Schockierende Doku über junge Islamisten: Für uns gilt die Scharia, deutsche Gesetze sind egal

Journalistin Julia Ruhs (32)
Foto: BR/Vera Hutchison-Bird

29.04.2026 - 04:14 Uhr

Berlin - Es sind verstörende Aufnahmen. Sie zeigen junge Männer in Berlin-Neukölln. Sie sagen: "Für uns gilt die Scharia, deutsche Gesetze interessieren uns nicht." Diese Bilder sind ein Beleg dafür, dass Islamismus längst in Deutschland angekommen ist. Dass es sogar Bereiche gibt, in denen muslimische Extremisten unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung längst verdrängt haben.

Welche Gesetze gelten in Deutschland? Für den jungen Islamisten in Berlin-Neukölln ist die Sachlage ganz klar: "Natürlich gilt die Scharia"
Foto: Bayerischer Rundfunk/KLAR

Für das Politmagazin "KLAR" (Mittwoch, 22 Uhr) des Bayerischen Rundfunks war BILD-Kolumnistin Julia Ruhs (32, "Meine Meinung") zusammen mit Reportern in Deutschland unterwegs. Sie sprach mit einer zwangsverheirateten Muslima oder auch mit dem Opfer eines islamistischen Attentäters: einem Lehrer, der vergeblich versuchte, für religiöse Toleranz zu werben.

"Ich folge nur dem Koran"

Für das Magazin hat der Syrer Sami Alkomi (r.) Menschen auf der Straße in Berlin-Neukölln befragt. Der junge Mann sagte: "Ich folge meiner Scharia, meinem Koran"
Foto: Bayerischer Rundfunk/KLAR

Besonders schockierend: die Aufnahmen aus Berlin-Neukölln. Für das Magazin befragte Sami Alkomi vom Verein "Demokratielotsen" junge Männer auf Arabisch. Er will wissen: "Wenn etwas kollidiert, die deutschen Gesetze mit der Scharia, welche Seite wählst Du?" Ein Jugendlicher antwortet ohne Zögern: "Ich folge meiner Scharia, dem Koran. Deutschland interessiert mich da nicht. Nur meine Religion."

"Gesteinigt bis zum Tod"

Wenige Meter weiter stellt er die Frage einer Gruppe. Ein junger Mann: "Natürlich gilt die Scharia!" Auf die Frage, was er einem Freund, dessen Schwester mit einem Mann ohne Trauschein zusammenlebt, sagen würde, antwortet er: "Das ist falsch!" Welche Strafe bekommt er? "Ehebrecher werden gesteinigt bis zum Tod. Unverheiratete werden ausgepeitscht."

"Ihr Bruder müsste die Frau töten"

Ein anderer mischt sich ein: "Nein, man wirft ihn vom höchsten Gebäude." Und die Frau? "Ihr Bruder müsste sie töten", sagt er emotionslos. Als der Reporter nachhakt und sagt, dass wir in Deutschland sind, winkt er ab: "Sie würde die ganze Umma entehren." Umma nennen Muslime die Gemeinschaft aller ihrer Gläubigen.

Julia Ruhs traf Islamismus-Expertin Gülden Hennemann in Berlin-Neukölln
Foto: Bayerischer Rundfunk/KLAR

Auch eine zwangsverheiratete, voll verschleierte Muslima kommt in dem Beitrag zu Wort. Sie erzählt, dass ihr Mann keinen Widerspruch duldete, gewalttätig wurde
Foto: Bayerischer Rundfunk/KLAR

Immer wieder kommt Islamismus-Expertin Gülden Hennemann in dem Beitrag zu Wort. Sie sagt, es reiche nicht, sich auf die Gewaltaspekte im Islamismus zu konzentrieren. Man müsse schauen, was die ideologische Grundlage sei: "Ein Terrorist fällt nicht einfach so vom Himmel. Es ist eine Entwicklung, die setzt weit früher an [...]."

Etwa bei den Kindern. Gezeigt wird die Elbe-Schule in Neukölln. Die Grundschule, an der mehr als zwei Drittel der Kinder einen Migrationshintergrund haben, sorgte für Schlagzeilen. Muslimische Kinder hatten während des Ramadan Mitschülern, die nicht fasteten, die Brotdose weggenommen.

Realschullehrer Rolf Haßelkus erhielt im Unterricht Drohungen
Foto: Bayerischer Rundfunk/KLAR

Erhan Er ist eines der Opfer von Farhad Noori. Der Attentäter raste mit einem Mini in eine Demonstration. Dabei tötete er eine Mutter und ihr Kind, verletzte über 40 Menschen
Foto: Bayerischer Rundfunk/KLAR

Auch Lehrer Rolf Haßelkus aus Bonn (NRW) erlebte Islamismus. Nachdem er im Unterricht über Toleranz und Meinungsfreiheit gesprochen hatte, prangte auf der Tafel der Satz: "Auch Dich kriegt der IS!" Der Lehrer gegenüber "KLAR": "Ich war wie geschockt. Das hat mir zu denken gegeben, machte mir auch Angst."

Wie weit Radikalisierung gehen kann, zeigte sich im vergangenen Jahr in München. Farhad Noori (25) fuhr in eine Gruppe Demonstranten, tötete eine Mutter (37) und ihre Tochter (2), verletzte Dutzende. Darunter Erhan Er. Seit dem Anschlag leidet er unter einem Trauma: "Immer wieder kommen die gleichen Bilder im Kopf", erzählt er in dem Beitrag.

Attentäter zeigte Islamisten-Finger

Der Angeklagte Farhad Noori zeigt beim Prozess im Januar in München den rechten Zeigefinger. Islamisten benutzen diese Geste oft zum Ausdruck ihrer Radikalität
Foto: IMAGO/Smith

Beim Prozessauftakt in München zeigte der Angeklagte den sogenannten Islamisten-Finger, verhöhnte seine Opfer. Laut Anklage war er der Meinung, er müsse möglichst viele Menschen verletzen und töten, um so auf das Leid von Muslimen aufmerksam zu machen.

"Wer ist aber letztendlich gestorben?", fragt sein Opfer Erhan Er, selbst Muslim. Auch seine getötete Kollegin und ihr Kind seien Muslime gewesen. "Ich kann es nicht nachvollziehen", sagt er und blickt ausdruckslos in die Kamera. "Aber wegen solcher Menschen werde ich gehasst." Für ihn habe Religion nichts mit Extremismus zu tun.


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