Quelle: BILD 11.11.2025 - 14:49 Uhr
28.11.2025 - 15:50 Uhr
Wie viel Geld darf die Regierung von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (47, SPD) also im kommenden Jahr ausgeben - und wofür?
Insgesamt will der Bund 524,5 Milliarden Euro ausgeben. Das sind 21,5 Milliarden mehr als dieses Jahr. Fast 100 Milliarden Euro davon werden über Kredite finanziert, dazu kommen rund 83 Milliarden Euro an weiteren Schulden über die sogenannten Sondervermögen für die Bundeswehr sowie für Infrastruktur und Klimaschutz.
Der Etat des Bundesarbeitsministeriums von Bärbel Bas (57, SPD) ist mit Abstand der größte Einzelposten. Von den insgesamt 197,34 Milliarden Euro (21,5 Milliarden mehr als in diesem Jahr) geht der größte Teil für die Rente drauf - rund 128 Milliarden Euro. Genau 71,4 Prozent des Etats fließen in die Rente sowie in die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Minimal sinkende Ausgaben sind beim Bürgergeld geplant.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) kann im regulären Haushalt 2026 über rund ein Drittel mehr Geld verfügen als im laufenden Jahr. Mit weiteren Milliarden aus dem sogenannten Sondervermögen für die Bundeswehr, steigen die Ausgaben für Verteidigung auf rund 108 Milliarden Euro - ein Höchststand seit Ende des Kalten Krieges.
Der Etat mit den höchsten Investitionen ist der von Verkehrsminister Patrick Schnieder (57, CDU). Er kann zusätzlich zu fast 14 Milliarden im Kernhaushalt mehr als 21 Milliarden Euro aus einem schuldenfinanzierten Sondertopf für die Infrastruktur planen. Das Geld fließt in Straßen, Brücken und Schienen. Das Budget für die Autobahn GmbH wurde erhöht - nachdem Schnieder sich beschwert hatte, zu wenig Geld für Instandsetzung und Neubau von Fernstraßen zu haben.
Weitere Haushaltsposten: Das Ministerium von Innenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) bekommt knapp über 16 Milliarden Euro zur Verfügung. Federn lässt das Außenministerium, das mit 6,05 Milliarden Euro planen kann - weniger als im ursprünglichen Entwurf und nur ein geringer Zuwachs im Vergleich zu 2025 (5,96 Milliarden Euro). Außenminister Johann Wadephul (62, CDU) kritisierte Kürzungen am Budget für humanitäre Hilfe als "beklagenswerten Zustand".
Foto: Sven Hoppe/dpa
Der Bereich Bildung, Familie und Senioren wird mit einem Etat von 14,7 Milliarden Euro bedacht, das Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt von Doro Bär (47, CSU) bekommt 21,3 Milliarden Euro, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) 7,9 Milliarden Euro.