04.09.2026 - 08:58 Uhr
Im gesamten Jahr 2025 gab es demnach 94 Großinsolvenzen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2015 gewesen. 2024 lag die Zahl der Großpleiten noch bei 87 und im Jahr zuvor bei 64. "Es gibt auch 2026 keine Verschnaufpause bei den Großinsolvenzen", sagte der Allianz-Trade-Chef in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Milo Bogaerts. "Die Zahl der Großinsolvenzen dürfte 2026 auf einem erhöhten Niveau bleiben."
Der Negativtrend aus dem Vorjahr verfestigt sich und zeigt laut Untersuchung, dass der Anpassungsdruck in vielen Branchen weiterhin enorm sei. Großunternehmen stehen häufig im Zentrum komplexer Wertschöpfungsketten, sagte Bogaerts. "Fällt ein Marktteilnehmer dieser Größenordnung aus, geraten oftmals auch Zulieferer, Dienstleister und andere Geschäftspartner unter Druck."
Mit sieben Großinsolvenzen besonders betroffen war im ersten Halbjahr die Autobranche. Danach folgten mit fünf Großpleiten der Einzelhandel sowie der Maschinenbau und Dienstleistungen mit jeweils vier Fällen. Mit der Zahl der Insolvenzen stieg auch der wirtschaftliche Schaden.
So erhöhte sich der kumulierte Jahresumsatz der insolventen Großunternehmen im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Dass der durchschnittliche Umsatz insolventer Großunternehmen auf der anderen Seite um knapp sieben Prozent auf rund 137 Millionen Euro sank, deutet laut Allianz Trade darauf hin, dass zuletzt etwas kleinere Unternehmen betroffen waren.
"Wir erwarten auch im weiteren Jahresverlauf keine nachhaltige Entspannung", sagte Bogaerts. Die Zahl der Großinsolvenzen dürfte 2026 auf einem erhöhten Niveau bleiben. "Besonders Branchen mit hohen Investitions- und Energiekosten sowie Unternehmen mit geringer Preissetzungsmacht bleiben anfällig für finanzielle Schieflagen."