reichsstadt Straßburg wird von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. (der Sonnenkönig) besetzt, die Stadt bleibt von da an französisch.
Von
30. August 2025
(Bild: Oleksandr Polonskyi/Shutterstock.com)
Nicht nur sollten front-erfahrene ukrainische Soldaten berichten, sondern es war auch angedacht, dass man sich vor Ort sich ihren "Reihen anschließen" könne.
Die Brigade Asow ist nicht irgendeine Einheit, sondern eine immer stärker werdende, historisch gewachsene Neonazi-Truppe in den offiziellen ukrainischen Streitkräften.
Proteste verhinderten dieses Schauspiel.
Trotzdem wachsen Einfluss und Freundeskreis: Der ehemalige Bundeswehrsoldat Peter R. konnte im Februar - angeblich ohne Kenntnis und Zuständigkeit der Bundesregierung - ungeniert auf Schloss Diedersdorf in Brandenburg für das Asow-Bataillon werben.
Was aber steckt hinter den Kriegern, deren Symbol die Wolfsangel ist, ein Emblem, das schon durch die 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" verwendet wurde?
Im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen um die Donbass-Region entstanden 2014 dutzende ukrainische Freiwilligenverbände. Eines davon ist Asow. Doch deren Gründung, durch Andrij Biletzki, Oleg Ljaschko und Dmytro Kortschynsky, fußte nicht auf Zufall: Ihre Gründer sind überzeugte langjährige Faschisten.
Insbesondere Biletsky ist kein Unbekannter: Er war Gründer und Führungsfigur der neonazistischen Gruppen "Social-National Assembly" und "Patriot of Ukraine", Abgeordneter der Rada und Kommandant von Asow. Auch Ljaschko saß im Parlament, zunächst für die Partei Timoschenkos, dann für seine eigene.
Er kandidierte 2014 gar für das Präsidentenamt und fiel mit extremen Aktionen auf: Er ließ einen prorussischen Politiker festnehmen und rechtfertigte einen gewalttätigen Sturm auf ein Verwaltungsgebäude, bei dem zwei Personen ums Leben kamen.
Kortschynskyj vertritt wiederrum die Verbindung zum orthodoxen Christentum: Er ist Leiter der Bewegung "Bratstwo" ("Bruderschaft"), die sich als christlich-orthodox-national versteht. Und hat Kampferfahrung: Er beteiligte sich im Tschetschenien-Krieg auf der Seite der Separatisten.
Folgt man der geopolitisch gefärbten Erzählung der bundesdeutschen Politik gibt es kein Problem.
Bundeskanzler Merz trieb es, aus Anlass des ukrainischen Unabhängigkeitstages letzte Woche, auf die Spitze: Die gesamte Ukraine kämpfe für "unsere Freiheitsordnung in Europa".
In diesem Kampf scheinen alle Mittel Recht, sofern sie dem Zweck - der Ruinierung der Russischen Föderation - zuträglich sind. Schwerlich lassen sich Zweck und Mittel mit dem proklamierten Werte-Kanon in Einklang bringen.
Doch damit nicht genug: im 2023 erschienenen Buch des heutigen Asow-Chefideologen Olexij Reins mit dem Titel "What Is Azov from Ukraine?" nennt der Autor Jaroslaw Stezko als Vorbild der Einheiten. Laut der Publizistin Susanne Witt-Stahl war dieser "Stellvertreter von Stepan Bandera, Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten und wurde (...) sein Nachfolger."
Die OUN stand für einen mit dem faschistischen Deutschen Reich kollaborierenden ethnisch-ukrainischen Führerstaat. Der US-Historiker Per A. Rudling geht in seinen Forschungen davon aus, dass die OUN die "nationalsozialistische Weltanschauung" und die Idee einer faschistischen Neuordnung Europas, der sklavischen Unterwerfung der übrigen Sowjetvölker sowie eines glühenden Antisemitismus geteilt habe.
Nicht nur, dass das Regiment selten mit faschistischer Emblematik geizt, auch dessen Gründer äußerte sich 2010 eindeutig:
Neben dem Weißen Haus fällt die Verbindung zu anderen nicht-ukrainischen faschistischen Gruppen ins Auge.
In Deutschland gibt es offenkundig Kontakte zur neonazistischen Partei "Der Dritte Weg". Während die deutsche extreme Rechte in manchen Teilen zu Russland steht, ist die Kleinstpartei "Dritter Weg" konsequent solidarisch mit Kiew. So wird beim "Dritten Weg" für Asow geworben und das faschistische Musikfestival "Asgardsrei" in der Ukraine unterstützt.
Laut dem Combating Terrorism Center wurde Ausrüstung an asow-bewegte Kräfte im Osten der Ukraine geliefert und zudem wurden Flüchtlingsfamilien von Kämpfern untergebracht. Zudem versuchten dutzende Neonazis mit dem Ziel, sich der Asow-Bewegung anzuschließen, in die Ukraine auszureisen.
Doch spätestens ab 2015 wurden, insbesondere im Westen, die ideologischen Bedenken über Bord geworfen. Das Asow-Bataillon erfuhr eine Phase der Professionalisierung. Zwar verbot ein Gesetz ab 2016 politische Agitation unter Soldaten, löste jedoch nur einen enormen militärischen Fokus aus.
