Thüringen 2100 Zalando-Mitarbeiter in Erfurt verlieren ihren Job - Sozialplan steht

Katharina Schwanz

09.07.2026, 17:19 Uhr 3 Min

Das Zalando-Logistikzentrum zu schließen, kam für viele als Schock. Mit dem nun unterzeichneten Sozialplan ist der Jobverlust nun besiegelt

Außenansicht des Zalando Logistikzentrums in Erfurt am 8. Januar 2026. Der deutsche Mode-Versandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt.
© Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa

Für das umkämpfte Zalando-Logistikzentrum in Erfurt ist ein millionenschwerer Sozialplan vereinbart worden - 2.100 Menschen verlieren ihre Arbeit. Nach monatelangem Tauziehen musste ein Spruch der Einigungsstelle gefällt werden, weil sich Management und Betriebsrat bis zuletzt nicht einigen konnten, teilte der Betriebsrat mit. Ein Unternehmenssprecher bestätigte den Abschluss eines Sozialplans.

Er regelt vor allem die Abfindungen für die Arbeitnehmer, die von der Schließung des Logistikzentrums betroffen sind. Es bleibe bei dem Termin Ende September, sagte ein Unternehmenssprecher. Gescheitert sind nach Angaben beider Seiten die Verhandlungen über einen Interessenausgleich.

Transfergesellschaft gescheitert

Die Finanzierung einer Transfergesellschaft, die Beschäftigten Unterstützung beim Übergang in eine andere Arbeit geben sollte, sei von Zalando verweigert worden. Das Unternehmen sei nicht bereit gewesen, dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Betriebsrat nannte das Verhalten des Unternehmens "beschämend".

Trotz Protesten von Betriebsrat, Gewerkschaften, Belegschaft und Kritik unter anderem der Thüringer Landesregierung hielt der Internet-Modehändler stets an der Entscheidung fest, den Standort Erfurt aufzugeben. Die Schließung des Standorts hatte Zalando Anfang des Jahres angekündigt. Ende September soll im Erfurter Logistikzentrum endgültig Schluss sein.

Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens rund 2.100 Beschäftigte. Zum Zeitpunkt der Ankündigung waren es noch deutlich mehr. Zahlreiche befristete Arbeitsverträge wurden inzwischen nicht verlängert.

Die Verhandlungen hatten sich lange hingezogen, das Arbeitsgericht Erfurt wurde eingeschaltet, schließlich nahm eine vom Gericht eingesetzte Einigungsstelle die Arbeit auf.

Millionen-Rückbau

Der Dax-Konzern Zalando hat Rückstellungen von 80 Millionen Euro für die Schließung des Logistikzentrums in Thüringen gebildet, bestätigte ein Unternehmenssprecher. Das Geld sei für Abfindungen, potenziell aber auch für Mehrkosten beispielsweise durch den Einsatz von Zeitarbeitern gedacht. Während Zalando demnach rund 30 Millionen Euro für den Sozialplan vorgesehen haben soll, forderte der Betriebsrat ein deutlich umfangreicheres Paket. Die Arbeitnehmerseite hält die angebotenen Leistungen für unzureichend und verweist auf die lange Betriebszugehörigkeit vieler Beschäftigter.

Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter müsse ein Konzern von der Größe Zalandos mehr Verantwortung übernehmen. Zalando hatte die Standortschließung mit einer Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme von About You begründet. Ein neuer Logistikstandort entstehe in Gießen (mit dpa).


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