Nach Taliban-Übernahme: Das hat uns die Aufnahme der Afghanen gekostet

Nikolaus Harbusch

30.03.2026 - 13:47 Uhr

Berlin - Nach der Taliban-Übernahme Afghanistans im August 2021 kamen 38.000 Menschen vom Hindukusch zu uns. Jetzt ist klar, wie viel Geld das Aufnahmeprogramm der damaligen Ampel-Regierung den Steuerzahler bislang gekostet hat: 200 Millionen Euro.

Afghanische Reisepässe liegen zur weiteren Bearbeitung in einem Büro der deutschen Botschaft in Pakistans Hauptstadt Islamabad (Archivfoto)
Foto: picture alliance/dpa

In kleinerem Umfang läuft das Programm seit dem Regierungswechsel weiter: Seit dem 1. Mai 2025 wurden insgesamt 973 Afghanen aus Pakistan eingeflogen. Weitere 140 Menschen hoffen noch auf ihre Ausreise, darunter auch zehn frühere Ortskräfte der Bundeswehr. Von Mai bis Dezember 2025 sind dafür Kosten in Höhe von 23,7 Millionen Euro für Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung angefallen. Weitere 700.000 Euro wurden für Flugtickets ausgegeben.

AfD kritisiert, Union kontert

Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Sebastian Münzenmaier kritisiert: "Die Regierung Merz ist mit dem eisernen Versprechen angetreten, alle Aufnahmeprogramme zu stoppen. Passiert ist seitdem nichts." Falsch, sagt der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (57, CDU): "Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat das Problem mit ausufernden Aufnahmezusagen, das Frau Baerbock bei ihrem Abgang hinterlassen hat, endlich gelöst. Es wird Stück für Stück wieder für mehr Sicherheit und Ordnung gesorgt."

Seit Jahresbeginn kamen nach BILD-Informationen noch etwa 170 Afghanen über das Programm nach Deutschland. Einige Betroffene konnten ihre Einreise gerichtlich durchsetzen. Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind beim Berliner Verwaltungsgericht weiterhin mehrere Eilverfahren anhängig.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind Mitte März rund 160 Afghanen aus Pakistan entweder abgeschoben worden oder freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Keiner von ihnen verfügte über eine noch gültige Aufnahmezusage. Immer wieder kam es zu massiven Sicherheitsproblemen bei den Aufnahmen. Der Fall Mohammad Ali G. brachte Außenministerin Baerbock wegen zahlreicher Ungereimtheiten schwer unter Druck.


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