Feueralarm statt Mathe: So legen Problem-Schüler Deutschlands gefährlichste Schule lahm

Nach der Absetzung der Leitung herrscht Ausnahmezustand

Stefan Schlagenhaufer

Claudia Detsch

19.08.2026 - 17:46 Uhr

Ludwigshafen - Ausnahmezustand an der Problem-Schule von Rheinland-Pfalz! Gewalttätige Schüler, Messerattacken, Reizgas-Bomben. 90 Prozent Migrationsanteil, 800 Schüler, angeblich bis zu 150 Störenfriede. Am Montag hat die neue CDU-Landesregierung in Mainz Schulleiter Oliver Kästel (56, SPD) abgesetzt - nachdem sich 17 Lehrer an der Karolina-Burger-Schule aus Protest krankgemeldet hatten. Der gescheiterte SPD-Politiker soll die Probleme nicht ernst genommen haben, die gewalttätigen Schüler lediglich als "Spitzbuben" bezeichnet haben.

Am Mittwoch gab es zweimal Einsätze von Feuerwehr und Polizei an der Karolina-Burger-Schule in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz)
Foto: Michael Ruffler

Zwei Tage nach Absetzung der kompletten Schulleitung - auch zwei Konrektoren wurden zwangsversetzt - herrscht Chaos an der Schule. Zweimal wurde von Schülern absichtlich Fehlalarm ausgelöst, Löschzüge der Ludwigshafener Feuerwehr und Polizei rückten an. Eine Lehrerin sagt zu BILD: "Zweimal Feueralarm heißt, der Schultag ist gelaufen. Das wissen die Schüler und machen das deshalb."

Darum verlassen Lehrer den Unterricht

Alle müssen raus aus dem Schulhaus: Nach dem zweiten Feueralarm ist der Unterricht so gut wie gelaufen
Foto: Michael Ruffler

Die minderjährigen Schüler berichten BILD, dass einige gerne den Fehlalarm auslösen, wenn schwierige Fächer wie Mathe anstehen. Oder wenn man es den Lehrern heimzahlen will. Eine Schülerin sagt zu BILD: "Wenn die Lehrer blöd sind oder schlecht erklären, dann gibt es eine Rache-Aktion." Dabei gehört das Auslösen des Feueralarms noch zu den harmlosen Delikten. Lehrer berichten von zerstochenen Autoreifen, Beleidigungen bis zu Morddrohungen. Außerdem gibt es immer wieder zerstörte Toiletten und angeschmierte Wände. Lehrer müssen den Unterricht verlassen, weil wegen vieler Störenfriede in einer Klasse kein Unterricht möglich ist.

Der SPD-Politiker Oliver Kästel (56) scheiterte 2024 bei der Wahl zum Ortsbürgermeister von Meckenheim (Pfalz) und wurde 2025 Schulleiter der Karolina-Burger-Schule. Am Montag wurde er abgesetzt
Foto: Facebook

Feuerwehrleute stürmen die Problem-Schule
Foto: Michael Ruffler

"Ich habe jeden Tag Angst um meine Tochter"

Das direkt anschließende Heinrich-Böll-Gymnasium will die Karolina-Burger-Schüler nicht in seinem Gebäude haben - wohl aus Sorge vor den Problem-Schülern. Zwei Gymnasiastinnen berichten BILD, dass es ein Hausverbot für alle Schüler gibt. Eine Schülerin berichtet BILD: "Die Hälfte der Karolina-Burger-Schüler ist problematisch." Die Realschüler gehen davon aus, dass es 120 bis 150 Störenfriede gibt, eine Lehrerin schätzt gegenüber BILD die Zahl auf einen harten Kern von 100. Der Regionalelternbeirat spricht von einem geringen Anteil der 800 Schüler.

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Eine Mutter, die zum Schulschluss ihr Kind abholen will, rutscht nervös auf dem Autositz hin und her. Sie sagt zu BILD: "Ich habe jeden Tag Angst um meine Tochter." Die alleinerziehende Mutter wollte nicht, dass ihre Tochter dorthin gehen muss, und hat dagegen gekämpft. Aber andere Schulen waren schon überfüllt, im Losverfahren kam sie auf die Problem-Schule. "Sie ist die einzige Deutsche in der Klasse. Pausenbrot traut sie sich nicht zu essen, weil sie wegen der Salami darauf angegangen wird."

Carsten Stobbe (49), Regionalelternbeirat für Realschulen Plus im Brennpunkt, sagt zu BILD: "Ja, die Schule hat Probleme, aber sie ist jetzt auf dem guten Weg zu einer Lösung. Die auffälligen Schüler muss man herausnehmen, man muss sanktionieren. Schulausschluss, Schulwechsel. Dann merken die Kinder: Ich kann so was zwar machen, aber das hat Konsequenzen. Das ist zwar Mehrarbeit für die Lehrer, aber das ist der Job des Lehrers."


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