Willkommen in Sachsen, am 17.01.2026
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17. Januar
Namenstag
Anton, Beatrix,

Kalenderblatt

17. Januar: - Am Tag des heiligen Antonius, des Schutzpatrons des Hausviehs, bekamen früber die Schweine besonders gutes Futter. Im Rheinland gab es nach dem Gottesdienst einen Schweinebraten.


2014 - Grundsatzrede von Barack Obama: "Hören keine befreundeten Staats- und Regierungschefs mehr ab".


1995 - Die japanische Insel Honshu wird von einem Beben der Stärke 7,2 heimgesucht. Mehr als 6400 Menschen kommen ums Leben.


1991 - Knapp 19 Stunden nach Ablauf des UN-Ultimatums zur Räumung Kuwaits greift eine multinationale Truppe unter amerikanischer Führung im Rahmen der »Operation Wüstensturm« den Irak an.


1966 - In Spanien verunglückt über Palomares ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe mit Kernwaffen an Bord. Vier Plutoniumbomben fallen vom Himmel und werden in aufwändiger Suche geborgen. Das Absturzgebiet ist durch die freigesetzen Strahlen verseucht.


1961 - Patrice Lumumba, erster Ministerpräsident des 1960 von Belgien unabhängig gewordenen Kongo, wird nach seinem Sturz in Élisabethville (heute Lubumbashi) in Anwesenheit belgischer Offiziere gefoltert und erschossen. Noch heute gilt er für viele als Symbolfigur afrikanischer Unabhängigkeit.


1955 - Das erste atombetriebene U-Boot der Welt, die amerikanische »Nautilus«, sticht in See.


1946 - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hält in London seine konstituierende Sitzung ab.


1945 - Warschau wird von der sowjetischen Roten Armee erobert. Die letzten deutschen Truppen kapitulieren.


1944 - Mit der Schlacht um Monte Cassino an der Gustav-Linie beim historischen Kloster Montecassino in Italien beginnt eine der längsten und verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs.


1944 - Der deutsche Belagerungsring in Leningrad wird durch eine sowjetische Groß­offensive aufgebrochen / Am 28. Januar endet die seit 900 Tagen dauernde Blockade der Stadt.


1932 - Im Deutschen Reich beginnt das Nummerieren der wichtigsten Fernverkehrs­straßen, um die schnelle Orientierung zu erleichtern.


1925 - In Russland entscheidet Stalin den Machtkampf im Kreml für sich. Er setzt Trotzki als Verteidigungskommissar ab.


1912 - Robert Falcon Scott erreicht mit seiner Terra-Nova-Expedition den Südpol, wo der Norweger Roald Amundsen jedoch mit Hundeschlitten bereits einen Monat früher als erster gewesen ist. Der Rückmarsch durch die Antarktis zum Basislager endet für die Expedition tödlich.


1845 - In Preußen wird eine einheitliche Gewerbeordnung eingeführt. Sie untermauert die 1810 eingeführte Gewerbefreiheit.


395 - Das Römische Reich wird unter Honorius (384-423, Westen) und Arcadius (um 377-408, Osten) aufgeteilt. Hauptstadt des Oströmischen Reiches bleibt Konstantinopel, politisches Zentrum des Weströmischen Reiches wird zunächst Mailand und ab 404 Ravenna. Mit der Reichsteilung wollte Theodosius I. - vergeblich - den Zerfall des von den Völkerwanderungen bedrohten Reiches verhindern.


Handwerker aus Sachsen-Anhalt verlangen Ende der Russland-Sanktionen
In einem Brief an Olaf Scholz fordert ein ostdeutscher Handwerksverband das Ende aller Russland-Sanktionen. "Die breite Mehrheit ist nicht gewillt, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern." Quelle: Spiegel vom 19.08.2022)

Wegen Preisexplosion: Vogtländer schicken Wut-Brief an Habeck:
Im Brief heißt es dazu: "Konkret haben wir den Eindruck, dass aus der emotionalen Empörung über den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die Ukraine politische Entscheidungen resultieren, deren Auswirkungen gravierende Folgen für die Bevölkerung in unserem Land haben werden (...)" Quelle: Tag24 vom 01.08.2022)

Bürgermeister sprechen sich für Nutzung von Nord Stream 2 aus. Quelle: Brief an die Bundesregierung (welt.de vom 28.07.2022)

Eine starke Wirtschaftsleistung ist die Grundlage für Deutschland, überhaupt reagieren zu können, egal in welcher Dimension. (...) Wir helfen der Ukraine nicht, wenn wir uns selbst schwächen. Genau das würde aber passieren bei einem sofortigen Energie-Stopp. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius

"Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen". Angela Merkel. Großer Zapfenstreich 02.12.2021

Alarmstufe Gas gilt

Erst im Mai 2022 billigte der Bundestag eine Änderung des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG), das den Energielieferanten erlaubt, im Fall einer ausgerufenen Alarmstufe die Preise direkt an die Verbraucher weiterzugeben.

