Von: Friedbert Holz
Stand: 05.05.2026, 08:00 Uhr
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Erding - "Flüchtlinge aus der Ukraine brauchen eine besonders intensive Betreuung." Dies ist eine der Erkenntnisse, die Monja Becker, Geschäftsführerin des Jobcenters Aruso in Erding, in der öffentlichen Beiratssitzung weitergab. Außerdem veröffentlichte sie neue Zahlen zu den Leistungsberechtigten im Landkreis und erklärte Details zur Grundsicherung, die ab 1. Juli gilt.
Momentan sieht das Jobcenter eine "generell etwas ruhigere Lage bei Flüchtlingen". Trotzdem kümmern sich die Mitarbeiter dort um rund 1620 Bedarfsgemeinschaften - ein Zuwachs von rund 100 Personen, um rund 2200 Leistungsberechtigte und 950 Langzeitleistungsberechtigte. Davon seien etwa 770 Personen nicht erwerbsfähig, so Becker.
Was die neue Grundsicherung angeht, sieht Becker trotz guter Finanzlage Hürden, die es noch zu überwinden gelte. "Nachdem jetzt Mitwirkungspflichten und Sanktionen gegen Verweigerer bis hin zum vollständigen Leistungsentzug verschärft werden, eine Karenzzeit bei zu hohen Heiz- oder Wohnkosten entfällt und eine neue Staffelung des Schonvermögens gilt, müssen wir als Agentur unsere Kunden vorrangig zu vermitteln versuchen, und zwar möglichst in Vollzeit", erklärte sie.
Auch habe Aruso nach der neuen Regelung dafür zu sorgen, "dass Mütter mit kleinen Kindern schon ab deren 14. Lebensmonat wieder arbeiten sollen, bisher galt eine Frist von zwei Jahren". Prekäre Wohnsituationen mit hohen Preisen im Münchner Umland sowie teils fehlende Kinderbetreuungsplätze würden die Umsetzung dieser Anforderungen aber erschweren.
Angesprochen auf besonders hartnäckige Verweigerer meinte Becker, dass diese bei dreimaligem Nichterscheinen maximal auf 100 Prozent Leistungsentzug gesetzt werden können. "Auch wenn ihr Anteil an der Gesamtgruppe bei uns nur drei Prozent ausmacht, trägt sie doch leider maßgeblich zur Stigmatisierung aller Leistungsempfänger bei. Daran wird wahrscheinlich auch der Namenswechsel vom Bürgergeld zur Grundsicherung kaum etwas ändern."
Quelle: Merkur