Seit 23 Jahren ausreisepflichtig, 7250 Euro pro Monat: Deutschlands frechster Stütze-Empfänger

Das Gericht suchte ihn, BILD fand ihn

Dimitri Soibel

Georgios Xanthopoulos

23.02.2026 - 11:01 Uhr

Köln (NRW) - Ausreisepflichtig seit 23 Jahren - und trotzdem bekommt der abgelehnte Asylbewerber Huso B. für Frau und acht Kinder jeden Monat 7250,77 Euro vom Staat. Der Behörden-Irrsinn endet damit nicht. Als der Bosnier im letzten Dezember wegen Betrugsvorwurfes vor Gericht erscheinen musste, fand ihn das Amtsgericht Köln nicht. Dabei ist die Adresse des Mannes anderen Behörden, wie der Stadt Köln, bekannt. Und auch BILD konnte ihn nach einer kurzen Recherche finden.

BILD-Reporter Dimitri Soibel (l.) fand Huso B. in einem Asylheim in Köln
Foto: Patric Fouad

Ladung vom Gericht nicht zustellbar

Rückblick: Am 8. Dezember 2025 hätte der polizeibekannte B. vor dem Amtsgericht Köln erscheinen müssen, weil er eine Drogeriekette in drei Fällen um eine vierstellige Summe betrogen haben soll. Doch die Ladung des Gerichts konnte in seinem Asylbewerberheim angeblich nicht zugestellt werden. Der Postbote konnte die sogenannte formelle Zustellung offenbar weder B. persönlich übergeben noch in seinen Briefkasten werfen. Weil das Gericht ihn somit nicht laden konnte, wurde der Prozesstermin aufgehoben und das Verfahren gegen Huso B. vorläufig eingestellt.

Dabei steht der Briefkasten mit seinem Namen, wie BILD vor Ort feststellte, nur wenige Meter von dem Heim entfernt. Kurze Zeit nach der Ankunft der BILD-Reporter am Heim tauchte Huso B. auf. Der Flüchtling redete dabei seine kriminelle Vergangenheit klein und behauptete, dass zuletzt 2014 gegen ihn ermittelt worden sei.

Staatsanwaltschaft prüft erneut

"Zurzeit wird nach ihm gefahndet. Ein Haftbefehl gegen ihn liegt allerdings nicht vor. Das wäre angesichts der erhobenen Vorwürfe nicht verhältnismäßig", sagt der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer zu BILD. "Wir werden jetzt aber die BILD-Recherche zum Anlass nehmen, nochmals zu prüfen, ob er unter der Anschrift zu finden ist."

BILD konnte den Briefkasten von B. am Asylbewerberheim, wo er mit seiner Familie lebt, finden
Foto: Patric Fouad

Huso B. hätte im Dezember in Köln vor Gericht erscheinen sollen
Foto: Privat

Dabei ist seine Adresse sowohl der Stadt Köln als auch dem Jobcenter bestens bekannt. Jeden Monat bekommt der Bosnier nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Stütze vom Staat: jeweils 835,24 Euro Hilfe zum Lebensunterhalt für sich und seine Frau, zwischen 630,81 Euro und 817,71 Euro pro Kind, je nach Alter. Macht zusammen über 87.000 Euro im Jahr. Miete zahlt die Familie nicht, sie lebt in einer Asylunterkunft im Kölner Süden. Zudem bekam B. erst Anfang Februar einen Brief vom Jobcenter, der BILD vorliegt. Im Briefkopf steht seine richtige Adresse.


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