23.02.2026 - 11:01 Uhr
Foto: Patric Fouad
Rückblick: Am 8. Dezember 2025 hätte der polizeibekannte B. vor dem Amtsgericht Köln erscheinen müssen, weil er eine Drogeriekette in drei Fällen um eine vierstellige Summe betrogen haben soll. Doch die Ladung des Gerichts konnte in seinem Asylbewerberheim angeblich nicht zugestellt werden. Der Postbote konnte die sogenannte formelle Zustellung offenbar weder B. persönlich übergeben noch in seinen Briefkasten werfen. Weil das Gericht ihn somit nicht laden konnte, wurde der Prozesstermin aufgehoben und das Verfahren gegen Huso B. vorläufig eingestellt.
Dabei steht der Briefkasten mit seinem Namen, wie BILD vor Ort feststellte, nur wenige Meter von dem Heim entfernt. Kurze Zeit nach der Ankunft der BILD-Reporter am Heim tauchte Huso B. auf. Der Flüchtling redete dabei seine kriminelle Vergangenheit klein und behauptete, dass zuletzt 2014 gegen ihn ermittelt worden sei.
"Zurzeit wird nach ihm gefahndet. Ein Haftbefehl gegen ihn liegt allerdings nicht vor. Das wäre angesichts der erhobenen Vorwürfe nicht verhältnismäßig", sagt der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer zu BILD. "Wir werden jetzt aber die BILD-Recherche zum Anlass nehmen, nochmals zu prüfen, ob er unter der Anschrift zu finden ist."
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Dabei ist seine Adresse sowohl der Stadt Köln als auch dem Jobcenter bestens bekannt. Jeden Monat bekommt der Bosnier nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Stütze vom Staat: jeweils 835,24 Euro Hilfe zum Lebensunterhalt für sich und seine Frau, zwischen 630,81 Euro und 817,71 Euro pro Kind, je nach Alter. Macht zusammen über 87.000 Euro im Jahr. Miete zahlt die Familie nicht, sie lebt in einer Asylunterkunft im Kölner Süden. Zudem bekam B. erst Anfang Februar einen Brief vom Jobcenter, der BILD vorliegt. Im Briefkopf steht seine richtige Adresse.