Stand: 05.11.2026 Lesedauer: 2 Minuten
Wie die "Bild" unter Berufung auf eine BSW-Anfrage bei der Bundesagentur für Arbeit berichtet, befindet sich die größte Gruppe im Ausland lebender Kindergeldberechtigter in Polen. Für 112.384 Kinder erfolgten im vergangenen Jahr entsprechende Zahlungen. 33.872 Kinder lebten in Tschechien, 32.459 in Rumänien.
Insgesamt empfingen 291.292 Kindergeldberechtigte im Ausland deutsches Kindergeld, womit sich die Zahl seit 2011 nahezu verdreifacht hat. 2011 wurde für 103.559 Kinder im Ausland deutsches Kindergeld gezahlt, 2015 waren es bereits 158.169.
Die überwiesene Summe belief sich 2025 auf 528 Millionen Euro Kindergeld. Vor 15 Jahren lag diese noch bei 45,7 Millionen Euro - weniger als ein Zehntel des aktuellen Werts.
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Das BSW hatte die Zahlen nach Ausstrahlung der MDR-Reportage "EU-Armutsmigration: Sozialstaat in der Sackgasse?" bei der Bundesagentur für Arbeit angefragt. Journalistin Jana Gareis hatte sich in dem Format mit europäischem Sozialrecht auseinandergesetzt. "In unserer Gemeinde haben wir kinderreiche Familien, manche haben 10 oder 15 Kinder. Sie bekommen in Deutschland Kindergeld", berichtet der Bürgermeister einer rumänischen Gemeinde darin. "Das ist für unser Land und unsere Kinder aus Rumänien wie ein Schatz."
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zeigte sich empört über die Aussage des Lokalpolitikers. "Unfassbar! Ein rumänischer Bürgermeister hat in einer MDR-Reportage deutsche Sozialleistungen als Schatz' für sein Land bezeichnet", monierte sie in einem Instagram-Post. "Der Beitrag zeigt, wie der deutsche Sozialstaat Anreize zur Migration setzt und zum organisierten Missbrauch geradezu einlädt." Im Ausland werde über die 528 Millionen Euro Kindergeld "frohlockt".