Dabei ist es völlig egal, ob Kundinnen und Kunden eine Preisgarantie unterschrieben haben. Die Unternehmen können die Preise anheben - und Betroffene können nichts dagegen tun.

Zu den Artikeln aus Focus und Tagesspiegel

HURRA, ENDLICH ROLLEN WIEDER DEUTSCHE PANZER GEN RUSSLANDNicht wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. Niccolò Machiavelli

Das Asow-Batallion: Die braune Speerspitze der Ukraine

Von

Luca Schäfer

30. August 2025

Das Asow-Bataillon wirbt um Kämpfer. Die Neonazi-Truppe gilt als Eliteeinheit der Ukraine. Doch wie gefährlich ist ihr wachsender Einfluss?

Kiew am 13. November 2022: Formation ukrainischer Soldaten bei einer Straßenzeremonie zu Ehren des Asow-Regiments
(Bild: Oleksandr Polonskyi/Shutterstock.com)

Es klingt unfassbar: Ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt sollte vergangenen Sommer eine Werbeveranstaltung für die 3. Sturmbrigade des ukrainischen Asow-Regiments abgehalten werden.

Nicht nur sollten front-erfahrene ukrainische Soldaten berichten, sondern es war auch angedacht, dass man sich vor Ort sich ihren "Reihen anschließen" könne.

Die Brigade Asow ist nicht irgendeine Einheit, sondern eine immer stärker werdende, historisch gewachsene Neonazi-Truppe in den offiziellen ukrainischen Streitkräften.

Proteste verhinderten dieses Schauspiel.

Trotzdem wachsen Einfluss und Freundeskreis: Der ehemalige Bundeswehrsoldat Peter R. konnte im Februar - angeblich ohne Kenntnis und Zuständigkeit der Bundesregierung - ungeniert auf Schloss Diedersdorf in Brandenburg für das Asow-Bataillon werben.

Was aber steckt hinter den Kriegern, deren Symbol die Wolfsangel ist, ein Emblem, das schon durch die 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" verwendet wurde?

Wessen Geistes Kind?

Im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen um die Donbass-Region entstanden 2014 dutzende ukrainische Freiwilligenverbände. Eines davon ist Asow. Doch deren Gründung, durch Andrij Biletzki, Oleg Ljaschko und Dmytro Kortschynsky, fußte nicht auf Zufall: Ihre Gründer sind überzeugte langjährige Faschisten.

Insbesondere Biletsky ist kein Unbekannter: Er war Gründer und Führungsfigur der neonazistischen Gruppen "Social-National Assembly" und "Patriot of Ukraine", Abgeordneter der Rada und Kommandant von Asow. Auch Ljaschko saß im Parlament, zunächst für die Partei Timoschenkos, dann für seine eigene.

Er kandidierte 2014 gar für das Präsidentenamt und fiel mit extremen Aktionen auf: Er ließ einen prorussischen Politiker festnehmen und rechtfertigte einen gewalttätigen Sturm auf ein Verwaltungsgebäude, bei dem zwei Personen ums Leben kamen.

Kortschynskyj vertritt wiederrum die Verbindung zum orthodoxen Christentum: Er ist Leiter der Bewegung "Bratstwo" ("Bruderschaft"), die sich als christlich-orthodox-national versteht. Und hat Kampferfahrung: Er beteiligte sich im Tschetschenien-Krieg auf der Seite der Separatisten.

Zweck und Mittel

Folgt man der geopolitisch gefärbten Erzählung der bundesdeutschen Politik gibt es kein Problem.

Bundeskanzler Merz trieb es, aus Anlass des ukrainischen Unabhängigkeitstages letzte Woche, auf die Spitze: Die gesamte Ukraine kämpfe für "unsere Freiheitsordnung in Europa".

In diesem Kampf scheinen alle Mittel Recht, sofern sie dem Zweck - der Ruinierung der Russischen Föderation - zuträglich sind. Schwerlich lassen sich Zweck und Mittel mit dem proklamierten Werte-Kanon in Einklang bringen.

Im Geiste der OUN

Doch damit nicht genug: im 2023 erschienenen Buch des heutigen Asow-Chefideologen Olexij Reins mit dem Titel "What Is Azov from Ukraine?" nennt der Autor Jaroslaw Stezko als Vorbild der Einheiten. Laut der Publizistin Susanne Witt-Stahl war dieser "Stellvertreter von Stepan Bandera, Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten und wurde (...) sein Nachfolger."

