Ausgerechnet Ostern: Geheimes Salafisten-Treffen in Duisburger Moschee

Isabel Pfannkuche

06.04.2026 - 18:48 Uhr

Duisburg (Nordrhein-Westfalen) - Was hier in einem unscheinbaren Gebäude an der Friedensstraße in Duisburg ausgerechnet an den christlichen Osterfeiertagen gepredigt wird, ist alles andere als friedlich. Salafisten haben in der Al-Furqan-Moschee zum Islam-Seminar geladen. Mit dabei: zwei Männer, die schon mehrfach in Verfassungsschutzberichten aufgetaucht sind.

Abul Hussain (54) gilt als Kopf der salafistischen Szene in Deutschland

Ein Flyer wirbt mit kostenloser Verpflegung und Gratis-Übernachtungen für die dreitägige Veranstaltung. "Der Flyer darf nur über WhatsApp weitergeleitet werden. Bitte nicht auf anderen Plattformen veröffentlichen", warnen die Veranstalter in der Einladung. Die Heimlichtuerei hat Gründe.

In diesem unscheinbaren Gebäude in Duisburg-Mitte sollen Salafisten ein- und ausgehen
Foto: Tim Foltin

"Wichtigste salafistische Prediger"

Denn angekündigt werden unter anderem die Redner Sheikh Abul Hussain und Sheikh Abu. Der Syrer Abul Hussain (54, bürgerlich Hassan Dabbagh) aus Leipzig und der Marokkaner Abu Jamal (65, bürgerlich Mohamed Benhsain) aus Bonn tauchen immer wieder in Verfassungsschutzberichten auf.

Die Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) beschreibt sie als "die wichtigsten salafistischen Prediger der ersten Generation". Salafisten sollen den Koran "besonders konservativ und ihren Zwecken entsprechend" auslegen und die Einführung der Scharia befürworten. Sie zählen neben Juden, Christen und Atheisten auch nicht-salafistische Muslime zu ihren Feinden.

"Emanzipation und Feminismus gibt es im Islam nicht"

Wissenschaftliche Studien bezeichnen Abul Hussain als "Vater der deutschen Prediger der Da´wa" ("Ruf zum Islam", Anmerkung der Redaktion) und "Schlüsselfigur des Mainstream-Salafismus". Er wird dem puristischen Salafismus zugeordnet.

Auch Abu Jamal (65) ist im Blick der Behörden
Foto: daiyahmohamed/instagram

"Trotz Dabbaghs Distanzierung von religiös motivierten Terrorakten sind seine Äußerungen geeignet, die Bildung von Parallelgesellschaften außerhalb der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu fördern und mittelbar Hass und Gewalt zu schüren", so das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen. Seine Freitagspredigten beinhalteten "Hetze gegen den deutschen Staat und Ungläubige". Auch Antisemitismus sei zu beobachten.

In einem Video von Januar 2026 sagt Abu Jamal: "Die Frau sollte nicht jeden Tag draußen sein und dass sie mit den anderen ist und sie ihr Zuhause vernachlässigt." Und weiter: "Es gibt diese emanzipierten Frauen und diese Antimänner und Feminismus. So was haben wir nicht im Islam."

Bereits im Jahr 2001 begannen Hussain und Jamal mit ihrer salafistischen Deutschlandtour, traten auch in Berlin, Erfurt, Leipzig und Mannheim auf und verbreiteten ungestört ihre radikale Lehre.

Veranstaltung der "extremistisch-salafistischen Szene"

Das Bundesamt für Verfassungsschutz auf BILD-Anfrage: "Bei Veranstaltungen wie diesen, bei denen auch Akteure auftreten, die extremistische Ansichten vertreten, besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Äußerungen getätigt oder Aktivitäten entfaltet werden, welche nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung (FDGO) zu vereinbaren sind."

Der Verfassungsschutz in NRW ordnet die Veranstaltung der "extremistisch-salafistischen Szene" zu: "Die Auftritte salafistischer Prediger in NRW werden weiter offensiv beworben." Die Al-Furqan-Moschee ließ eine BILD-Anfrage unbeantwortet.


Quelle: