01.02.2026 - 21:06 Uhr
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Das Hochhaus gehört zu einem architektonisch durchdachten Ensemble aus Stadthalle und Wasserspiel. Jahrzehntelang prägte es das Zentrum. Jetzt steht fest: Der Hotelbetrieb in dem ikonischen Hochhaus ist Geschichte.
Das Hotel bot mehr als 700 Gästen Platz, verteilt auf 371 Zimmer und 28 Etagen. Es war mit 97 Metern Höhe eines der größten Hotels der DDR.
Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg entstand mitten im Zentrum von Karl-Marx-Stadt ein neues Herz. An Theaterstraße und Brückenstraße wuchs ein großer Kulturkomplex aus Stadthalle, Gastronomie und dem Interhotel "Kongreß". 1969 begannen die Bauarbeiten. 1974 zogen die ersten Hotelgäste ein. 1974 folgte die Eröffnung der Stadthalle. Schnell wurde das Ensemble zum kulturellen Mittelpunkt des Bezirks Karl-Marx-Stadt. Nach 1990 wurde die Anlage umfassend modernisiert und erhielt eine neue Fassade. Heute gilt das Areal als bedeutendes Zeugnis der DDR-Moderne.
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Umso härter trifft es Stadt und Mitarbeiter, dass das Traditionshaus am letzten Januarwochenende den Betrieb eingestellt hat. Das Aus kam völlig überraschend und ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem der Glanz des Kulturhauptstadt-Jahres langsam verblasst. Der genaue Grund für die Schließung bleibt unklar. Beschäftigte berichten jedoch, mangelnde Investitionsbereitschaft sei entscheidend gewesen. Rund 40 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze.
Die Gewerkschaft NGG organisierte mit den Angestellten des Hotels am Sonntagabend eine Lichterkette, auch für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Motto: "Gemeinsam mit Herz: Investieren statt ruinieren. Damit die Lichter weiter brennen."
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Auch Oberbürgermeister Sven Schulze (54, SPD) zeigt sich betroffen. Er traf sich persönlich mit den Angestellten, um ihnen seine Unterstützung zuzusichern. Zudem finden Gespräche mit dem Eigentümer statt, wie die "Freie Presse" berichtet. Dabei soll es um die zukünftige Nutzung des Hochhauses gehen. Einen städtischen Kauf schließt Schulze jedoch aus.
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2025 strömten mehr als zwei Millionen Besucher nach Chemnitz. Gästezahlen und Übernachtungen erreichten Rekordhöhen. Umso größer die Sorge, dass ein zentraler Anlaufpunkt wegbricht und zum Lost Place verkommt.
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In den sozialen Netzwerken zeigen viele ihre Betroffenheit. "Das Kongress-Hotel gehört zur Stadt wie der Nischel und der Rote Turm", schreibt ein Nutzer auf Facebook. Ein anderer bringt seine Fassungslosigkeit so auf den Punkt: "Wenn das Hotel stirbt, stirbt Chemnitz."
Doch all die Trauer und all der Protest, sei es vor Ort oder im Internet, scheinen bereits zu spät zu sein.