28.04.2026 - 08:30 Uhr
Foto: IMAGO/Rupert Oberh?§user
Konkret lag der negative Börsenpreis je Kilowattstunde Strom am Sonntag in der Spitze bei 480 Euro pro Megawattstunde (Quelle: Energy Charts/ Fraunhofer-Institut)! Bedeutet: Ausländische Energieversorger erhielten deutschen Strom nicht nur gratis, sondern obendrauf noch die satte Prämie von bis zu 48 Cent je abgenommener Kilowattstunde.
"Das ist wie eine Entsorgungsgebühr für Strommüll", so Energieexperte Prof. Manuel Frondel (60, Institut RWI) zu BILD. Er schimpft: "Der Steuerzahler muss immer mehr den Sonnenschein fürchten!" Der zweite Irrsinn: Die deutschen Hersteller des überschüssigen Sonnenstroms kassieren ebenfalls Geld. Und zwar bis zu 40 Cent je produzierter Kilowattstunde - obwohl der Strom gar nicht gebraucht wird.
Bedeutet unterm Strich: Kosten von bis zu 88 Cent für Strom, der überhaupt nicht gebraucht wird.
Foto: ISE/www.energy-charts.info
Und unsere Nachbarn sagen Dankeschön: Österreich und die Schweiz pumpen mit dem billigen bzw. bezuschussten deutschen Strom Wasser in ihre Bergseen. Später, wenn wir ihn brauchen, verkaufen sie dank ihrer Pumpspeicherkraftwerke denselben Strom wieder teuer zurück.
Prof. Frondel: "Wir bauen Jahr für Jahr immer mehr Solarstrom zu, allein 2025 knapp 20 Prozent zusätzliche Kapazitäten. Das darf so nicht weitergehen, denn das verursacht Zusatzkosten im Milliardenbereich." Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) will mit der privaten Solarförderung Schluss machen.
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Energie-Ökonom Lion Hirth (Hertie School) widerspricht: "Wir brauchen mehr Solarenergie. Aber wir müssen das System so umbauen, dass man es flexibler nutzen kann. Wir brauchen zum Beispiel Speicher und Smart Meter. Damit geben wir den Verbrauchern die Möglichkeit, den Strom vor allem dann zu nutzen, wenn er gerade billig oder im Überfluss vorhanden ist."
Tatsächlich: Von den Ultra-Niedrigpreisen profitieren können bislang nur sehr wenige Verbraucher mit einem dynamischen Stromtarif. Dafür braucht es aber einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter) - und bei deren Installation hinkt Deutschland noch weit hinterher, nutzt weiter Stromzähler "aus dem letzten Jahrhundert" (Hirth).