1.000 Beamte im Einsatz Ausweise nach Syrien geschickt: Bundespolizei ermittelt gegen 50 Syrer in Leipzig und Umgebung

21. April 2026, 22:00 Uhr

von MDR SACHSEN

Video: Die Bundespolizei ist gegen ein Schleusernetzwerk in Leipzig, dem Kreis Leipzig und Nordsachsen vorgegangen.
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In Leipzig und mehreren Orten im Umland hat die Bundespolizei am Dienstag eine großangelegte Razzia durchgeführt. Rund 1.000 Beamtinnen und Beamte durchsuchten etwa 50 Wohnungen und Geschäfte, unter anderem in der Eisenbahnstraße sowie in Borna, Oschatz, Eilenburg und Neukieritzsch. Unterstützt wurden sie dabei von der Bundesbereitschaftspolizei.

Vorwurf des Einschleusens von Ausländern

Die Maßnahmen erfolgten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Leipzig. Wie die Bundespolizei mitteilte, richten sich die Ermittlungen gegen rund 50 Syrerinnen und Syrer im Alter zwischen 20 und 57 Jahren, die in Deutschland leben. Ihnen wird der Missbrauch von Ausweispapieren, unerlaubte Einreise sowie das Einschleusen von Ausländern vorgeworfen.

Nach Angaben der Bundespolizei sollen die Beschuldigten ihre eigenen Ausweisdokumente nach Syrien geschickt haben. Diese seien dort von ähnlich aussehenden Landsleuten genutzt worden, um unter falscher Identität nach Deutschland einzureisen.

Ermittlungen auch im Bereich Clan-Kriminalität

Warum die Ermittlungen aufgenommen wurden, erläutert Bundespolizeisprecher Marcel Pretzsch: "Den Kollegen der Dokumenten- und Visaberatung der Bundespolizei ist es bei den Auslandvertretungen und an den Flughäfen aufgefallen, dass hier keine Identitätsgleichheit besteht."

Die Ermittlungen dauern an und werden gemeinsam mit der Taskforce Clan geführt. Ziel sei es unter anderem zu klären, ob hinter den Taten eine organisierte Struktur steckt.


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