17.08.2026, 16:40 Uhr 4 Min
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Ein Mann, drei Ehefrauen nach islamischem Recht, mindestens 32 Kinder, mindestens 25 Enkel. Fast zwei Drittel dieser Kernfamilie sind der sächsischen Polizei bereits wegen Straftaten bekannt, einige mehrfach. Denn sie gehören alle einem Clan an, der der sächsischen Polizei zunehmend zu schaffen macht.
Ein Leipziger Richter fand dafür in einem Gerichtsverfahren einen eigenen Begriff: "Parallelgesellschaft ohne jedes Integrationsbemühen." Raiko Märtins, Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität und der "Task Force Clan" beim sächsischen Landeskriminalamt, kennt die Dimension des Problems, die sich vor allem im Raum Leipzig ballt.
Nach Angaben des LKA gehören sachsenweit zwischen 700 und 1.000 Menschen dem syrischen Clan-Milieu an, berichtet die dpa mit Bezug auf einen Bericht von "Focus online".
Im Brennpunkt Leipzig gibt es demnach vier Familienverbände. Rund 130 Personen aus diesem Umfeld sind wegen Straftaten polizeilich aktenkundig. Das Spektrum reicht laut Märtins von Rohheitsdelikten über Betäubungsmittelhandel, Geldwäsche und Steuerdelikte bis zu Schleusungskriminalität, Urkundenfälschung und diversen Betrugsformen. Sein Befund: Die Clans finanzieren ihr gesamtes Leben über illegale Geschäfte, akzeptieren staatliche Gerichte nicht und regeln Konflikte über eigene "Friedensrichter" intern. Die Abschottung innerhalb der Familienverbünde sei enorm, so Märtins.
Seit Oktober 2023 bündelt die "Task Force Clan" die Kräfte von LKA, Bundespolizei, Hauptzollamt Dresden, Steuerfahndung, Bereitschaftspolizei und Zollfahndungsamt Dresden. Rund 40 größere Einsätze gegen Clan-Kriminelle sind seither gelaufen, mehrere Verdächtige wurden festgenommen, einige rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt.
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Die aktuelle "Sicherheitslage 2025" der Polizeidirektion Leipzig erfasst keine Clan-Straftaten als eigene Kategorie - der Begriff "Clankriminalität" ist bundesweit ohnehin nicht einheitlich definiert. Genau diese Erfassungslücke - kein eigener Straftatenschlüssel, kein einheitlicher Clan-Begriff - ist es, die die Arbeit der Task Force nach eigenen Angaben erschwert.
Was die Statistik liefert, ist die Aufschlüsselung der Tatverdächtigen nach Staatsangehörigkeit. Und dort fällt auf: Unter den 7.576 nichtdeutschen Tatverdächtigen in der Stadt Leipzig stellten syrische Staatsangehörige 2025 mit 1.403 Personen die größte Einzelgruppe - vor Rumänien (595) und der Ukraine (552).
Gegenüber 2024 ist die Zahl allerdings deutlich gesunken, von 2.025 auf 1.403, ein Rückgang von rund 30 Prozent, während die nichtdeutschen Tatverdächtigen insgesamt nur um gut 15 Prozent zurückgingen.
Sachsens Innenminister Armin Schuster erklärte aufgrund der Datenlage: "Eine kleine Gruppe von Mehrfach- und Intensivstraftätern begeht einen Großteil aller Straftaten der Asyl-Zuwanderer. Wenn wir bei dieser Gruppe konsequent alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, leisten wir im Thema Integration viel für den gesellschaftlichen Frieden."
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Laut Landeskriminalamt lebten zum Juni 2025 120.633 Zuwanderer im Freistaat Sachsen. Die größte Gruppe kam mit 48.454 Personen aus der Ukraine. Es folgten Staatsangehörige aus Syrien mit 22.326 Personen mit Wohnsitz in Sachsen (882 Personen mehr als 2024). Die Anzahl der tatverdächtigen syrischen Zuwanderer ist gegenüber 2024 um 139 gesunken, die Zahl der tatverdächtigen ukrainischen Zuwanderer um 63 Personen gestiegen.
Die meisten tatverdächtigen Zuwanderer, die 2025 allgemeine Straftaten in Sachsen verübten, kamen aus Syrien (1.852 Tatverdächtige), vor der Ukraine (847), Afghanistan (612), Georgien (438), Tunesien (405), Libyen (398), dem Irak (348), der Russischen Föderation (296) oder auch der Türkei (266).
Auch bei Gewalttaten führten syrische Migranten mit 503 Tatverdächtigen bei 1.523 Straftaten dieser Art die Statistik an. Erst danach folgen Afghanistan (120), Tunesien (106) und die Ukraine (102).
Im Bereich der Polizeidirektion Leipzig wurden 2.777 tatverdächtige Zuwanderer mit allgemeinen Straftaten ermittelt. Die PD Dresden weist 2.332, die PD Chemnitz 1.801, die PD Zwickau 861 und die PD Görlitz 570 tatverdächtige Zuwanderer aus.
Von den insgesamt im Freistaat Sachsen 61.673 erfassten Opfern waren 3.449 (5,6 %) Zuwanderer. Zu den durch Zuwanderer begangenen Straftaten wurden insgesamt 6.580 Opfer erfasst, darunter 3.573 bei Körperverletzung (54,3 %). 3.298 Deutsche wurden Opfer von Straftaten durch Zuwanderer (50,1 %).
Den Angaben zufolge gab es rund 40 größere Einsätze gegen Clan-Kriminelle. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, einige angeklagt und rechtskräftig zu Gefängnisstrafen verurteilt.