Die OUN stand für einen mit dem faschistischen Deutschen Reich kollaborierenden ethnisch-ukrainischen Führerstaat. Der US-Historiker Per A. Rudling geht in seinen Forschungen davon aus, dass die OUN die "nationalsozialistische Weltanschauung" und die Idee einer faschistischen Neuordnung Europas, der sklavischen Unterwerfung der übrigen Sowjetvölker sowie eines glühenden Antisemitismus geteilt habe.

Nicht nur, dass das Regiment selten mit faschistischer Emblematik geizt, auch dessen Gründer äußerte sich 2010 eindeutig: Die Ukraine solle "die weißen Rassen der Welt in einem letzten Kreuzzug gegen semitisch geführte Untermenschen" führen.

Der dritte Weg führt nach Kiew

Neben dem Weißen Haus fällt die Verbindung zu anderen nicht-ukrainischen faschistischen Gruppen ins Auge.

In Deutschland gibt es offenkundig Kontakte zur neonazistischen Partei "Der Dritte Weg". Während die deutsche extreme Rechte in manchen Teilen zu Russland steht, ist die Kleinstpartei "Dritter Weg" konsequent solidarisch mit Kiew. So wird beim "Dritten Weg" für Asow geworben und das faschistische Musikfestival "Asgardsrei" in der Ukraine unterstützt.

Laut dem Combating Terrorism Center wurde Ausrüstung an asow-bewegte Kräfte im Osten der Ukraine geliefert und zudem wurden Flüchtlingsfamilien von Kämpfern untergebracht. Zudem versuchten dutzende Neonazis mit dem Ziel, sich der Asow-Bewegung anzuschließen, in die Ukraine auszureisen.

Auf Nato-Standard

Doch spätestens ab 2015 wurden, insbesondere im Westen, die ideologischen Bedenken über Bord geworfen. Das Asow-Bataillon erfuhr eine Phase der Professionalisierung. Zwar verbot ein Gesetz ab 2016 politische Agitation unter Soldaten, löste jedoch nur einen enormen militärischen Fokus aus.

Die Jahre wurden genutzt, 2022 schlug die große Stunde. Die Asow-Männer errangen einen Heldenstatus aufgrund ihrer militärisch starken Verteidigung der Stadt Mariupol, ihrer erbitterten und teilweise den anderen Teilen der ukrainischen Armee deutlich überlegenen militärischen Erfolge und schließlich mit der medial ausgeschlachteten Episode um das Asow-Stahlwerk.

Unter dem Kommando von Denys Prokopenko (seit 2017) lag der Fokus auf Militarisierung: Training, Waffenbeschaffung, moderne Einsatzführung. Eine vermeintliche Loslösung von faschistischer Rhetorik machte auch die Kooperation mit US-Militärausbildern möglich. Laut "Le Monde" orientiert sich das Regiment in Taktik, Strategie, Waffentechnik und Motivation an Nato-Anforderungen

Dies treibt aktuell immer wildere Blüten: Ehemalige Azov-Einheiten bilden eine neue Special-Operations-Forces-(SSO)-Brigade.

Diese wurde im Januar 2023 zu einer hochmobilen Kampfeinheit innerhalb der regulären ukrainischen Landstreitkräfte zusammengeführt. Für das Jahr 2025 strebt man die Rekrutierung internationaler, englischsprachiger Kämpfer mit militärischer Erfahrung auf Basis eines strengen Auswahlverfahrens an.

Nutzen und Gefahr

Sicher, die hochmotivierten und leistungsstarken Asow-Krieger stellen in manchen Teilen das Rückgrat der ukrainischen Armee dar. Kiew kann, will und wollte nie auf diese braune Elite verzichten. Angeblich seien die Asow-Krieger "entideologisiert" worden: eine Elitekampfeinheit mit hohem nationalen Ehrgefühl, jedoch ohne den aus westlicher Sicht störenden "Braunstich".

Vorsicht ist geboten: Die Gründungsväter und ihre Ideen sind keineswegs marginalisiert. Wie die neuesten Publikationen belegen, scheut man sich inzwischen nicht einmal mehr, sich öffentlich zu ihnen zu bekennen.

Nie saßen die braunen Spielgesellen fester im Sattel als heute. Das militärische Kiew und durch die Asow-Bewegung auch die Selenskyj-Administration erscheinen als schwache Getriebene. Ihre Frontsoldaten werden Mitsprache und Pfründe fordern.

Eine brandgefährliche Situation: Ist ein Waffenstillstand mit den hochideologisierten und mittlerweile professionalisierten Asow-Kämpfern erreichbar? Der Staat im Staate könnte, wie die letzten Angriffe auf russische AKW-Anlagen belegen, über ein massives Eskalationspotenzial verfügen.

Berlin und Washington machen sich, entgegen der Betonung angeblicher Wertmaßstäbe, mitschuldig am Erstarken der faschistischen Rechten in der Ukraine.

Quelle: Telepolis


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