Die Jahre wurden genutzt, 2022 schlug die große Stunde. Die Asow-Männer errangen einen Heldenstatus aufgrund ihrer militärisch starken Verteidigung der Stadt Mariupol, ihrer erbitterten und teilweise den anderen Teilen der ukrainischen Armee deutlich überlegenen militärischen Erfolge und schließlich mit der medial ausgeschlachteten Episode um das Asow-Stahlwerk.
Unter dem Kommando von Denys Prokopenko (seit 2017) lag der Fokus auf Militarisierung: Training, Waffenbeschaffung, moderne Einsatzführung. Eine vermeintliche Loslösung von faschistischer Rhetorik machte auch die Kooperation mit US-Militärausbildern möglich. Laut "Le Monde" orientiert sich das Regiment in Taktik, Strategie, Waffentechnik und Motivation an Nato-Anforderungen
Dies treibt aktuell immer wildere Blüten: Ehemalige Azov-Einheiten bilden eine neue Special-Operations-Forces-(SSO)-Brigade.
Diese wurde im Januar 2023 zu einer hochmobilen Kampfeinheit innerhalb der regulären ukrainischen Landstreitkräfte zusammengeführt. Für das Jahr 2025 strebt man die Rekrutierung internationaler, englischsprachiger Kämpfer mit militärischer Erfahrung auf Basis eines strengen Auswahlverfahrens an.
Trotz Nazi-Ausrichtung: USA heben Sanktionen gegen Asow-Brigade in der Ukraine auf - Telepolis
Russlands Rechtsextreme: Wird der Westen Putin noch vermissen? - Telepolis
Asow oder die wandlungsfähigen Nazis - Telepolis
Sicher, die hochmotivierten und leistungsstarken Asow-Krieger stellen in manchen Teilen das Rückgrat der ukrainischen Armee dar.
Vorsicht ist geboten: Die Gründungsväter und ihre Ideen sind keineswegs marginalisiert. Wie die neuesten Publikationen belegen, scheut man sich inzwischen nicht einmal mehr, sich öffentlich zu ihnen zu bekennen.
Nie saßen die braunen Spielgesellen fester im Sattel als heute. Das militärische Kiew und durch die Asow-Bewegung auch die Selenskyj-Administration erscheinen als schwache Getriebene. Ihre Frontsoldaten werden Mitsprache und Pfründe fordern.
Eine brandgefährliche Situation: Ist ein Waffenstillstand mit den hochideologisierten und mittlerweile professionalisierten Asow-Kämpfern erreichbar? Der Staat im Staate könnte, wie die letzten Angriffe auf russische AKW-Anlagen belegen, über ein massives Eskalationspotenzial verfügen.
Quelle: Telepolis
Finden Sie weitere Artikel zu Politik
- Macht der Feminismus Mütter unglücklich (zuletzt geändert: 30.09.2026)
mehr zum Thema: Ideologie - Autogrammkarte für krebskranke Frau - Friedrich Merz und die Kunst der herzlosen Geste (zuletzt geändert: 30.09.2026)
mehr zum Thema: Skandale - Polizei - Heirat, Familiennachzug, Schleusung - Syrer-Clans expandieren (zuletzt geändert: 28.09.2026)
mehr zum Thema: Islamisierung - Erst die Oligarchen enteignet, jetzt selbst einer - Selenskyjs Saubermann-Fassade bröckelt (zuletzt geändert: 28.09.2026)
mehr zum Thema: Ukraine - Kontrolle gegen Mietwucher und Sozialbetrug - Guten Morgen, Razzia! (zuletzt geändert: 27.09.2026)
mehr zum Thema: Skandale - Osteuropäer zocken Stütze ab - Jobcenter schlagen zurück (zuletzt geändert: 26.09.2026)
mehr zum Thema: Skandale - Abschiebung unmöglich - Asylbewerber mit Strafakte - Jeder vierte taucht ab (zuletzt geändert: 26.09.2026)
mehr zum Thema: Islam - Asyl - Pöbel-Attacke im EU-Parlament - Griechin beschimpft von der Leyen als 'Rassistin' (zuletzt geändert: 24.09.2026)
mehr zum Thema: EU - Aufrüstung -auch- gegen Russland - 250 neue Abrams - Polen baut Panzerflotte massiv aus (zuletzt geändert: 24.09.2026)
mehr zum Thema: Polen - Notarzteinsatz bei Großfamilie - Als der Vater tot war, dachte ich, der Clan lyncht uns (zuletzt geändert: 23.09.2026)
mehr zum Thema: unsere Clans - Islamist verlässt Deutschland - dafür bekommt er 6000 Euro (zuletzt geändert: 23.09.2026)
mehr zum Thema: Skandale - US-Diplomat über Nato-Osterweiterung 'Russland musste nun schon dreimal Scheisse von uns fressen' (zuletzt geändert: 21.09.2026)
mehr zum Thema: NATO - Lanz ledert gegen Stegner - Dieser Satz widert mich an (zuletzt geändert: 19.09.2026)
mehr zum Thema: Medien - Milliardenschwere Unterstützung - Warum fordert Wadephul, die Ukraine solle mehr Waffen in Deutschland kaufen (zuletzt geändert: 18.09.2026)
mehr zum Thema: Ukraine
- Abschied ist ein leises Wort ( zuletzt geändert: 26.09.2026 )
- 1994 gesunkene Fähre - Warum erneut über den Estonia-Untergang gestritten wird ( zuletzt geändert: 27.09.2026 )
© infos-sachsen / letzte Änderung: - 09.08.2025 - 18:17
- Impressum
- Kontaktformular
- Musiksammlung
- FTP - Server