Plante Anschlag in Deutschland Islamist verlässt Deutschland - dafür bekommt er 6000 Euro

Peter Althaus

Mittwoch, 12.08.2026, 17:39

Ein brandgefährlicher syrischer Islamist ist nach jahrelanger Überwachung freiwillig aus Deutschland ausgereist. Für den Verzicht auf seinen Aufenthalt zahlten die Behörden ihm eine Prämie von 6000 Euro.

Der Mann wurde von der Polizei zum Flughafen gebracht (Archivbild von einem anderen Fall).
Michael Kappeler/dpa

Das bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen vereinbarte mit Abdulhadi B. eine freiwillige Ausreise. Die Behörde sah darin einen "erheblichen Sicherheitsgewinn für Deutschland", wie "Bild" berichtet. Zudem sei dieser Schritt günstiger als ein weiterer Aufenthalt des Gefährders. B. reiste über Istanbul nach Aleppo aus.

Gefährder hatte mehrfach gegen seine Abschiebung geklagt

Zuvor war seine Abschiebung gescheitert, da der Mann erfolgreich dagegen geklagt hatte. Er forderte zudem eine Haftentschädigung von 144.000 Euro. Seine Überwachung kostete monatlich über 50.000 Euro. Er trug eine Fußfessel und durfte seinen Wohnort Tirschenreuth nicht verlassen. Die Polizei musste nach seiner Haftentlassung 19 Mal gegen ihn einschreiten. Zu den Vorwürfen zählten Bedrohung, falsche Verdächtigung und Nachstellung.

Am frühen Mittwochmorgen brachten Polizisten den Mann dann zum Münchner Flughafen. Vier Beamte holten den 38-Jährigen aus seiner Unterkunft ab. Nach Angaben von "Bild" schwieg er dabei, reckte jedoch triumphierend den rechten Zeigefinger hoch. Die Geste gilt unter anderem als Erkennungszeichen der Terrororganisation Islamischer Staat.

Wollte Sohn von Ex-Freundin zu Kindersoldaten ausbilden

Der Medizinstudent aus Würzburg war 2016 nach Anschlagsdrohungen gegen eine Berliner Synagoge aufgeflogen. Er suchte nach Bombenbau-Anleitungen und wollte den siebenjährigen Sohn seiner Ex-Freundin zum Kindersoldaten ausbilden. Ein Gericht verurteilte ihn 2018 zu fünf Jahren und drei Monaten Haft.

Vor der Abreise äußerte er sich gegenüber "Bild" und bezeichnete sich als "Soldat für Gott": "Ich bin glücklich, dass ich Muslim bin. Nicht Sklave vom Geld wie ihr Ungläubigen. Ich bin Diener. Soldat für Gott. Gott ist mir wichtig." Das erhaltene Geld wolle er laut eigenen Angaben vernichten oder an Waisen spenden. In Deutschland gibt es unter anderem auch im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg eine Abschiebetaskforce.


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